Märkte sind Gespräche: Auch für Kühlgerätehersteller

21. Januar 2008Vor wirklich langer Zeit habe ich hier mal über meinen Kühlschrank gebloggt. Zugegeben, das ist nicht gerade ein Mega-Thema für ein Blog, das vorgibt, sich mit online Relations und anderen …


Vor wirklich langer Zeit habe ich hier mal über meinen Kühlschrank gebloggt. Zugegeben, das ist nicht gerade ein Mega-Thema für ein Blog, das vorgibt, sich mit online Relations und anderen Kommunikationsfragen auseinanderszuetzen. Aber ich hatte diesmal wirlich einen Grund dazu.

Von Zeit zu Zeit schaue ich mir mal die Logfiles meines Blogs an. Ich sehe hier, woher die Leute kommen, die mein Blog so über den Tag besuchen. Viele kommen natürlich über Google. Klar, Google mag Blogs gerne (zwar nicht mehr so wie noch vor ein paar Monaten aber immerhin). Und zu sehen womit die späteren Besucher meines Blogs die Suchmaske auf Google füttern, ist wirklich interessant und ich denke für Unternehmen wie Bauknecht, Miele, Whirlpool, Gorenje & Co (um beim meiner Kühl-Gefrier-Kombi zu bleiben) alles andere als unwichtig. Man möchte nämlich gar nicht glauben, wie viele Leute ähnliche laute Kühlgeräte haben wie ich. Und wenn sie sich nicht mehr zu helfen wissen, dann googeln sie mal kurzerhand, sprich, sie geben auf Google ein: Kühlschrank+Knackgeräusche und bekommen dieses Ergebnis oder "kühlschrank macht lautes geräusch" und bekommen das hier.

Der eingangs angeführte Blogpost, der sich mit meinem lauten Kühlschrank befasst ist heute so was ähnliches wie eine Anlaufstelle für die, die Fragen zu ihrem lauten Kühlschrank haben oder Wissen mit anderen teilen wollen. Und DAS kann für Unternehmen ja wirlich nicht ganz irrelevant sein, wenn sich hier ihre (!) Komenten über ihre (!) Marken austauschen, sich an andere  Nutzer wenden (anstatt wie früher an die betreffende Firma, den Kundendienst, etc.) und sie nach ihren Erfahrungen fragen, etc. Hier bewahrheitet sich, was Levine, Locke, Searls und Weinberger im mittlerweile legendären Buch The Cluetrain Manifesto – The end of business as usual schreiben: Märkte sind Gespräche.

Alleine die auf meinem Popel-Blog diskutierten Marken haben das noch nicht begriffen, die haben noch nicht erkannt, dass sie bereits längst im Gespräch sind. Ich denke, dass ihnen dieser Umstand nicht einmal egal ist bzw. dass sie daran überhaupt noch keinen Gedanken verschwendet haben. Nun, das ist auch ziemlich egal. Der Kunde 2.0 ist König und erstellt, holt und teilt  seine Informationen zunehmend online wo und mit wem er will. Eine für Markenartikler schmerzvolle Erfahrung, das Heft so aus den Händen genommen zu bekommen, so viel steht fest. Aber manchmal ist es besser, schmerzlich zu lernen als gar nicht.

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