Mobiltelefon und Etikette

11. Oktober 2006Neulich in der Basilika zu Maria Trost bei Graz: Ein Mann mittleren Alters betritt das Gotteshaus. Plötzlich bimmelt sein Telefon. Sichtlich indigniert fuchtelt der Angerufene an seinem Telefon herum, würgt …


Neulich in der Basilika zu Maria Trost bei Graz: Ein Mann mittleren Alters betritt das Gotteshaus. Plötzlich bimmelt sein Telefon. Sichtlich indigniert fuchtelt der Angerufene an seinem Telefon herum, würgt es aber nicht ab – nein! – sondern beginnt seelenruhig sein Telefonat. Obwohl völlig unbeteiligt, war mir dies so dermaßen peinlich, dass ich gehen musste.

Neulich am Frühstückstisch bei mir zu Hause: Bereits um halb acht läutet mein Telefon-Aparillo. Meine Partnerin ist ziemlich sauer. So entweiht man einmal die Kirche, ein anderes Mal den Frühstückstisch. Das geht ganz einfach. Wiewohl sich das Telefonat in der Kirche mit Sicherheit schlechter macht als das am Frühstückstisch, aber egal.

Eine in den USA – wo sonst?! – durchgeführte Studie beschäftigte sich jüngst mit dem Thema Etikette am Mobiltelefon und liefert dazu interessante Ergebnisse. Auf den Punkt gebracht: Die Handy-Rüpel sind immer die anderen.

Die über 1.000 Probanden bewerten das eigenes Verhalten im Umgang mit dem Mobiltelefon als sehr takt- bzw. rücksichtsvoll.

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Das Verhalten der anderen jedoch als ziemlich unberfriedigend.

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Man sieht: Mit dem Finger auf andere zu zeigen, das gilt nicht. Die wichtigste Taste am Telefon ist und bleibt immer noch der Aus-Knopf!

Die Studie bzw. das ihr zugrunde liebende forschungsleitende Interesse, ist zudem ein schönes Beispiel dafür, wie man es als Hersteller von Mobilteiefonen (in diesem Falle Samsung) wunderbar in die Medien schafft. Andere Beispiele hierfür: Die Shell Jugendstudie oder der alljährlich erscheinende Durex Report.

via: Telepolis

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