Web2.0 ist „Zaunstreichen“

18. Februar 2007Wer kennt sie nicht. Die fragenden Gesichter, die manchmal noch auftauchen, wenn das Gespräch auf das Thema Web 2.0 (hier dazu Wikipedia) kommt. Hä??! Was ist das nochmal? Hab das …


Wer kennt sie nicht. Die fragenden Gesichter, die manchmal noch auftauchen, wenn das Gespräch auf das Thema Web 2.0 (hier dazu Wikipedia) kommt. Hä??! Was ist das nochmal? Hab das noch nie gehört, heißt es das so manches Mal. In der aktuellen Ausgabe des Magazins brandeins hört sich die Erklärung des Terminus erfrischend einfach an und ist zudem absolut einleuchtend.

Zaun

Autor Wolf Lotter nimmt in seinem absolut lesenswerten Artikel "Elementarteilchen" für die Definition von Web 2.0 Anleihe bei Mark Twains Roman "Tom Sawyer" und erzählt daraus eine kleine Geschichte. Ein kleiner Junge hatte etwas ausgefressen. Zur Strafe musste er den Zaun seiner Tante streichen. Einen riesigen, ewig langen Zaun. Entsprechend widerwillig machte er sich ans Werk. Als ein Freund vorbekam um ihn zu hänseln, sagte der kleine Junge, wie viel Spaß es machen würde, den Zaun zu streichen. Und dass es toll wäre, an einem solch interessante und umfangreichen Projekt mitzuwirken, etc. Daraufhin wollte sein Freund, der ihn eigentlich ursprünglich nur ärgern wollte, nichts mehr anderes, als ebenfalls mitzustreichen. Viele andere Kinder kamen vorbei und auch sie wollten mit dabei sein, mitmachen am großen Zaunprojekt, das doch so viel Spaß machte. Sie "bezahlten" sogar dafür, dass sie nur ja mitmachen durften. Zitat aus dem brandeins-Artikel:

Mark Twain nannte diesen interessanten Vorgang "Das ruhmreiche Zaunweißen", ein lehrreiches Stück aus seinem Romanepos "Tom Sawyer". Das war 1876. Heute ist 2007, und diesen Prozess, an dem sich im Wesentlichen nichts geändert hat, nennt man Web 2.0.

Damit die Geschichte des Jungen besser "kommt" entweder brandeins kaufen bzw. warten bis die aktuelle Ausgabe hier im Volltext online gestellt wird, oder Tom Sawyer aus dem Bücherregal kramen. Aber nochmals: Die Teilhabe, der Spaß und die Lust darauf, an einem großen Ganzen mitzuarbeiten, ist doch wirklich ein Thema, das auch im Mitmach-Internet zu tragen kommt, oder?

3 Gedanken zu “Web2.0 ist „Zaunstreichen“

  1. hab den brandeins-artikel auch schon gelesen. die 10 punkte über die der autor schreibt (von unschärferelation bis gegenwartsmaschine) sind sehr up-to-date und auf den punkt. kein pseudogeschwatze über den web 2.0 hype sondern gute aufklärung für diejenigen, die noch versuchen zu verstehen, was da vor sich geht. empfehlenswert.

  2. > „Die Teilhabe, der Spaß und die Lust darauf, an einem großen Ganzen mitzuarbeiten, ist doch wirklich ein Thema, das auch im Mitmach-Internet zu tragen kommt, oder?“
    Absolut! Und auch die Tatsache, dass das was man tut, auch von jemandem wahrgenommen wird.