Under Pressure: Hillary auf YouTube

24. März 2007Spielerein für ein paar Technikverrückte! Brauchen wir nicht, ist doch bloß unseriös. Ach was, da kann ohnehin jeder sagen was er will. Technische Spielerei ohne jegliche Relevanz. So oder ähnlich …


Spielerein für ein paar Technikverrückte! Brauchen wir nicht, ist doch bloß unseriös. Ach was, da kann ohnehin jeder sagen was er will. Technische Spielerei ohne jegliche Relevanz. So oder ähnlich fiel und fällt wohl auch heute noch die Einschätzung mancher aus, wenn es um Blogs oder andere Auswüchse des Mitmach-Internets geht. Ein aktuelles Beispiel aus den USA sollte nun aber auch den letzten Schlafmützen die Augen öffnen. Hillary Clinton, aussichtsreiche Kandidatin der Demokraten, hat ein Problem. Ein YouTube-Spot (er ist eigentlich von Apple geklaut) zeichnet ein Bild, das sie in die Nähe des orwellschen Big Brothers rückt. Kalt, hohl und berechnend.

http://www.youtube.com/v/6h3G-lMZxjo
Schlappe 2,5 Mio. Menschen haben sich das Video nun schon angesehen und über 5.600 Menschen haben das Video kommentiert. Jetzt stellen Wahlkämpfe an sich eine Reihe aneinander gesetzter symbolischer Akte dar. Könnte man zumindest argumentieren. Und Image ist so wie so alles. Da tut ein solches Video ganz schön weh. Möglicherweise auch Hillarys Gegner Barack Obama, der über den Urheber des Videos und des nur schwer zu entkräftenden Zusammenhanges zwischen seinem Team und dem früheren Arbeitgebers des Mannes hinter dem Video ebenfalls unter Druck gerät. Was im letzten US-Wahlkampf mit  den Swift Boat Veterans for Truth und den dazupassenden TV-Spots begann (und John Kerry unter anderem die Präsidentschaft kostete), ich habe hier mal darüber gebloggt, geht nun also in den nächste Runde.

Ich bin schon gespannt, wie viele heimische Parteimanager und selbsternannte Profis für Polit-PR auch heuer wieder in die USA pilgern werden, um die Mutter aller Schlachten, den Präsidentschaftswahlkampf, ganz aus der Nähe zu betrachten. Um die Implikationen zu studieren, die Social Media im Bereich der politischen Kommunikation und Stimmungsmache haben, genügt jedenfalls ein Blick ins Internet.

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