PR 2.0 und was US-Bloggern dazu so einfällt

21. Juni 2006Während wir uns hierzulande mancherorts nach wie vor mit PR-Definitionen herumplagen, läuft in den USA derzeit gerade eine lebhafte Debatte rund um die Begriffe Web 2.0, Static Web, Life Web …


Während wir uns hierzulande mancherorts nach wie vor mit PR-Definitionen herumplagen, läuft in den USA derzeit gerade eine lebhafte Debatte rund um die Begriffe Web 2.0, Static Web, Life Web und PR 2.0. James Warren – hier übrigens sein neues PR 2.0 Welbog – schrieb in einer Beilage zum US-Branchenblatt PRWeek den Artikel "Coming to terms with losing control" und stellt darin die Frage: "How does PR make sense of this new media
landscape?" (gefunden im Weblog von Stuart Bruce). Von Stuart Bruce bekommt er für diesen Artikel und seine Sicht der Dinge in Sachen Kontrollverlust hier gleich mal ordentlich eines drübergebraten. Auch Richard Bailey schlägt hier anähernd in die selbe Kerbe. Und auch die Kommentare zu Bruce’s Post sprechen eine deutliche Sprache, was von Web 2.0 und/oder PR 2.0 zu halten ist. Ich meine, die Debatte ist zwar nicht repräsentativ. Interessant ist sie dennoch, hält sich einem doch vor Augen, über welche Themen anderswo bereits lebhaft diskutiert wird…
Susan Getgood von GetGood Strategic Marketing etwa lässt ihrem Frust über den Begriff Web bzw. PR 2.0 hier freien Lauf. Davon nur einige kurze Passagen:

So, Hell no, no more Web 2.0 for me. I’m going with Live Web and social media. And before I forget, the term "PR 2.0" must go too. For similar
reasons. The fundamental practice of PR is still the same as it ever
was — it’s all about connections and information and relationships.
The tools are just how we accomplish the work. They are NOT the work. And please don’t get me wrong — I LOVE these new tools. But I don’t
think they are the be-all and end-all. They are just tools. Learn how
to use them, they’ll make your life and work easier. Better even. But
we have to get the fundamentals right first.

Eine absolut spannende Debatte über Begriffe und über die Wirkungsweisen der neuen Social Software Tools auf die PR-Maschinerie als Gesamtheit. Auf jeden Fall genug Stoff, über den man getrost ein paar Takte nachdenken kann. Gefallen hat mir Stewart Bruce mit einem Satz, mit dem er im Vorjahr im The Guardian zitiert wurde. Er lautet:

"The PR who ignores blogs is an even bigger fool than those who think blogs change everything".

Ein Gedanke zu “PR 2.0 und was US-Bloggern dazu so einfällt

  1. Also dass noch jemand den Begriff „Web 2.0″ so einfach benutzt und auch noch publiziert – das finde ich mutig. Schließlich hat sich Tim O’Reilly den Begriff schützen lassen. Ed, du riskierst was!
    Aber im Ernst: Ich finde die ganze 2.0-Mania im Moment voll übertrieben. Hinter allem was neu ist – oder zumindest neu wirken soll – wird 2.0 dahinter geschrieben.
    Hey, mein Blog ist neu: Blog 2.0. Ich muss mir gleich Milch kaufen gehen (für den Tee), also Milk 2.0. Wenn ich mich dusche, bin ich dann Georg 2.0? Oder eine neue Zeitung 2.0? Also das wäre echt schlimm, denn am Ende des Jahres wären wir bei 365.0 :-)
    cu Georg