Von Almwiesen und Selbstzweifeln

28. August 2007Das Kärntenblog, ich führe es seit mehren Monaten gemeinsam mit Johanna, macht mir großen Spaß. Am liebsten würde ich nur noch dort bloggen. Das vertraute ich zumindest vor kurzem jemandem …


Das Kärntenblog, ich führe es seit mehren Monaten gemeinsam mit Johanna, macht mir großen Spaß. Am liebsten würde ich nur noch dort bloggen. Das vertraute ich zumindest vor kurzem jemandem an. Im Vertrauen sozusagen, weil es in diesem Blog, also dem offiziellen Ed Wohlfahrt Blog, hauptsächlich darum gehen würde, Kompetenz zu vermitteln, relevante Themen zu lancieren, kurzum, mich von meiner arbeitstechnisch professionellsten Seite zu zeigen. Das macht mal mehr und mal weniger Spaß. Manchmal gar keinen und manchmal ist es nur noch selbst auferlegte Pflicht für die man sich wenig erfolgreich verbiegt. Dann zieht wieder Sonnenschein auf und ich habe natürlich "immer schon" gewußt, warum ich das hier mache. Ich denke jeder Blogger kennt das. Zurück zum eingangs erwähnten Gespräch.

Mein Gegenüber hat mir damals mein Ansinnen, nur noch am Kärntenblog zu posten, nicht nur erfolreich ausgeredet, nein. Es hat mir auch erklärt, warum mir das Kärntenblog derzeit mehr Spaß macht. Nämlich deshalb, weil es dort immer nur um schöne Almwiesen, Geheimtips und nette lauschige Örtchen geht, an denen man es sich gut gehen lassen kann. Das Kärntenblog ist nett aber seine Inhalte sind nun mal nicht kontrovers. Da ist sozusagen alles easy und flutscht häppchenweise runter. Einen Schluck Most drauf und alles wird gut.

Im Gegensatz dazu werde ich am eigenen Blog kritisiert und stelle mich ungeschützt in die Auslage. Und das tut manchmal weh bzw. führt zu schlaflosen Nächten, oftmals zu Phantomschmerzen und zu thematischen Hirnschwangerschaften darüber, was thematisch nun "geht" und was nicht. Was mit einem Wort zu kontroversiell ist, anderen und mir Schaden zufügen kann oder was (noch) gut verträglich ist. Andererseits: Wer will ein handzahmes und schmeichelweiches Blog mir Veranstaltungstipps führen geschweige denn lesen, in dem meistens aus Tageszeitungen oder anderen Blogs abgeschrieben wird? Stimmt. Niemand! Und deswegen kann, nein, muss es am Ed Wohlfahrt Bog kontroversiell zugehen. Da das ganze für mich eben nur so Sinn macht. Ja, ich weiß dank Watzlawick dass es mir nie gelingen kann und wird, nicht zu kommunizieren. Ich tu das mit jedem Blog-Post und auch mit jedem, den ich  nicht schreibe. Aber ich habe mich zu dieser Auslage (als nichts anders sehe ich dieses Blog) entschieden, auch wenn es manchen vorbei schländernden Passanten nicht gefällt, was sie hier lesen und sie mich dafür kritisieren. Schluss-Satz fällt mir jetzt keiner mehr ein. Aber warum muss es einen solchen auch immer geben?

7 Gedanken zu “Von Almwiesen und Selbstzweifeln

  1. Vollkommen egal ob Selbstzweifel oder nicht – du hast eine Menge Stammleser. Auch mich.
    Weiter so: Kritisch dort wo es gehört – also hier – und Kärntnerisch im Kärntenblog – dort wo es so oft schöne Bilder von Almwiesen gibt, weil die gibt es halt einfach in Kärnten.

  2. It’s like running around the kitchen with your hair down.
    You’re never quite certain if it looks nice and you might end up leaving some strands in the food you cook, but it sure feels good.

  3. Hallo Eduard!
    Auch in Zeiten, als es noch kein Internet und keine Blogs gab, solche Zeiten hat es wirklich gegeben, hat es Zivilcourage bedurft um seine Meinung in der Öffentlichkeit zu vertreten. Wenn man eine Firma hat, dann ist man leicht verwundbar, dies war auch früher so. Ich habe es erlebt, dass man meine Rauminstallation auf einem öffetnlichem Platz entfernt hat und sie mir vor meine Geschäftstür gelegt hat. Für eine etwas andere Meinung hat es schon immer Standvermögen bedurft. Dies war nur ein Beispiel, solche gibt es einige.
    Gruss schlagloch.

  4. Auslage: ja, Blogs sind auf jeden Fall sowas, allerdings eine interaktive Auslage.
    Es ist eine Auslage, in die auch andere was reinstellen können, in der andere was rumschieben, verändern, auf den Kopf stellen können. Und das ist ja genau das Schöne, oder?

  5. Grundsätzlich steht es allen Bloggerinnen frei, ob sie aus ihrem Thema ausscheren, wie oft sie schreiben, wie lange, wie aktuell, etc. Ebenso, wie es allen LeserInnen offen steht, sich jederzeit auszuklinken.
    Die Gradwanderung liegt allerdings darin, ob die Inhalte dann noch dem eigentlichen Zweck, Sinn, Ziel gerecht werden.
    Du sagt, dass es beim „offiziellen Ed Wohlfahrt Blog, hauptsächlich darum gehen würde, Kompetenz zu vermitteln, relevante Themen zu lancieren, kurzum, mich von meiner arbeitstechnisch professionellsten Seite zu zeigen.“
    Die Frage ist, ob die (Summe der) Beiträge damit vereinbar ist, bzw. dieses Ziel unterstützt.
    Es wird potenzielle Kunden geben, die von den thematisch nicht passenden Themen abgeschreckt werden. Dafür machen andere Kunden vielleicht umso lieber Geschäfte mit dir.
    Kann doch sein, oder?