Fixing-Blog: Wenn Corporate Blogs sanft entschlafen

5. Januar 2007Am Fixing-Blog, des bekannten deutschen Dübelherstellers Fischer gibt es seit 21. November 2006 keinen Eintrag mehr, lese ich bei Don Alphonso. Dass es so ruhig wurde um das bekannte deutsche …


Am Fixing-Blog, des bekannten deutschen Dübelherstellers Fischer gibt es seit 21. November 2006 keinen Eintrag mehr, lese ich bei Don Alphonso. Dass es so ruhig wurde um das bekannte deutsche Corporate Blog ist gleich aus mehreren Gründen schade. Erstens weil es sich quasi um ein Vorzeigeprojekt handelt bzw. gehandelt hat und zweitens, weil es ein Blog darstellte, das einem Segment entstammt (Befestigungstechnik, Dübel, Schrauben, etc.) das man wohl nicht von vorne herein als blog-affin bezeichnen würde. Ja und dann waren da auch noch die Feierlichkeiten, die Congresse, auf denen das Vorzeige Blogprojekt herumgereicht wurde. Das sorgt nun für entsprechende Häme in der Bloggosphäre.

Andererseits: Ich selbst mache mir oft genug Gedanken darüber, ob mein Blog den Aufwand rechtfertigt. Ich gehe extrem kritisch damit um. Und jedesmal, wenn die Intervalle zwischen den einzelnen Beiträgen länger und länger werden, denke ich darüber nach, mache mir Druck, sage, das kann doch nicht sein, dass andere wie am Fließband super Sachen bloggen und mir nichts einfällt, ich gerade keine Lust dazu habe, andere Blogs zu lesen oder zu kommentieren, sosehr sie dies auch verdient hätten. Nun, bei mir ist es ja irgendwie egal, oder doch nicht? Und beim Fixing-Blog? Haben die eine Verpflichtung jeden Tag zu posten? Müssen die das tun, weil sie ein Corporate Weblog haben, das international als nutzenstiftendes Vorzeigeprojekt abgefeiert wurde? Und was hält die Blogmacher von Fischer, nennen wir sie hier doch einfach Fixer davon ab, heute oder morgen zur alten Form zurückzufinden, und statt fader Verlautbahrungen wieder das zu posten, was die vielen Leser (möglicherweise) vermissen? Eine andere Frage: Kann es sein, dass wir bei Corporate Blogs plötzlich andere Massstäbe ansetzen als bei anderen Kommunikationsinstrumenten? Ich denke das tun wir nämlich. Wir sind so darauf besessen, unsere Technorati Zahlen zu verbessern oder uns als Blog-Superstars im kleinen oder größeren Rahmen zu feiern, dass wir dabei ganz vergessen, was Blogs eigentlich sind oder für uns sein könnten. Ein Kommunikationsinstument nämlich, das uns hilft, uns geistig befruchtet, uns zum Nachdenken anstiftet, uns Feedback, Gedanken von anderen freihaus liefert etc. etc. Und eben nicht ein Tool, das uns Druck macht, das uns im Nacken sitzt, weil wir es als Kanal mißverstehen, der stets gefüllt werden muss wie ein Truthahn zu Thanksgiving.

6 Gedanken zu “Fixing-Blog: Wenn Corporate Blogs sanft entschlafen

  1. Hallo Ed, nun die Regeln geben wir uns wohl selbst vor. Und ich habe als „langsam Blogger“ bewusst von vornherein eine Regel für mich aufgestellt – „Lass mich bloss nicht den allgemeinen Ratgebern folgen“. Das heisst nun nicht dass ich nicht regelmässig schreiben will und tue. Aber: in „meinem“ Tempo, mit meiner „Regelmässigkeit“. Ich schaff auch täglich, muss ich nur die vielen Links die in Mister Wong stopfe kommentieren und aufs Blog stellen. Da will ich aber meine Gedanken verdichten und für mich (schön wenn auch für andere) verdichten und zum Kommentar freistellen. Und da ist die Publizierzwangssucht für mich nur hinderlich.

  2. Ed, danke für das Aufzeigen eines alternativen Blickwinkels. Mir geht es durchaus auch manchmal so wie Dir. Andere Dinge sich wichtiger und dass Bloggen bleibt mangels Lust und Inspiration auf der Strecke.
    Das Schöne ist, die Lust scheint immer wieder zu kommen (auch bei Dir) also ganz ohne, können wir wohl nicht leben – oder?
    Aber uns dadurch stressen lassen – sollten wir auch nicht!!!

  3. hallo Reini, danke für das positive Feedback. Wenn du Vertiefendes zum Thema Tourismusmarketing bzw. zum Einsatz von Social Software im Tourismus suchst, dann schau doch auch mal bei Karin Schmollngruber rein. http://passionpr.typepad.com/ Ihr Blog kann ich sehr empfehlen. Danke fürs Reinschaun!

  4. ….den aufwand rechtfertigt:
    ich beschäftige mich als touristiker auch mit dem thema – (zwar erst seit kurzem) weil ich überlege, wie ich „das ding“ im tourismusmarketing nutzen kann. deshalb
    #1: Ski2.0 war sehr interessant f mich
    #2: ich werde jetzt selber mal einen blog als „ersatz für eine webseite“ versuchen;
    ich war die letzten 3 tage sicher 20 mal auf deiner seite und komme wieder (du leistest sozusagen entwicklungshilfe vom dinosaurier zum greenhorn, mehr werd ich wohl nicht mehr erreichen)

  5. das ja kwatsch: die dübelfuzzis haben kein geld für gute blogger abdrücken wollen und dann geht son ding ein, wenn das von so contentluschen gem8 wird