Ok… Weblogs sind Tagebücher

5. Oktober 2006Ich gebe mich geschlagen. Nein, ich kapituliere vor dem Unwissen einer Zielgruppe die es eigentlich besser wissen müsste. Nein, noch besser: Ich verwende die Sprache, die meine Gesprächspartner verstehen. Schließlich …


Ich gebe mich geschlagen. Nein, ich kapituliere vor dem Unwissen einer Zielgruppe die es eigentlich besser wissen müsste. Nein, noch besser: Ich verwende die Sprache, die meine Gesprächspartner verstehen. Schließlich muss der Wurm dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Das, wovor ich mich nunmehr seit Beginn meiner Bloggerei erfolgreich gedrückt habe, das wende ich nun an. Und zwar mit Genuss, weil erfolgreich. Auf der Veranstaltung, von der ich gerade komme, trafen sich heute Abend Vertreter der Sparte Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Kärnten. Alle, mit denen ich gesprochen habe und denen ich erklärte, was es mit Weblogs respektive Corporate Weblogs auf sich hat, haben das mit dem Internet-Tagebuch oder dem Online-Tagebuch oder dem Virtuellen Tagebuch verstanden. Jawohl! Und einigen konnte ich dann auch noch erfolgreich verklickern, dass sogar die CEO’s großer, sehr großer Unternehmen solche Tagebücher führen und dass man dieses Kommunikationsinstrument – aber natürlich nur, wenn man ganz abgebrüht ist – auch in die Unternehmenskommunikation einbinden (lassen) kann. Die haben mir das geglaubt. Und die haben das auch verstanden. Und das Beste: Ich habe verstanden!

7 Gedanken zu “Ok… Weblogs sind Tagebücher

  1. Der Mythos vom Tagebuch

    WEBLOGS SIND KEINE (ONLINE-)TAGEBCHER! – Weblogs = Online-Tagebuch ist eine falsche Analogie (oder Metapher), die einen komplexen Sachverhalt auf ein einzelnes formales Kriterium – die Chronologie der Eintrge – reduziert.

  2. „schneller efolg“ ist erfolg in richtung verstehen, erkenntnisgewinn und „aha, jetzt weiß ich, was gemeint ist“. weblogs als internet-tagebücher zu bezeichnen mag dir die haare zu berge stehen lassen, klar. wurden bzw. werden blogs doch von manchen abschätzig genau so bezeichnet. vielen dieser betrachtungen fehlte jedoch die tiefe bzw. ein grundlegender einblick in die materie. das wort zu benutzen, um menschen ein erstes verständnis der technologie oder der kommunikationsmöglichkeit zu ermöglichen, erachte ich für legitim.

  3. Du wirst es mir hoffentlich nachsehen, dass ich meine Methoden nicht in aller Öffentlichkeit diskutiere (privat gerne). Nur soviel: Ich versuche, das Wesen dieser Art der Kommunikation darzustellen, da kommt die Frage „und wie geht das?“ fast von selbst. Ich fürchte, dass ein „schneller Erfolg“ der Königsweg zu großer Enttäuschung sein kann.
    Aber jeder nach seiner Fasson.

  4. mag sein. stell dir aber einmal eine gesprächssituation mit sagen wir drei mediatorinnen, einem werbegrafiker und einem unternehmensberater vor. da hab ich nicht gerade die zeit, in die tiefe zu gehen. wollen wir denn selbst nicht auch die chance auf ein schnelles erfolgserlebnis? wen es interessiert, wer nachfragt und mehr wissen will (was im dargestellten fall übrigens auch passierte) der bekommt weitergehende erklärungen und tiefe. vorerst ist mir einmal wichtig, dass er/sie das thema erfassen, begreifen, vor dem bestehenden – sehr subjektiven – erfahrungshintergrund einordnen kann. und meine erfahrung hat gezeigt, dass dies mit dem begriff online-tagebuch (fürs erste) gar nicht schlecht klappt. aber ich bin natürlich ganz ohr, was deine methoden anlangt 😉

  5. Im Unternehmensumfeld sollten die Leute die Finger von Weblogs lassen, wenn sie das Konzept noch nicht verstanden haben. Wer Corporate Weblogs für „Online-Tagebücher“ hält, unterliegt einem fundamentalen Missverständnis. Und wenn sie es nach eingehender Beratung immer noch nicht verstanden haben, dann sollte man ihnen am besten noch etwas Zeit geben, oder sich jene paar Leute herauspicken, die es „kapieren“ und sie zu „evangelists“ aufbauen, die die entsprechende Aufklärungsarbeit leisten. Es gibt einige Methoden, wie man Unternehmen und Organisationen an die offene, dialog-orientierte Kommunikation heranführen kann (z.B. Nutzenkommunikation); sie im Glauben zu lassen, sie führten ein „Tagebuch“, gehört m.E. nicht dazu.

  6. Das Blog ist halt immer noch die große Unbekannte in der Unternehmenskommunikation. Daher ist es auch legitim ein Blog -zumindest im ersten Schritt- als Online Tagebuch zu erklären. Das kennt jeder, darunter kann man sich was vorstellen. Es ist ja niemandem geholfen, wenn Blogger sich dagegen sträuben „ihr“ Kommunikationsmittel nicht profan als Tagebuch abzutun und die Menschen aus den Marketingabteilungen nicht verstehen, worum es eigentlich geht.

  7. Ed hat’s verstanden

    Es soll ja PR-Menschen geben, die wissen lange nicht, was ein Blog und was Bloggen ist. Ed Wohlfahrt, der es selbst tut, hat jetzt endlich kapituliert:Ich gebe mich geschlagen. Nein, ich kapituliere vor dem Unwissen einer Zielgruppe die es …