US-Armee setzt auf Blog-Monitoring

7. Februar 2007Komme gerade von zwei Kundenterminen zurück. Es freut mich total, zu sehen, dass das Web 2.0 Thema auch hier langsam aber sicher ins Rollen kommt. Immer mehr Unternehmen denken darüber …


Komme gerade von zwei Kundenterminen zurück. Es freut mich total, zu sehen, dass das Web 2.0 Thema auch hier langsam aber sicher ins Rollen kommt. Immer mehr Unternehmen denken darüber nach, ob die Homepage alleine für die Kommunikation bzw. den Dialog mit den Zielgruppe noch ausreicht. Dabei immer wieder ein Thema, auch wenn meist nur von meiner Seite angesprochen, ist das Blog Monitoring. Der Blogger MarketingPilgrim hat hier ja bereits meinen All-Times-High Artikel zum Thema geschrieben. Mehr gibt es dazu wohl kaum zu sagen, wengleich die technischen Möglichkeiten des Monitoring natürlich laufend besser werden.

Edarmy

Dass das Thema wirklich wichtig ist, zeigt sich nun auch bei den US-Amerikanischen Streitkräften. Die Army hat eine eigene Armeeeinheit namens Army Web Risk Assessment Cell (AWRAC) gegründet, die darüber wacht, was Soldaten so alles bloggen. Dass sie sich dafür den Zorn der hoch angesehenen Electronic Frontier Foundation zugezogen hat (die nun sogar klagt), liegt auf der Hand. Geht es doch darum, mögliche Sicherheisrisken gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung abzuwägen. Keine einfache Aufgabe.

Bloggen bei der Army funktioniert so, dass sich jeder Blogger registrieren muss. Soldaten die im Irak eingesetzt werden, müssen ihre Websites bei der Leitung melden. Dies gilt auch für alle (!) die auf diesen Sites bzw. Blogs posten. Auch die Kommandanten der jeweiligen Einheiten sind dazu verpflichtet, die Inhalte der Sites vierteljährlich zu überprüfen. Laut Zeitungsberichten sind einige Postings bzw. Blogs von Soldaten durch die AWRAC bereits gekürzt, verändert oder sogar stillgelegt worden.

Ich bin ja grundsätzlich froh, mir nur über die Blog-Policies von Unternehmen den Kopf zerbrechen zu müssen. Und die Policy "Be" oder "blog clever" ist dafür noch immer ein guter Ausgangspunkt, wenngleich auch nicht immer hundert prozentig ausreichend. Dennoch ist es für so gut wie jedes Unternehmen ein absolutes MUSS, darüber bescheid zu wissen, wie es online "im Gespräch" ist. Social Media hin oder her: Das ist sozusagen die Hausaufgabe, die jedes Unternehmen erledigen muss.

via: FreeNewMexican
Technorati-Tags: AWRAC,Blogmonitoring, Webmonitoring 
Mehr zum Thema Blogs im US-Krieg zB bei WIRED

Ein Gedanke zu “US-Armee setzt auf Blog-Monitoring

  1. hallo ed,
    dank dir für die info und den bericht übers monitoring! freut mich natürlich auch das nun endlich die leute / firmen draufkommen das es „gut“ ist den markt etc auch übers internet zu beobachten. kann berichten das dies bis vor kurzem nicht selbstverständlich war – da hättest du deinen kundentermin (in kärnten?) noch zu „brauch ich eine Homepage“ gehalten 😉
    blogmonitoring ist meiner meinung nach im firmenbereich nur ein teil der markt und medienbeobachtung im internet – da sollte man auch das web 1.0 (foren etc.) nicht vergessen! siehe dazu den von mir entwickelte monitoring dienst unter http://www.eClipping.at – freu mich über eine diskussion!
    wie auch immer, hier noch ein sehr interessanter artikel aus der financial times: http://ftd.de/karriere_management/management/149694.html wo übrigens auch olaf nitz http://soso.onitz.de/ vorkommt – der beim super-barcamp kärnten einen vortrag über blogmonitoring gehalten hat – nochmals dank an dich, das team und die teilnehmer (auch olaf!) für die perfekte veranstaltung!
    wir sehen uns morgen zum frühstück,
    lg markus