Innovationsmanagement bottom up!

14. Dezember 2007Es ist Freitag abend 21.45h. Keine gute Zeit zu bloggen eigentlich. Aber irgendwie kann ich mich nicht dagegen wehren. Wenn ich über etwas stolpere und weiß, dass ich darüber in …


Es ist Freitag abend 21.45h. Keine gute Zeit zu bloggen eigentlich. Aber irgendwie kann ich mich nicht dagegen wehren. Wenn ich über etwas stolpere und weiß, dass ich darüber in meinem Blog ein paar Worte verlieren sollte, dann muss getan werden, was getan werden muss. Soviel zur Einleitung.

Im Heftchen at.venture, es kam heute entweder verpackt in Kronenzeitung, Kleine Zeitung, Kärntner Tageszeitung, Standard, Klagenfurter oder Kärntner Wirtschaft ins Haus, lese ich ein Interview mit Nikolaus Franke, der sich an der WU Wien mit dem Thema Innovationsforschung auseinandersetzt. Auf die Frage, wie Unternehmen denn organisiert sein sollten, um erfolgreiche Innovationen hervorzubringen sagt Franke unter anderem Folgendes:

>> Die Organisation muss durchlässig sein, es muss zum Beispiel einen guten Kontakt zwischen den Abteilungen für Forschung und Entwickung (F&E) einerseits und dem Marketing andererseits geben. Schlimm wäre es, wenn die Entwickler etwas fertig entwickeln, das gleichsam über die Mauer zum arketing werfen und sagen: "Vertreibt das mal." Da können leicht produkte entstehen, für die es keinen Markt gibt. <<

Aber hallo! Kennen wir dieses Problem nicht von irgendwo her? Klar doch! Auf die Frage, wie Unternehmen diesen Problem vorbeugen, sagt der Innovationsexperte

>> Sie (die Unternehmen, Anmk.) müssen außenorietiert sein. Sie müssen ihre Kunden im Auge behalten, mit externen Experten etwa von Forschungseinrichtungen oder Universitäten zusammenarbeiten. Innovation passiert ja nicht im Geheimlabor im Keller, sondern überall. Unternehmen die sich nicht öffnen, werden kaum innovativ sein können. <<

Großartig! Da sage ich "Danke Herr Franke" um gleich darauf hin wieder in mein sattsam bekanntes Fahrwasser zu kippen und auf die Möglichkeiten von Social Media zu sprechen zu kommen. Es sind genau diese Tools, ja, ich spreche unter anderem von (Corporate) Weblogs, Wikis,  Audio- und Videopodcasts, sowie anderen Spielarten kollaborativen onlinegestützten Zusammenwirkens, die sich allesamt genau zu diesem Zweck wunderbar einsetzen lassen. Es geht nicht um die Rute nach dem Motto, wer sich nicht öffnet, wer sich dem offenen Dialog nicht stellt, wird gar fürchterlich vergehen (blabla). Es geht um nicht mehr oder weniger als um das aktive Gestalten von Strukturen und Prozessen, die in ihrer Gesamtheit Innovation erst möglich machen. Ich weiß, dass viele Unternehmen dieser Überlegung längst Rechnung tragen und vieles unternehmen, damit sich die oben erwähnte Durchlässigkeit einstellt. Alleine, mir sind erst wenige Unternehmen bekannt, die zur Erreichung dieser Zielsetzung ganz bewusst auf Social Media setzen. Aber das dürfte sich in absehbarer Zeit wohl ändern.

Genau wenn es um die von Franke zitierten Außenwirkungen von Unternehmen geht, genau wenn man Kunden oder andere wichtige interne und/oder externe Dialogpartner (auf Augenhöhe!) im Auge behalten, mit ihnen in Dialog treten oder bleiben will, bietet  das "neue" Internet eine Fülle von Möglichkeiten, die für das Innovationsmanagement absolut relevant sind und deshalb genutzt werden sollten. Anderenfalls kann wirklich der Fall eintreten, dass die Mauern des unternehmerischen oder universitäten Elfenbeinturmes so hoch werden, dass man kaum noch darüber hinaus sehen, geschweige denn denken kann. Es ist jetzt Viertel nach 10. Es hätte keine bessere Möglichkeit gegeben die letzten 30 Minuten zu verbringen. Gute Nacht!

Die Ausgabe 9/2007 von ad.venture mit dem ganzen Interview auf den Seiten 22 und 23 kann man sich als pdf. hier herunterladen

Ein Gedanke zu “Innovationsmanagement bottom up!

  1. Manueller TB […] In den letzten Tagen war ich mit meinen Gedanken woanders. Da habe ich in meinem Kopf mit mir selbst gebloggt und kommentiert. Jetzt habe ich wieder entschleunigt und stolpere über das hier: […]