The very best of Wolfgang B. (1)

11. März 2006Die Kärntner Medienszene ist etwas ganz Besonders. "Wie" besonders sie mitunter sein kann, zeigt nicht zuletzt das offizielle Organ des Magistrats der Landeshauptstadt namens, "Klagenfurt – Die Stadtzeitung mit amtlichen …


Die Kärntner Medienszene ist etwas ganz Besonders. "Wie" besonders sie mitunter sein kann, zeigt nicht zuletzt das offizielle Organ des Magistrats der Landeshauptstadt namens, "Klagenfurt – Die Stadtzeitung mit amtlichen Nachrichten". Nur hier kann Redakteur Wolfgang B. alle 14 Tage zart und weich zugleich sein. Zart, weil er auf der linken Seite seiner doppelseitigen Rubrik KLANG & BILD mit viel Herzblut die Musik von Patrick Lindner, Chris Norman, Nadja Benaissa und Julia rezensiert. Hart, weil er dann auf der gegenüberliegenden Seite ordentlich zur Sache kommt. Erraten! Hier werden vornehmlich Horror-, Zombifilme und Gruselschocker bewertet. Kostprobe aus der Klagenfurter Stadtzeitung gefällig?

Gänsehaut pur verabreicht von Takashi Miike! Der Japan-Streifen von 2003 ist wie "Ring", nur eben mit dem Handy. Der eigene Tod wird von der eigenen Stimme auf die eigene Sprachbox vorhergesagt. Immer wenn es klingelt gibt es geile Schockmomente! Toller Mystery-Thriller.

Neben dem DVD-Cover mit halb verschimmelndem Totenkopf, kommt Wolfgang B. dann auf ein anderes Meisterwerk aus der Gruselecke zu sprechen:

Horrorfilmer-Legende Tobe Hooper schlägt zu! Die Doyles (Mutter, Sohn und kleine Tochter) ziehen um. Im neuen Haus war mal ein Bstattungsunternehmen, der Friedhof liegt gleich daneben. Über das Haus erzählen sich die Leute furchtbage Geschichten. Die sind wahr, wie die Doyles angesichts einiger Zombies am eigenen Leib erfahren (Koch Media).

Ach ja, und mitten drin in der Jugend-Doppelseite. Mitten drin unter den Patrick Lindners, Cindy Laupers und Julias. Mitten drin unter den Gruselschockern und Zombifilmen, ein Bild vom amtierenden Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt, DKfm. Harald Scheucher. Es zeigt ihn mit Schülern der 3A Wölfnitz.

"The very best of Wolfgang B." geht in Serie. Ich freu mich schon auf die nächste – mit öffentlichen Geldern finanzierte – Klagenfurter Magistratszeitung und werde über KLANG & BILD selbstverständlich exklusiv berichten. Was sein muss, muss sein.

Artikel kommentieren / zur Hauptseite / E-Mail

2 Gedanken zu “The very best of Wolfgang B. (1)

  1. Wenngleich ich mich deinen „Wich….“ nicht anschließe, ich sehe in den Rezensionen eher eine Kuriosität im Kärntner Blätterwald, hoffe ich dennoch, dass vielleicht irgendwann ein Meisterwerk daraus entsteht. Wer weiß… Danke fürs Reinschaun! ed

  2. Und das mit meinem Steuergeld! Ich bin empört! 😀
    Aber die österreichischen Ämter waren ja schon immer Sammelplatz für allerlei seltsame Gestalten, die mit sich selbst nicht ganz im Klaren waren… schliesslich war auch Franz Kafka Beamter (und schrieb in dieser Zeit u.a. über eine Verwandlung in ein „ungeheures Ungeziefer“)! Wer weiss, vielleicht bereitet dieser Mann neben den textlichen Wichsereien in der Stadtzeitung auch im Geheimen literarische Meisterwerke vor… … … oder ein Blutgemetzel im Magistrat!?