Was ist los mit Apple?

14. Juli 2006"Are we falling out of love with iPod?", stand da vor einigen Tagen im Daily Telegraph. Der Titel erwischte mich sozusagen auf dem linken Fuß. Eine ganz schlechte Schlagzeile für …


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"Are we falling out of love with iPod?", stand da vor einigen Tagen im Daily Telegraph. Der Titel erwischte mich sozusagen auf dem linken Fuß. Eine ganz schlechte Schlagzeile für jemanden, der sich gerade ein MacBook und – logo! – einen iPod zugelegt hat. Und jetzt stolpere ich auf Standard Online über weitere Infos, die, na sagen wir es einmal so, Apple schlecht aussehen lassen. Im Forum wird über "gefängnisartige Sweathshops" in China berichtet, in denen Apple angeblich seine Produkte fertigen läßt und im Artikel darüber erfährt man, dass Apple unabhängige Reporter und Blogger die über an sie weitergegebene Firmeninterna berichtet hatten, nun doch nicht gerichtlich belangen wird. Na supa. "Danke" werden die sagen.

Schon seit mehrern Jahren schlägt sich Apple mit Sites wie PowerPage, AppleInsider oder ThinkSecret und den dazugehörenden Weblogs herum. Dass sich hier auftretende Informationen und Gerüchte in Windeseile verbreiten, weil sie auch in anderen Foren kommentiert, verlinkt oder in die Blogsphäre getragen werden, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Was bei mir als Kunde davon hängen bleibt, ist, dass Apple ein Kommunikationsproblem hat und darauf noch keine rechte Antwort gefunden hat. Die habe ich jetzt natürlich auch nicht parat. Aber gerichtliche Verfügungen, Klagen und Prozesse scheinen mir aus PR-Sicht alles andere als hilfreich. Ein Image kann mitunter (noch) schneller Kratzer abbekommen, wie das Display eines iPods.

Apple ist Kult, keine Frage. Apple ist "different" und das macht die Marke so sexy. Als kritischer (Medien-) Konsument ist es mir jedoch absolut nicht egal, wie Apple und seine Produkte in der Presse v.a. aber auch online wegkommen bzw. wie sie hier gesehen und bewertet werden. Wie Apple kommuniziert, ob die Firma Blogger verklagt, wie sauber sie ihre Kommunikationsprobleme, sprich Hausaufgaben löst, etc. etc. So kultig kann eine Marke nämlich gar nicht sein, dass derlei Dinge – egal ob wahr oder nur gut erfunden – einfach an ihr abperlen. Wir alle sind darauf konditioniert, kognitive Dissonanz bestmöglich zu vermeiden, auszuschalten, wegzuklicken, zu überblättern, etc. Anderenfalls droht Verunsicherung. Und verunsicherte Kunden sind wohl das Letzte, was die Leute von Apple jetzt brauchen.

4 Gedanken zu “Was ist los mit Apple?

  1. Nein, das nicht gerade:-) Obwohl das sicher ein interessanter Job wäre. Bin nur schon sehr lange, sehr großer Apple-Fan und ergänze meine Morgenzeitung immer durch die Lektüre diverser Online-Medien zum Thema Apple.

  2. Aber das mit den Sweatshops ist doch sozusagen ein alter Hut. Die Story war schon vor Wochen auf zahlreichen einschlägigen Apple-Sites aktuell. Soweit ich weiß, hat Apple bereits Maßnahmen veranlasst, welche die Arbeitsbedingungen verbessern sollen. Aber es ist im Endeffekt die selbe Story wie bei Nike. Die Fabriken interessieren einen Konzern, welcher sein Geld mit dem Vergeben von Produktionslizenzen verdient einfach nicht.