Österr. PR-Staatspreis für Blog-Projekt

28. November 2006Na wer sagt’s denn. Mehr und mehr heimische PR-Agenturen erwachen aus dem Dämmerschlaf und öffnen sich neuen Dingens wie Blogs und anderen Segnungen aus dem Bereich Social Software. Neuestes Beispiel …


Na wer sagt’s denn. Mehr und mehr heimische PR-Agenturen erwachen aus dem Dämmerschlaf und öffnen sich neuen Dingens wie Blogs und anderen Segnungen aus dem Bereich Social Software. Neuestes Beispiel ist die Wiener Agentur Hochegger. Sie hat jetzt mit einem Projekt für die Bank Austria Creditanstalt sogar den Österreichischen PR-Staatspreis abgeräumt. Gratulation!

Hochegger und ihre online-Tochter MaRtrix (danke für den Hinweis!) haben ja bereits einige Erfahrung in der Umsetzung von Social Media Anwendungen gesammelt. Was mir dazu wie immer einfällt, ist etwa das Ja! Natürlich Weblog (mit Ablaufdatum). Ich hab hier, hier oder hier bereits ausführlich darüber gebloggt. Das nun mit dem PR-Saatspreis versehene Projekt umfasste die Begleitung von Wolfgang Melchior, der quer durch die Antarktis stapfte und sein Unterfangen mittels 42 Weblog-Beiträgen und 24 Podcasts und natürlich mit freundlicher Unterstützung der Bank Austria unter die Leute brachte. Nun kam es wie es kommen musste und wurde das Projekt "für den Einsatz und eine vorbildliche Evaluierung von Weblogs und Podcasts als Informationsmedium" ausgezeichnet.

Doppelt unterstreichen möchte ich v.a. aber die Aussagen des Hochegger Com-Geschäftsführers Dietmar Trummer:

Blogs sind gerade dabei, sich als PR-Tool zu etablieren. Die
Demokratisierung der Medienlandschaft ist ein Phänomen, dem sich
PR-Manager stellen müssen.
Denn in Zukunft werden interaktive Plattformen,
bei denen die User selbst Inhalte anbieten (…) stark an Bedeutung gewinnen.

Na das hört sich doch sensationell an. Da haben wir von heimischen PR-Treibenden zum Thema Weblogs nun wirklich schon ganz anderes gehört und gelesen. Das Beste überhaupt wäre es ja nun, würde ein Ruck durch die heimische PR-Szene gehen und würden sich mehr und mehr Platzhirschen (aber natürlich nicht nur die) in das thematisch hoch spannende und für sie wohl auch reichlich herausfordernde Terrain bestehend aus Weblogs, Wikis, Podcasts & Co vorwagen.

via: Der Standard
Technorati-Tags: PR, onlinePR, Blogmarketing

16 Gedanken zu “Österr. PR-Staatspreis für Blog-Projekt

  1. Die Chancen, siegreich zu sein, steigen für Projekte, die Web 2.0 (arghh, wie ich das Wort hasse!, aber es gibt nix Kürzeres) Instrumente in den Kommunikationsmix integrieren.
    Das Ziel: Kein Staatspreis ohne Weblog, Pod/Videocast, Wiki und das ganze andere Zeux 😉

  2. Ich schliesse mich Hr. Pirchner an, ein reiner Blog hat hier eine geringe Chance, aber im Rahmen der gesamten Kommunikation-strategie wird es vielleicht zum unverzichtbaren Tool und auch im Rahmen einer Einreichung sicher honoriert werden.
    Ich freue mich auf 2007, da wird sich in dieser Richtung auch in Österreich in den Marketing- und Kommunikationsabteilungen noch einiges bewegen..

  3. @Hannes: Die „Rekordzahl“ stammt nicht von mir, sondern dem Text der Presseaussendung des PRVA. Stimmt ja auch: Es gab seit Bestehen des PR-Staatspreises noch nie so viele Einreichungen (und es war auch das Niveau überdurchschnittlich hoch).
    Wer nur ein Blog einreicht, wird vermutlich eine eher geringe Chance haben, die Vorselektion zu überstehen. Die Anforderungen sind schon ein wenig höher.

  4. Dann reicht doch einfach nächstes Jahr all Eure Blogs zum PR Staatspreis ein, dann wird die heurige (ich zitiere Markus) ‚Rekordzahl von 37 Einreichungen‘ verhundertfacht und die Jury hat was zu tun. Immerhin bei den meisten von Euch doch auch PR Aktivitäten oder versteh ich da was falsch? :-)

  5. hallo ed. steht bei mir etwas anders, hoffentlich lieg ich nicht allzu schief. da scheint es einen zoff zu geben, wer an diesem projekt was gemacht hat, und in den mische ich mich ganz sicher nicht ein. mir riecht das nach verfeindeten agenturen oder so.
    ich hab persönlich nicht herumtelefoniert, sondern auf das knallgraublog verlinkt. wer weiter schnüffelt, kommt es auf böse streitereien in zwei oder drei anderen blogs, das hab ich aber jetzt erst gefunden. ich bin in eurer branche ja nicht soo’n insider. mfg m.

