Corporate Blogging und Kontrolle

18. September 2006Marcel Bernet hat einen interessanten Blogpost verfasst, in dem er sich mit dem US-amerikanischen Status Quo im Umgang mit Bloggern auseinandersetzt. Die wichtigsten Aussagen: Blogger werden in den USA zunehmend …


Marcel Bernet hat einen interessanten Blogpost verfasst, in dem er sich mit dem US-amerikanischen Status Quo im Umgang mit Bloggern auseinandersetzt. Die wichtigsten Aussagen: Blogger werden in den USA zunehmend behandelt wie Journalisten. Und PR-Agenturen verfolgen Blogs im ganz normalen Medienmonitoring. Zu seinem Posting entwickelte sich eine angeregte Diskussion zu der ich unter anderem folgenden Kommentar beisteuerte:

hab selber oft die pr-brille auf. andererseits: wenn ich
blogger zu einem pressegespräch zu einer konferenz, etc. einlade (ich
hab das im übrigen noch nie gemacht und ich denke keine andere
österreichische pr-agentur), dann muss ich wissen, dass ich “den
haufen” im positiven sinn gesprochen, nicht annähernd so gut in den
griff kriegen werde, wie sich das meine auftraggeber wünschen werden
bzw. ich es zu können vorgebe. wenn ich mich mit bloggern einlasse,
dann muss ich auch von vorne herein sagen, was die aus meinen
botschaften machen, wie sie diese verstehen und verarbeiten, das weiß
ich nicht. ich meine das gilt selbstverständlich auch für journalisten.
bei bloggern ist die sache jedoch ungleich komplizierter

Robert Basic griff den Gedanken hier auf und sagte dann etwas sehr Interessantes

Das mit der Kontrolle sitzt so fest
drin, dass nur der Kunde dieses im 20. Jahrhundert von PR Agenturen
etablierte Modell in Frage stellen kann.

Jetzt stellen sich mir zwei Fragen: a) Ist es realistisch, vom Kunden genau dies zu verlangen? b) ist die Kontrolle wirklich ein Konstrukt, das, so wie Robert es sieht, von PR Leuten etabliert wurde? Hm… Ich glaube ja, dass Unternehmen aus sich selbst heraus ein starkes Interesse an Kontrolle entwickeln, dass PR-Agenturen dies begriffen haben und auf diese Nachfrage reagieren. Ob sie dies nun können oder nicht. Dass sie es nicht bzw. wenn überhaupt, dann nur sehr begrenzt können, liegt auf der Hand, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Sollte Robert aber recht haben, dann wünsche ich mir gleich mal ein paar Reisebusse voller Kunden, die genau diesen Weg gehen!

Ein Gedanke zu “Corporate Blogging und Kontrolle

  1. Ich glaube, dass Robert das zu einseitig sieht. Die Kontrollfreaks aus Unternehmen und PR machen das in harmonischem Pas de deux. Die einen (CEOs) wollen es und die anderen (PR) versprechen, dass es funktioniert. Aber sie kommen immer mehr aus dem Tritt, weil das Tanzparkett immer mehr von Typen bevölkert wird, die nicht mehr nach dem „corp speak“ tanzen wollen (is ja auch zunehmend eine grausliche Melodie). Tja, wird wohl Zeit, dass sich die Nadelstreifen daran gewöhnen, dass immer öfter gerappt und gehiphopt und geheadbangt wird :-))