Natascha K. im ORF: Ich verweigere!

6. September 2006Heute Abend um 20.15 Uhr wird das erste Interview mit dem Entführungsopfer Natascha Kampusch über die Bildschirme flimmern. Die Teaser, von der ZiB 2 gestern Abend bis hin zur ORF …


Heute Abend um 20.15 Uhr wird das erste Interview mit dem Entführungsopfer Natascha Kampusch über die Bildschirme flimmern. Die Teaser, von der ZiB 2 gestern Abend bis hin zur ORF Homepage und den diversen Aufmachern der heutigen Tageszeitungen werden ihre Wirkung schon nicht verfehlen. Eine ganze Nation wird Kampusch 20 Minuten lang an den Lippen hängen und warten. Warten auf die Details. Warten auf die wenigen noch nicht vollends ausgeleuchteten Aspekte im Leben der nunmehr 18jährigen. Und wetten, dass ein paar Dinge unbehandelt bleiben werden? Und wetten, dass die Öffentlichkeit nicht vollends befriedigt sein wird? Und wetten, dass der Druck auf das Opfer nicht nachlassen wird, so wie von den Beratern vorausgesagt? Nein, ich werde heute verweigern! Ich werde nicht mitmachen. Ich werde keiner von denen sein, die, heute abend, ausgestattet mit einer gehörigen Portion Voyeurismus und der Fernbedienung in der Hand, ja eh nur das Beste für (oder wohl besser von) Natascha K. wollen!

5 Gedanken zu “Natascha K. im ORF: Ich verweigere!

  1. geht nicht anders, sonst müsste ich zugeben, dass ich einem derart saftigen Sozialp0rn0 einfach nicht widerstehen kann.
    Verweigerung und Flucht war gestern wirklich angebracht: Im TV gab es kein Erbarmen und kein Entkommen. Selbst einem Profi-Zapper wie mir ist es nicht gelungen, völlig K-frei zu bleiben.
    Besonders widerlich fand ich eine ZDF-Moderatorin, die, den ORF-Journalisten Christoph Feurstein befragend, immer von „die Natascha“ gesprochen hat, so als wäre es ihr „favorite pet“. Respektlose Ziege.
    Unter http://www.virtualbites.com/perverse_mediengesellschaft habe ich mir aber eh schon Luft verschafft …

  2. Viel Spaß beim Fußball in ORF 1! Kannst ja morgen eh alles in allen Tageszeitungen nachsehen.
    Wenn du es dir gibst, tust dir auch was Gutes: Weil sicher auch CNN, die RAI oder TV5 das Interview ausstrahlen werden, kannst auch gleich Sprachen lernen.
    Nein im Ernst: So leicht kommt der Geschichte niemand aus. Selbst ich werd es mir anschauen. Obwohl ich normalerweise gerade eine Stunde in der Woche vor der Mattscheibe hänge.