  6. @Ed
    Och, das ehrt mich :) Und was mein erweiterbares Verstaendnis angeht: Gerne. So lange ich nicht das Gefuehl habe, ein altes Pferd mit neuem Sattel zu reiten, bin ich fuer fast alles offen :)

  7. @Mike G.
    Überredet, ich kauf mir das Buch…Scherz ohne, ich gehe davon aus du wolltest dir einen Pressetext von der Seele reden. Aber mein Lieblingssatz ist der „Der vernetzte Einsatz unterschiedlicher, zum Teil noch wenig erprobter Kommunikationsinstrumente und die konsequente Evaluierung des Projekts sind absolut state of the art“ – das heisst also nur weil bei uns die gesamte PR-Syene Blogs (meins läuft seit 2000, wo bleibt mein Preis?= verschlafen hat, dann ist es state of the art. Die Insel der Seeligen..

  8. @ Stefan: also URL Peitsche hat dein Kommentar einmal keine verdient. Ich seh‘ das ähnlich, jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einmal finde ich es toll, das die Bloggerei auch in Österreich an Fahrt gewinnt. Andererseits wundert es mich schon ein wenig, wie easy es offensichtlich ist, mit neuen Anwendungen für Furrore zu sorgen. Da steht dann „Blog“ drauf und alle sagen staunend wow! Aber die Katze beißt sich hier buchstäblich in den Schwanz. Das eine geht halt derzeit noch nicht ohne das andere.
    @ Mike: Welch schöner präsidialer Text. Ging der als Aussendung raus 😉

  9. Zitat von PRVA Präsident Dr. Christoph Burckner
    Begründung der Jury:
    Welche Bedeutung haben die neuen online-Kommunikationsinstrumente weblogs und podcasts für die Realisierung von PR-Zielen? Mit einer wissenschaftlich vom Publizistik-Institut der Universität Wien betreuten Muster-Evaluation wurde im Rahmen dieses ausgezeichneten Projektes dieser Frage auf den Grund gegangen. Grundlage dafür war die PR-Begleitung eines Sponsoring-Projektes der BA-CA, das konzentriert auf weblogs und podcasts als Medien gesetzt hatte. Im Rahmen ihrer Gesamtkommunikation als „Bank zum Erfolg“ hatte sich die Bank Austria entschlossen, „Antartica 2005“ mit dem Österreicher Dr. Wolfgang Melchior zu unterstützen, der als erster Mensch in nur 40 Tagen ohne technische Hilfsmittel zum Südpol marschierte. Neben der Evaluation, deren Ergebnisse bedeutende Grundlagen für die gesamte PR-Branche liefern, war die Jury vor allem von einer exzellenten Integration des Sponsoring-Projektes in die Gesamtkommunikation des Unternehmens beeindruckt. In perfekter Übereinstimmung mit der Corporate Identity wurden Emotionalisierung, Dramatisierung und Zuspitzung des Claims Der Weg zum Erfolg erreicht. Der vernetzte Einsatz unterschiedlicher, zum Teil noch wenig erprobter Kommunikationsinstrumente und die konsequente Evaluierung des Projekts sind absolut „state of the art“.
    Weiters war der Weblog in diesem Projekt das Leadmedium für alle Medien – wortwörtlich wurden Beiträge in allen österreichischen Tageszeitungen, Rundfunk und ORF übernommen. Internationale Medien wie CBS, NBC oder FAZ und andere deutsche Medien wurden ebenfalls auf das Weblog aufmerksam und berichteten über das Ereignis. Die Koordination für print taugliche Fotos, Hintergrundinformationen usw. erfolgte über Weihnachten und Neujahr über das Weblog Team. Dieses Projekt zeigt sehr schön die Verzahnung von PR und „Neuer Kommunikation“ sowie die internationale Ausbreitung der Inhalte. Mit herkömmlichen PR-Tools wäre dieser Erfolg nicht gewährleistet
    lg m.

  10. Wahrscheinlich bekomme ich jetzt gleich eine mit der URL-Peitsche, aber ein Staatspreis für ganze sage und schreibe 48 Weblog-Einträge und 24 Podcasts? Wow und das noch bei einem Blog das „powered by Bank Austria“ ist – habe ich da etwas übersehen oder wo steckt da die ganze „ausgezeichnete“ Kreativenergie dahinter. Langsam bekomme ich das Gefühl wir haben wieder ’99 wo du nur „Interaktiv, Online, Web“ sagen musstest damit dir VCs die Tür eingerannt sind. Heute sage ich eben Blog und bekomme den Staatspreis. Natürlich verstehe, ich, dass es der Anerkennung von Blogs hilft – aber wenn schon, dann eines, dass auch ein bisserl mehr Energie investiert hat. So die Spiele sind eröffnet…