Buchtip: Hugh Hewitt / BLOG

13. Februar 2006Mit einem Buch muss man schließlich anfangen. Mein Start in die Blogshphere war Huge Hewitt’s "BLOG – UNDERSTANDING THE INFORMATION REFORMATION THAT’S CHANGING YOUR WORLD". Hier ein paar Zeilen, wie …


Buchtip_01
Mit einem Buch muss man schließlich anfangen. Mein Start in die Blogshphere war Huge Hewitt’s "BLOG – UNDERSTANDING THE INFORMATION REFORMATION THAT’S CHANGING YOUR WORLD". Hier ein paar Zeilen, wie es mir damit gegangen ist. Hewitt ist konservativ, in Kärnten würde man sagen "stock-konservativ". Beim Lesen fällt sehr rasch auf, dass die Republikaner stets gut, die Demokraten meistens schlecht wegkommen. Aber nun zum eigentlichen Inhalt.

Hewitt, der selbst einen Top-Blog betreibt, zeigt im ersten Teil des Buches auf, wie sich Blog-Storms sehr rasch in bedrohliche Opinion-Storms auswachsen können. Die zunehmende Relevanz, die Blogs im US-amerikanischen Mediensystem einnehmen, beschreibt er an zwei Beispielen. Einmal am erzwungenen Rücktritt von Howell Raines, Herausgeber der New York Times, ein anderes Mal an den Problemen John Kerrys, der sich im im Präsidentschaftswahlkampf 2004 bekanntlich wenig erfolgreich mit den Swift Boat Veterans for Truth und Bloggern herumschlagen musste, die seiner Reputation als hoch dekorierten Vietnam-Veteranen nachhaltig und öffentlichkeitswirksam hinterfragten.

In beiden Fällen zeichnet Hewitt  nach, wie die Betroffenen, also die NYT und Kerry’s Wahlkampfteam, auf den sich zusammen brauenden Blog-Storm reagieren bzw. eben nicht reagieren. Und auch die Folgen kommen nicht zu kurz. Sie werden von Hewitt nach dem bereits zitierten Muster Republikaner gut, Demokraten schlecht, genüsslich und äußerst detaillreich dargelegt.

Für mich wesentlich interessnater war der 2. Teil des Buchs. Hier geht Hewitt der Frage nach, wie sich Unternehmen gegen Angriffen aus der Blogshphere wappnen können und warum eine Blog-Strategie dafür von entscheidender Bedeutung ist. Hilfreiche Tipps für den Einsatz von Weblogs im Marketing und Strategien bzw. Vorgangsweisen für die Einsatz von Blogs in Unternehmen, z.B. wie findet man unter meinen Angestellten Leute, die Bloggen, runden das Buch ab.

Fazit: Wer sich durch den ersten Teil des Buches erfolgreich durchgekämpft hat – siehe Inhaltsverzeichnis – findet im zweiten und dritten Teil viele wertvolle Informationen zu Themen wie Meinungsbildung in der Blogsphere, Funktionsweise von Blogs, Selbstverständnis von Bloggern und dem Einsatz von Weblogs im Bereich der Unternehmenskommunikation. Das Buch zahlt sich aus, wenngleich es sich als Einstiegslektüre in Sachen Weblogs nur bedingt eignet.

zurück zur Hauptseite / E-Mail

4 Gedanken zu “Buchtip: Hugh Hewitt / BLOG

  1. Na dann viel Spaß beim Lesen. Hewitt durchzuhalten war durch einen Trick gar nicht schwer. Der Amazon-Karton (Inhalt: Naked Conversations) schaute mich immer so nett an. Er blieb aber so lange verschlossen, bis ich Hewitt fertig hatte ;)Grüße, ed

  2. Mal sehen. Höchstwahrscheinlich wage ich einen zweiten Anlauf (ich kann kein Buch ungelesen lassen :-)
    Aber zuerst kommen Naked Conversations, Der Journalist als Homo Oeconomicus (Fengler, Russ-Mohl) und All Marketers are Liars (Seth Godin dran) – und dann vielleicht H. Hewitt. Muss er sich noch ein wenig gedulden; er wird’s aushalten.

  3. Hallo Herr Pirchner! Was die Scheuklappen angeht bin ich ganz bei Ihnen 😉 Ich denke, dass die Kap. 7/8 und 9 die Besten sind. Politisch relativ wertfrei und von den Tips her durchaus brauchbar. Gut finde ich v.a. „Leadership Blogging“ (S. 124f). Beste Grüße, Ed

  4. Gratulation zum Durchhaltevermögen. Mir ist nach den ersten beiden Dutzend Seiten derart „das Geimpfte“ aufgegangen, dass das Buch seither (etwa ein halbes Jahr) an- aber nicht fertiggelesen auf dem Tisch liegt.
    Hewitts „Bias“ ist derart offensichtlich hinderlich für eine rationale Einschätzung von Situationen, dass mir die Lektüre zur Qual wurde. Nicht wegen seiner politischen Position (die ich nicht teile), sondern wegen seiner Scheuklappen. Ich mag keine politischen Pamphlete, egal aus welcher Ecke sie kommen.
    Aber welcher Seite kann man denn „gefahrlos“ mit dem Lesen anfangen? ;-))