Hillary Clinton: Perfekte Inszenierung untermalt mit Social Media

16. Januar 2008Der erste Eindruck zählt. Das hat man zumindest schon irgendwo mal gehört. Und mein erster Eindruck von der Hillary-Seite (http://www.hillaryclinton.com/) ist der, dass mir die Kandidatin den Rücken zukehrt. Eine …


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Der erste Eindruck zählt. Das hat man zumindest schon irgendwo mal gehört. Und mein erster Eindruck von der Hillary-Seite (http://www.hillaryclinton.com/)
ist der, dass mir die Kandidatin den Rücken zukehrt. Eine Bildauswahl,
die ich nie und nimmer machen würde, schon gar nicht auf einer
politischen Site. Aber egal. In dieser Serie soll es ja um die Art und
Weise gehen, wie die Kandidaten im Rennen um die US-Präsidentschaft das
„neue“ Internet nutzen.

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Wie schon Barack Obama setzt auch Hillary Clinton voll auf
Emotionalisierung. Die Seite ist sehr videolastig (Hillary TV) wobei
jedoch auffällt, dass das Team dabei nichts dem Zufall überlässt. Der
überwiegende Teil der Videos ist perfekt geschnitten, musikuntermalt
und zeigen eine Kandidatin, bei der jeder Satz und jede Locke „sitzt“.
Bei einem Obama-Video, das ich mir gestern angesehen habe, hat sich der
Kandidat bei einer Townhall-Rede gleich zweimal verhaspelt. Das kam
irgendwie authentisch und sympathisch rüber, für mich zumindest.

Eines ist klar. Die Kandidatin sucht auf ihrer Site den direkten
Kontakt zum Wählervolk auf schnellstem Wege. So bietet die Seite
beispielsweise einen „Ask Hillary“-Bereich, in dem man ein Formular
ausfüllen und abschicken kann. Gleiches kann man machen, wenn man die
Kandidatin etwas mitteilen oder ihr unterstützende Worte übermitteln
oder einfach nur eine Idee mit ihr teilen möchte. Eine nette Sache für
Besucher der Seite, die es nicht unbedingt dialogisch haben wollen und
sich damit begnügen ein online Formular auszufüllen.

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Wie bereits Obama hat auch Hillary ihrer Kampagnenseite ein
komplettes Community-Tool eingebaut. Man geht in der politischen online
Kommunikation also in zwei Richtungen. Einerseits fungieren die
Kampagnen-Homepages als virtuelle Agora, andererseits docken die
Kampagnen auch an alles an, was es an Community-Seiten eben so gibt.
Hillary beschränkt sich auf die Big4 (MySpace, YouTube, Flickr,
Facebook) und ist zusätzlich auf Eons, einer Social Networking
Plattform für Leute ab 50+ vertreten.

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Interessant ist auch die Microsite Hillary Hub bzw. The Fact Hub.
Während letztere Seite tonnenweise Informationen zu allen erdenklichen
Issues bereithält, wirft Hillary Hub ein Auge auf die landesweiten
Newsnetzwerke und (!) auf die Bloggosphäre wobei erscheinende Artikel
auf der Seite zentral zusammengefasst werden. Zudem kann der Benutzer
entsprechende Infos sofort an andere weiterleiten, was in der Praxis
aber noch nicht so ganz klappt. Klickt man auf „Send to a friend“
öffnet sich ein eMail-Fenster mit einem Link der jedoch nicht auf den
betreffenden Blogpost sondern „nur“ auf die Site HillaryHub zeigt.

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Fototechnisch führt auch bei Hillary kein Weg an Flickr.com vorbei. Die
Bilderstrecke wurde auf der Site perfekt als Diashow umgesetzt. Dass
die Bilder bei HillaryClinton herself hochgeladen sein sollen, glaubt
aber nicht mal der Weihnachtsmann. Es sind diese Bilder, die die
Kandidatin sehr menschlich rüberkommen lassen. Als Betrachter bleibt
man hier hängen und "lernt Clinton im Gespräch mit anderen Leuten
kennen" bzw. bekommt diesen Eindruck zumindest perfekt vermittelt. Es
ist interessant zu beobachten, welche Macht diese – allesamt unperfekt
aussehenden – Bilder auf den Betrachter ausüben.

Auch Hillaries Weblog,
erreichbar über die Navigationsleiste, ist überaus interessant. Es ist
als Teamblog geführt, in dem Mitarbeiter der Kampagne ebenso bloggen
wie der Kommunikations-Chef oder der Chefstratege. Vom Ansatz her
intelligent gelöst und umgesetzt, da es sicher interessanter ist, zu
lesen, was diese Leute zur Kampagne zu sagen haben, als dass ein
Mitarbeiter unter dem Pseudonym „Hillary“ bloggt.

Summa summarum ist auf der Seite so ziemlich alles drin und dran,
wobei sehr stark mit Videos gearbeitet wird. Das ist nur logisch, da
sich komplizierte politische Inhalte so am besten oder am einfachsten,
sagen wir es so, aufbereiten / kommunizieren lassen. Über diesen Kanal
holt man auch wirklich alles an Überzeugungskraft aus dem Kandidaten
heraus, das dieser zu bieten hat. Die Auswahl der Videos bei Hillary
hat mich weniger überzeugt, da sie – zumindest für mich – die
Kandidatin zu geschönt und deshalb zu wenig sympathisch rüberkommen
lassen. Was das Thema Widgets aber auch die innovative Nutzung von SMS
anlangt, hat Obama die Nase vorne. Clinton jedoch überzeugt mit ihren
Microsites, mit denen sie ganz bewusst auf digitale Mundpropaganda
abzielt. Ich denke ich gebe dem offiziellen online-Zuhause von Hillary
7 von 10 Muffins.

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