Erfrischend anders! Wiener Grüne setzen auf Wiki

12. Februar 2007Eine absolut zukunftsweisende Idee haben die Wiener Grünen geboren. Bei den Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP, die in Österreich zu einer großen Koalition geführt haben war man ja nur Zaungast. …


Eine absolut zukunftsweisende Idee haben die Wiener Grünen geboren. Bei den Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP, die in Österreich zu einer großen Koalition geführt haben war man ja nur Zaungast. Das war den Grünen zu wenig. Kurz entschlossen stellte man das Ergebnis der Verhandlungen, das Koalitionsübereinkommen ins Netz. Aber nicht nur einfach so, schließlich haben das andere auch schon gemacht. Nein, man stellte das ganze auf die Basis eines Wikis (Wikipedia lässt grüßen), nannte das ganze "Neuverhandeln!" und lädt die grüne Community – und wohl auch ein paar eifrige Redakteure anderer Parlamentsparteien – dazu ein, das Programm aus grüner Sicht ordentlich zu diskutieren bzw. zu "verbessern".

Neuverhandeln

Also nochmal zum Mitschreiben: Das Regierungsprogramm als Wiki heißt, dass jeder, absolut jeder auf die Seite gehen kann und dort das Regierungsprogramm umschreiben und nach seinem Geschmack ergänzen kann. Das finde ich  äußerst intelligent und durchdacht. Und, darauf wollte ich eigentlich hinaus, es handelt sich dabei um ein sehr schönes, weil kreatives Beispiel, wie Social Media eingesetzt werden kann. Die Zeiten, in denen der online-gestützten Kollaboration enge Grenzen gesetzt waren (ohne HTML, der Programmiersprache des Internets ging im Web 1.0 nämlich so gut wie gar nichts), sind nun also entgültig vorbei. Nun kann durch Teilhabe aller neues Wissen lukreiert und ein nachhaltiger Diskussionprozess in Gang gesetzt werden. Und vom eingebrachten Wissen profitieren wiederum alle. Die einen stellen also das Regierungsprogramm online und freuen sich über einen gelungenen Coup in Sachen online Kommunikation. Die anderen ermöglichen Austausch, bieten zB mittels Wiki eine Hülle, einen Rahmen, binden andere ein und ermöglichen Teilhabe.

Social Media ist also mehr als die Summe der einzelnen Nutzer. Es ist Miteinander, es ist reger Austausch, es ist Geben, Nehmen und voneinander Lernen. Das ganze kann sich natürlich auch hinter einer Firewall, sprich im INTRAnet abspielen. Überhaupt keine Debatte. Man stelle sich vor, wie sinnvoll ein Wiki beispielsweise für eine Firma mit mehreren, räumlich voneinander getrennten Niederlassungen eingesetzt werden könnte. Jeder Mitarbeiter könnte so mit seinem Input einen wertvollen Beitrag leisten und gleichzeitig vom Wissen anderer profitieren.

PS: Vielleicht gibt es an dieser Stelle in naher Zukunft auch ein Interview mit den Machern des grünen Wikis. Ich bin dran.

Hier das Interview  mit Marco Schreuder zum Nachlesen: Download antworten_zu_neuverhandeln.pdf

5 Gedanken zu “Erfrischend anders! Wiener Grüne setzen auf Wiki

  1. „Das erste Wiki, WikiWikiWeb genannt, wurde vom US-amerikanischen Software-Entwickler Ward Cunningham entwickelt. Den Namen wählte er, da er bei der Ankunft am Flughafen auf Hawaii die Bezeichnung „Wiki Wiki“ für den dortigen Shuttle-Bus kennengelernt hatte. Dabei übernahm er die Verdoppelung, die im Hawaiischen für eine Steigerung („sehr schnell“) steht. Cunningham betrachtet Wiki weiterhin als eine Abkürzung für den eigentlichen Namen WikiWikiWeb.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki

  2. Hallo!
    Woher kommt der Name Wiki und was bedeutet er auf deutsch? Wenn ich den Namen Wiki hoere, sehe ich meinen Vater vor mir, wie er sich einen weissen Polster hinter den Ruecken legt und ihn am Strom ansteckt. Der Polster erwaermte sich und vibrierte leicht. Es war ein Massagepolster.
    Gruss schlagloch.