Vertrauen verpflichtet

13. August 2007Das renommierte Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) widmet sich in einer aktuellen Studie dem Megathema Vertrauen. Logisch, dass man das Kind (also die Studie) auf den Namen "Vertrauen 2.0" taufte, klingt …


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Das renommierte Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) widmet sich in einer aktuellen Studie dem Megathema Vertrauen. Logisch, dass man das Kind (also die Studie) auf den Namen "Vertrauen 2.0" taufte, klingt doch gleich viel spannender.  Hier der Abstract. Aber die Ergebnisse sich echt ein Hammer. So gehen die Autoren davon aus, dass sich die Grundlagen des Vertrauens grundlegend wandeln. Während sich etwas die Vertrauensbasis damaliger Tage primär auf das Vertrauen in Personen, Familie und Verwandte gründete, so fußt Vertrauen morgen und übermorgen in sozialen Netzen sowie in den von Emanurel Rosen hier beschriebenen "weak ties" (schwachen Verbindungen). Waren es also bislang verstärkt direkte Kontakte, sprich Leute, mit denen wir enge Beziehungen pflegten (Familie, Freunde, nahes Umfeld), so sind es hinkünftig "die Freunde der Freunde", die uns beispielswiese bei Produktenscheidungen Hilfestellung bieten werden. Am meisten beeindruckte mich aber eine Zusammenfassung der Studie am Medialine Wissensforum. Autor Bernd Pitz schreibt hier

Nach wie vor, so das GDI, genießen Experten, Fachkräfte und unabhängige Organisationen eine hohe Glaubwürdigkeit – neben Familie und Freunden. Hingegen gehören “herkömmlichen Quellen wie Herstellerinformationen, Werbung und Ratgeber-Publikationen ebenso zu den Verlierern wie die Medien”. Die Medien hätten zwar weiter ein hohes Grundvertrauen, bei einer konkreten Kaufentscheidung spielten sie aber nur noch eine marginale Rolle.

Wow! Was angesichts solcher Sätze wohl Marketern und Werbern durch den Kopf geht?! Jenen Leuten also, die nach wie vor auf Masse – ergo! – Massenmarketing und Massenmedien setzen, damit wir ihre Produkte kaufen. Wie lange das wohl noch geht?

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