Wenn das GIS zweimal klingelt

15. November 2006Ich hatte mir gerade eine doppelte Portrion Glem-Vital ins Haar geschmiert, da klingelt es an der Wohnungstüre. Mit Handtuch bewaffnet und triefnass, da aus der Dusche kommend, begrüße ich einen …


Ich hatte mir gerade eine doppelte Portrion Glem-Vital ins Haar geschmiert, da klingelt es an der Wohnungstüre. Mit Handtuch bewaffnet und triefnass, da aus der Dusche kommend, begrüße ich einen jungen Herrn. "Was kann ich für Sie tun?", frag‘ ich. "Gebühren Info Service", sagt der andere und frägt, ob ich nicht zuerst fertig duschen möchte. Er würde solange warten.

"Der Mann will wissen, ob ich mein TV-Gerät angemeldet habe", schießt es mir durch den Kopf. Und "Das hab ich aber nicht", gleich hinten drein. "Wenn ich jetzt die Musik abstelle und gaaaanz leise den Schlüssel im Schloss umdrehen und auf Tauschstation gehen würde…" solche und andere Gedanken jagen mir durch den Kopf. Das wäre mir aber ohnehin nicht gut bekommen. Der gute Mann wartete schließlich auf der Stiege sitzend im Stiegenhaus. Hm…

Drei Minuten später sitze ich mit einem äußerst freundlichen Mann bei einem Glas Wein am Küchentisch und unterschreibe ihm die Anmeldung für meinen Fernseher (hinsichtlich des Betriebs von Rundfunkempfangseinrichtungen gemäß § 2 Rundfunkgebührengesetz i.d.g.F.). Tut gar nicht weh. Warum? Weil der Herr vom GIS kultiviert und höflich ist. Weil er nicht nur sein Geld eintreibt, mich als jemanden betrachtet, den er am Mittwoch Abend noch schnell "aufklatschen" konnte, nein, weil er einfach einen prima Job macht. Vor allem aus kommunikativer Sicht.

Was hört man nicht oft für Schauermärchen über die Kämpfe, die unwillige Gebührenzahler mit den Organen der GIS an der Türschwelle auszufechten haben? Alles Blödsinn! Zumindest in meinem Fall. Ich bin nun monatlich zwar 21 Euro für die Anmeldung meines TV-Gerätes ärmer. Das ist es mir aber wert!

3 Gedanken zu “Wenn das GIS zweimal klingelt

  1. Was hat denn der Typ kommunikativ so tolles gemacht? Den Klingelknopf gedrückt? Irgendwas krieg ich an der Geschichte nicht mit, weil deine Freunde bekommen nie ein Glas Wein in deiner Küche mit dem berühmten Kühlschrank… *sniff*

  2. Hey Ed, schön, dass du dich auch mit 21 Euro monatlich (ich auch) am vermutlich rückständigsten TV-Markt Europeas beteiligt (man denke an die Liberalisierung..) – 21 Euro, das sind 300 alte Schilling für ein Programm, das größtenteils aus Schrott besteht und den hehren Kultur- und Bildungsauftrag mit einem schelmischen Lächeln bei Seite schiebt. Ach ja, und wie war das nochmal mit einem webefinanzierten Budgetanteil von 49,9 Prozent? Dass es nach wie vor eine Zwangszahlung für öffentlich-rechtlich Information gibt, wundert wahrscheinlich nicht nur mich…