Pressearbeit in eigener Sache???

5. Juni 2007Georg bekommt ja immer Hautausschläge, wenn er das Wort "Presseaussendung" nur hört. Viel zu verzopfte und zu wenig exklusive Info, klagt er. Info, die er nicht braucht, mit denen er …


Georg bekommt ja immer Hautausschläge, wenn er das Wort "Presseaussendung" nur hört. Viel zu verzopfte und zu wenig exklusive Info, klagt er. Info, die er nicht braucht, mit denen er nicht arbeiten kann / will, und die er aus Blogs so und anders viel früher bekommt, als sie ein Konzernsprecher (der sich als böser Kommunikations-Wauwau versteht) herausrücken will. Außerdem kommen auch noch hunderte pro Tag und verstopfen sinnlos seine Inbox. Nun ja. Da mag er zweifellos recht haben.

Andererseits erfüllen Aussendungen, gezielt und gut überlegt eingesetzt, mit Sicherheit auch ihren Zweck, bieten Information und Rückfragemöglichkeiten auf einen Blick und stellen ein durchaus probates Mittel zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung von Kommunikationsbeziehungen zwischen Sendern und Empfängern dar. Egal. Was ich eigentlich sagen will, ist Folgendes:

Ich überlege mit, ausgewählten Journalisten (relevanten Zielgruppen) ganau auf sie zugeschnittene Inhalte (relevante Botschaften) in Form von Presseaussendungen zukommen zu lassen. Quasi als Ed Wohlfahrt, der sich Gedanken zum Thema Social Media und Mitmach-Internet macht. Das ist der ganze Zauber. Und ich frage mich, was die LeserInnen dieses Blogs von dieser Idee halten…

Es geht mir NICHT darum, die ohnehin schon vollen Mailboxen leidgeprüfter Journalisten um ein zusätzliches Mail zu "ergänzen" nein! Es geht vielmehr darum, das Thema Social Media insbesondere aber seine Auswirkungen auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren bzw. auf die Kommunikationsbeziehungen insgesamt, Journalisten gegenüber in passender Form aufzubereiten und zu transportieren. Also darum, für die ganze Mitmach-Internet Kiste den Boden aufzubereiten, einen Dialog mit denen zu beginnen, die (noch) nicht Blogs lesen oder sich Gedanken darüber machen, was zum Himmel Social Media bedeuten könnte. Diesmal nur halt auf die klassische Schiene via Presseaussendung. Mich würde brennend interessieren, wie das die anwesenden Kommunikationsmenschen beurteilen. Also raus mit der Sprache! Ich habe mich mal sicherheitshalber mit kugelsicherer Weste und Stahlhelm adjustiert 😉

6 Gedanken zu “Pressearbeit in eigener Sache???

  1. Hallo Ed,
    Georg hat schon recht mit seiner Grundaversion gegenüber PA´s.
    Leider degradieren sich aber viele Journalisten in Ö selbst zum „braven“ Übernehmen von Aussendungen. Recherchieren bedeutet für viele, ein paar Aussendungen und Agenturmeldungen zusammenzufassen. Peinlich ist dann aber nur der oft gleiche Wortlaut, der von den Verfassern der ursprünglichen Werke gewählt wurde…

  2. hm… ich bin von der Aussendungs-Sache ja schon ziemlich weit weg gedanklich. Danke für eure Meinungen. die idee mit dem upgrade-programm von markus finde ich genial. ob man hier was machen sollte? ob das jemanden interessieren würde? ich weiß zB, dass die IV (Industriellenvereinigung) Journalisten auf Schulungen einladet, auf denen sie wirtschaftliche Zusammenhänge und anderes Grundwissen vermittelt bekommen. Die Redaktionen nehmen das für Nachwuchsjournalisten immer gerne an. Warum hier nicht auch das Thema Social Media forcieren und den Nutzen herausarbeiten, den sie für Journalisten haben bzw. die Veränderungen die sie mit sich bringen?

  3. @Ed
    Aber mit Presseaussendungen den Boden bereiten? Da glaube ich nicht daran. Entweder funktioniert das über das Blog oder das persönliche Gespräch.
    @Markus
    Ich würde sagen, über bestimmte Fragestellungen zu diskutieren, ist interessant. Über Social Media allgemein ist mir zu schwammig.

  4. Ich würde die Sache nicht über die Wahl des (der) Mittel angehen, sondern über die Zielsetzung. Was soll das Ergebnis sein? Dialog mit JournalistInnen über Social Media? Dann ist eine PA sicher nicht der richtige Weg. Wollen die Journos denn überhaupt über Social Media diskutieren (außer Georg ;-))? Mir scheint, das Bedürfnis ist in AT enden wollend.
    Wenn, dann musst du ihnen etwas bieten können, von dem die Journos glauben, dass es für sie unverzichtbar ist (oder zumindest nützlich). Auch dazu ist eine PA kein geeignetes Mittel.
    Vielleicht ein social network, in dem die Medienmacher von Media 1.0 auf Media 2.0 upgegradet werden?

  5. hallo Christian, ich denke da muss ich dir voll und ganz recht geben. Einen Dialog über Aussendungen bzw. in weiterer Folge Zeitungen zu führen, das machen doch nur unsere Politiker. Vielleicht könnte man damit aber so zusagen den Boden aufbereiten für einen daran anschließenden Dialog. Die Aussendung also quasi als Einladung dazu verstehen? Ich bin immer noch am Grübeln…

  6. Interessantes Thema, zu dem mir zwei Fragen einfallen. Ich weiß erstens nicht, ob man über Presseaussendungen einen Dialog führen kann und habe zweitens keine Ahnung, was relevante Botschaften bzw. auf mich zugeschnittene Inhalte sind.
    Ist es nicht viel spannender, Themen zu „entdecken“ und dann nachzufragen? Mir geht es zumindest so.
    Einen Dialog zu führen, halte ich für sinnvoll, aber per Presseaussendung?