Nachdenken über Corporate Social Responsibility

25. November 2006Manchmal zahlt es sich wirklich aus, im Kaffeehaus die Ärmel hochzukrempeln und die Frankfurter Allgemeine zur Hand zu nehmen. So wie heute vormittag zum Beispiel. Ralf Nöckler rechnet in seinem …


Manchmal zahlt es sich wirklich aus, im Kaffeehaus die Ärmel hochzukrempeln und die Frankfurter Allgemeine zur Hand zu nehmen. So wie heute vormittag zum Beispiel. Ralf Nöckler rechnet in seinem Artikel "Tue Gutes, und schweige darüber" mit dem Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) ab. Ich hätte den Artikel hier gerne angeführt aber die FAZ lässt es nicht zu, nur einen Artikel alleine zu kaufen. Premium- oder Businesspaket will ich aber keines. Schade eigentlich! Nöckler kommt in seinem Artikel zum Schluss, dass es ein schmaler Grat ist, auf dem sich Unternehmen bewegen, wenn sie in diesem Bereich tätig sein wollen. Er findet nämlich, dass Unternehmen mit ihren Bemühungen in diese Richtung meist schnöde PR-, Marketing- oder Imageziele verfolgen. Dies sei abzulehnen, meint er. Verhielten sich Unternehmen einfach nur ethisch und im rechtlichen Rahmen, würde dies vollends ausreichen. Alles andere hat einen schalen Beigeschmack, den man sich besser "schenken" sollte. Sein Resümee lautet im Abwandlung der Ur-Definition von PR (Tue Gutes, und rede darüber) also "Tue Gutes, und schweige darüber". Nicht uninteressant dieser Standpunkt.

Links: Mehr zum Thema CSR gibt’s unter anderem bei Wikipedia, dem Österreichischen PR-Verband PRVA oder Technorati.

3 Gedanken zu “Nachdenken über Corporate Social Responsibility

  1. Ein wesentliches Argument gegen die These des Schweigens ist das ursächliche Interesse der NPOs daran, dass über CSR Projekte auch möglichst breit berichtet wird, um sowohl das Thema / Anliegen bekannter zu machen aber auch um weitere Sponsoren dafür zu gewinnen.

  2. Was man sich meiner Meinung als Unternehmen schenken sollte – um den Gedanken weiterzuführen – ist, „aufgesetztes“ CSR zu betreiben, also etwa in der gewöhnlichen Geschäftstätigekeit ein gegenüber der Gesellschaft eher sorgloses Geschäftsmodell oder Business Practices zu haben, und das mit irgendwelchen Sozialprojekten zu kaschieren versuchen. Natürlich ist der Kerngedanke wirtschaftlichen Handelns gewinnorientiert, aber nicht notwendigerweise kurzfristig gewinnmaximierend. In diesem Sinne lassen sich mittel-/langfristige wirtschaftliche Ziele und eine gesellschaftspolitisch relevante Vision/Mission schon vereinbaren. Wenn also das Unternehmen insgesamt gegenüber der Gesellschaft verantwortungsbewußt ausgelegt ist, und aufgesetzter CSR Projekte nicht bedarf, dann halte ich es nicht für verwerflich, darüber auch zu sprechen.