Von ehrlichen Medien

21. Dezember 2007Martin Schobert von der Österreich Werbung hat mir von seiner letzten USA Reise ein wunderbares Buch mitgebracht. Ich habe ihm überschwänglich dafür gedankt. Das war aber alles noch zu wenig, …


Martin Schobert von der Österreich Werbung hat mir von seiner letzten USA Reise ein wunderbares Buch mitgebracht. Ich habe ihm überschwänglich dafür gedankt. Das war aber alles noch zu wenig, wie ich gerade drauf komme, da ich jetzt erst darin lese und auf Seite 19 angelangt bereits drei Textmarker verschlissen habe, so wissenswert sind die darin enthaltenen Tips für Travelblogger. Das Buch befeuert aber auch mein permanenten Nachdenken über Information und Kommunikation online wie offline bzw. die dafür am besten geeigneten Kanäle.

Dass es der textlastige Blogeintrag eigentlich nicht bzw. nicht mehr ist, der wahnsinnig überzeugt und die allgemeinen Blicke auf sich zieht, darin bestärkt mich Chris Clarke, der in seinem, im Buch enthaltenen Beitrag "Hotel Marketing Through Social Media" folgendes sagt:

Written reviews o Tripadvisor, for example, may be relevant and accurate but they are read often out of context, and without necessaarily having any trust (i.e. relationship) in the reviewer. Guest-generated pictures and videos of travel experiences on the other hand, are pretty hard to ignore. These types of medie are more revealing and "honest" than the written word alone (when the writer ist more or less anonymous).

Clarke impliziert damit also, dass es ehrliche und ehrlichere Medienformate gibt. Eine Überlegung, die meiner Einschätzung nach generell anzustellen ist, also nicht nur auf den Bereich Social Media im Tourismus beschränkt bleiben sollte. Wir, die Nutzer von Online Inhalten sind nämlich viel eher dazu bereit, zu glauben, was wir "mit eigenen Augen" gesehen haben. Und genau das ist es, was (Urlaubs-) Fotos und Videos in den Augen der Betrachter so überzeugend, so stark und so glaubwürdig macht.

Ich wurde vor einiger Zeit einmal gefragt, wie sich denn zB die Fotoplattform Flickr für touristische Zwecke einsetzen lassen könnte. So nach dem Motto, "wofür soll denn das wieder gut sein??" Und die Antwort darauf kann nur lauten: Es ist sehr relevant was sich hier abspielt. Es ist sehr relevant, wie eine Tourismusregion hier agebildet ist. Es ist wichtig, auch hier ein entsprechendes Bild abzugeben, die Macht der Bilder und die daran anknüpfende Kommunikation nicht zu unterschätzen. Und das ist einfacher als viele glauben. Hier geht es zur Anmeldung für einen Gratis-Account bei Flickr.

Fazit: Für 2008 habe ich mir nicht nur die Anschaffung einer Videocam vorgenommen. Ich nehme mir auch vor, was meinen Blog – bzw. das was davon in einigen Wochen noch übrig sein wird… – anlangt, mehr in Bildern und Videos zu denken. Schließlich will ich hier überzeugen und nicht langweilen.

3 Gedanken zu “Von ehrlichen Medien

  1. Wie gesagt, ich finde dass „honest“ in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist. Bilder können emotional eine große Wirkung entfalten, das ist richtig.
    Social Media sind aber meines Erachtens NICHT in erster Linie aufgrund von Medienformaten glaubwürdig oder nicht glaubwürdig. Viel zentraler ist die Kontext-Information. Und hier haben Social Media einen entscheidenden Vorteil: Die User sind miteinander vernetzt (mittels verschiedenster Mechanismen) und gerade dadurch entsteht Kontext-Information, die wertvoll ist, um subjektiv Glaubwürdigkeit einschätzen zu können.

  2. @ Chris: Ob Clarke „honest“ wohl deshalb unter Anführungszeichen genommen hat, um damit auszudrücken, dass es sich dabei nicht um Ehrlichkeit expressis verbis sondern vielmehr darum handelt, dass Bewegtbild mehr Eindruck hinterlässt und wahrscheinlich auch einen höheren Grad an Überzeugung bewirken kann, als das geschriebene Wort?

  3. Nein, nein, nein. Medien(formate) sind nicht von sich aus „ehrlich“. Das ist absoluter Unsinn. Mit (auch bewegten) Bildern wird genau so viel gelogen wie mit Worten. Richtig ist aber, dass Bilder oft stärker auf Emotionen wirken.
    Am Beispiel Tourismus: Du kannst vom gleichen Hotel Bilder machen, die sehr schmeichelhaft sind und solche, die es weniger sind. Ich glaube, dass die UserInnen die Glaubwürdigkeit von Hotel-Bildern (genau so wie von Hotel-Beschreibungen) nicht aufgrund des Medienformates sondern aufgrund anderer Kontext-Informationen bewerten.
    Ich hatte gerade gestern so eine Erfahrung: Gefallen haben mir diese Fotos http://www.gataccommodation.com/es/GatCities/hostal.asp?ID=1 eines Hostals in Barcelona. Letztlich haben mich diese Fotos http://www.tripadvisor.de/LocationPhotos-g187497-d271763-Hostal_Gat_Raval-Barcelona_Catalonia.html aber davon abgebracht zu buchen …