Was heimischen PR-Treibenden zum Thema Weblogs einfällt (3)

27. April 2006Bin über den Virtual Bytes Blog von Markus Pirchner auf eine nette Geschichte gestoßen, die sehr schön in meine Rubrik "Was heimischen PR-Treibenden zum Thema Weblogs einfällt" – hier bisher …


Bin über den Virtual Bytes Blog von Markus Pirchner auf eine nette Geschichte gestoßen, die sehr schön in meine Rubrik "Was heimischen PR-Treibenden zum Thema Weblogs einfällt" – hier bisher erschienen Posts eins und zwei – passt. Auch auf Zuckerwatte wurde das Thema aufgegriffen. Worum gehts? Peter Aigner von der gleichnamigen Agentur Aigner-PR hat sich via Gastkommentar auf der Homepage von Medianet zum Thema Blogs und Podcasting im PR-Einsatz geäußert. Und zwar ungeschickt, wie meine Blog-Kollegen meinen. Und wenn man etwas ins Detail geht, dann kann man sich dieser Meinung problemlos anschließen. Aus eigener, Erfahrung weiß ich, dass es mit dem Wissen rund um die Möglichkeiten und Potentiale von Social Software in der heimischen PR-Banche nicht allzuweit her ist. Hier muss schließich Kohle verdient werden, müssen Hintergrundgespräche geführt und Journalisten Geschichten "hineingedrückt" werden. Dass Kommunikation frei fließt, geteilt weden muss, nicht eingefangen oder gesteuert werden kann, das passt so gar nicht ins klassische PR-Denken. Und ebensowenig rein passen derzeit noch die alles infrage stellenden "Segnungen" der Social Software.

Das was sich in unserer Branche derzeit abspielt ist ein ganz normaler Prozess. Man kann ihn beklagen, man kann dagegen anbloggen (wie ich es getan habe und weiter tun werde). Man kann aber einfach auch nur zur Kenntnis nehmen, dass Innovation zuerst immer an den Rändern zutage tritt. In den Zentren – ich denke hier an die paar Agenturen, die die wirklich großen PR-Etats verwalten – sind die Beharrungskräfte einfach zu stark. Das wird sich ändern. Ob das aber rasch gehen wird (wie wir Blogging-Evangelisten es uns erhoffen, weil wir unser Wissen nur dann an den Kunden bringen können und/oder unseren KollegInnen dann eine Nasenlänge voraus sind) oder dochz noch ein paar Jahre dauern wird, das getraue ich mich jetzt gar nicht zu sagen.

Aussagen über Social Software wie die von Herrn Aigner spiegeln den derzeitigen Status Quo wider und geben ein gutes Bild dessen, was in der heimischen PR-Branche zur Zeit Sache ist. Und irgendwie wede ich den Eindruck nicht los, dass es ok. ist, so wie es ist. Schließlich werden Corporate Weblogs noch nicht in der Form nachgefragt, wie es zum Beispiel Presseaussendungen oder Pressegespräche werden. Dieser Vergleich mag platt sein, doch er macht deutlich, dass viele PR-Treibende in Sachen Social Software noch gar nicht weiter zu sein brauchen, da es die Nachfrageseite ja auch noch nicht ist. Dass passt schon so. Lassen wir die PR-Dinos doch im Glauben, dass alles so bleiben wird, wie es ist. Denen, die sich mit dem Stachel im Fleisch der kassischen PR – als nichts anderes sehe ich Social Software – dennoch beschäftigen wollen, sei ein Interview empfohlen, das Georg Holzer vor einigen Tagen mit Robert Scoble, dem Mastermind hinter Channel 9 geführt hat. Aus PR-Sicht sehr interessant, wie ich denke. Ein Satz daraus, der mich in meiner Sichtweise bestärkt und mir seitdem nicht aus dem Kopf geht lautet beispielsweise "PR will need to massively change."

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4 Gedanken zu “Was heimischen PR-Treibenden zum Thema Weblogs einfällt (3)

  1. nix gegen die kleine zeitung leser :-) für laien reicht das sicher aus. ich kenne die voraussetzungen/bedingungen für das interview nicht…wenn du nur ein paar fragen stellen konntest, leuchtet mir das alles ein… :-)

  2. Die Fragen waren wirklich an der Oberfläche – aber per eMail gibt es null Möglichkeit nachzuhaken. Außerdem: wie tief kann/soll man in einem Interview für Otto Normalleser (Kleine Zeitung) gehen?

  3. Ja, vielleicht hast du recht. Ich denke nur, dass viele Blogger sich zuwenig darüber im Klaren sind, dass die Referenz auf sich selbst, auf den eigenen Wissensstand oder meinetwegen auf die eigene PR-Denke, oftmals viel zu stark ist. Da werden Dinge vorausgesetzt (da nehme ich mich absolut nicht aus), und Erwarungshaltungen proklamiert, die so hoch gesteckt sind, dass sie nur unerfüllt bleiben können. Ich finde es natürlich ok. dass ihr euch aufregt über die Aussagen des Kollegen. Andererseits lese ich in keinem anderen heimischen Branchenblatt so viel zum Thema Weblogs wie im Medianet. Zum Interview: Georg ist ein absoluter Freak. Ich fand die Idee mit dem Interview auch super. Aber das ist total „Georg“. Der formuliert einfach Fragen und drückt auf den Knopf :)

  4. hi ed, zu deinem beitrag: ich geb dir recht, wenn du sagst, dass innovation an den rändern beginnt; klar sind wir viel zu weit vorne mit unserem wissen/unserem denken in der sache. vielleicht sollte man für ein kommentar auf medianet.at aber jemanden anderen aussuchen..und nicht den herrn aigner, der dann an der oberfläche kratzt :-) oder vielleicht ist es gerade gescheit, wenn jemand an der oberfläche kratzt, mit dem sich andere Agentur-Menschen vergleichen können? Zu Georg Holzer: ich bin sehr neidisch darauf, dass er das Interview geführt hat – aber auch hier wurde nur an der Oberfläche gekratzt..zumindest auf der „Fragen-Seite“..aber dass er überhaupt mit ihm gesprochen hat, ist natürlich cool :-)