Voestalpine: Politiker müssen leider draußen bleiben

30. Juli 2006Wenn Politiker wahlkämpfen, dann tun sie dies gerne auch in großen Unternehmen. Kugelschreiber verteilen, Hände schütteln und Bilder mit verdutzten Arbeitskräften machen, steht am Programm. Damit ist in der Voestalpine, …


Wenn Politiker wahlkämpfen, dann tun sie dies gerne auch in großen Unternehmen. Kugelschreiber verteilen, Hände schütteln und Bilder mit verdutzten Arbeitskräften machen, steht am Programm. Damit ist in der Voestalpine, einem großen Österreichischen Stahlunternehmen aus dem staatsnahen Bereich, vorerst Schluss.

Das Unternehmen verschickte Schreiben an Gemeinde-, Landes- und Bundespolitiker, in denen man darum ersucht, während der letzten sechs Monaten vor einer Wahl von Betriebsbesuchen Abstand zu nehmen. Interessant daran: Die Politik zeigt Verständnis und auch die Medien berichten hier, hier, oder hier kräftig bzw. nehmen die neue Policy zum Anlass, auch bei anderen großen großen Unternehmen nachzufragen, wie sie es mit Politikerbesuchen halten.

Fazit Nr 1: Wahlkampfmanager die dieser Tage ihre Touren zusammenstellen müssen, können einem leid tun. Fazit Nr. 2: Die Angestellten großer österreichischer Firmen können ihrer Tätigkeit nun auch wieder in Wahlkampfzeiten nachgehen, ohne Angst haben zu müssen, von einem Politiker mit Sofortbildkamera aufgelauert zu werden. Fazit Nr. 3: Die Politik / die Medien werden sich die benötigten Bilder auf anderem Weg besorgen (müssen). Und wenn sich die großen Unternehmen dafür nicht hergeben wollen, dann werden es halt die kleineren tun. Dies weil a) eine Hand die andere wäscht und Unternehmen b) Ansprechpartner benötigen die in Widmungs- oder Förderungsfragen (etcpp.) ein offenes Ohr für sie haben. So einfach ist das. Von Unternehmen ausgesprochene Hausverbote für Politiker sind damit ebenso symbolische Akte, wie die eigentlichen Betriebsbesuche selbst. Nicht mehr und nicht weniger.

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