Mike Huckabee: Der online Panzer

28. Januar 2008Der Super-Thuesday am 5. Feber naht mit riesen Schritten. Höchste Zeit also an meiner Serie über die Web-Auftritte der Kandidaten zur US-Amerikanischen Präsidentschaftswahl weiter zu machen. Heute ist der Republikaner …


Der Super-Thuesday am 5. Feber naht mit riesen Schritten. Höchste Zeit also an meiner Serie über die Web-Auftritte der Kandidaten zur US-Amerikanischen Präsidentschaftswahl weiter zu machen. Heute ist der Republikaner und ehemalige  evangelikale Prediger Mike Huckabee an der Reihe. Und an dieser Stelle nur so viel: Er hat es Social Media technisch wahrlich in sich!

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Sein offizielles Wahlkampf zu Hause sieht auf den ersten Blick nicht sonderlich sensationell aus. Sie hat alles was eine Wahlkampfsite so haben muss und was auch schon bei Hillary, Barack oder Romney von mir beschrieben wurde. Aber ein näherer Blick auf das Blog des Kandidaten und dessen annähernd drei Kilometer lange Blog-Roll "Bloggers for Huckabee" lässt bereits erkennen, dass Huckabee sich anschickt, unter den Kandidaten für das Weiße Haus um die online-Hoheit mitzukämpfen. Und das im wahrsten Sinnen des martialischen Wortes.

Im Vergleich mit den anderen bereits beschriebenen Kandidatenseiten fällt auf, dass Huckabees-Kampagnenseite nicht so sehr vor Video-Inhalten strotz. Natürlich sind sie vorhanden, keine Frage! Doch sie finden sich vergleichsweise sparsam eingesetzt in einem Untermenü des Newsroom. Klar sind YouTube, Facebook, Flickr, MySpace sowie die Event Plattform Eventful mit dabei. Richtig Power enfacht Huckabee social Media technisch jedoch mit einer jungen Truppe, die von den 19-jährigen Zwillingsbrüdern Alex und Brett Harris und Bill Goins angeführt wird.

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Gemeint ist die online laufende Grassroot-Kampagne die unter dem Namen Hucks Army daherkommt und auf die drei Säulen Glauben, Familie, Freiheit setzt. Stolze 15.228 Leute hat die Bewegung laut eigenen Angaben bereits rekrutiert. Keine Schwache Leistung! Und weiters interessant ist die Tatsache, dass Hucks Army so gar keine Anbindung zum Kampagnen-Headquater aufweist bzw. lediglich als inoffizielles Grassroot Headquater fungiert. Da ist kein Button von Huckabee.com, nichts das irgendwie auffallen würde. Die beiden Harris Brothers managen nicht nur die ganze Grassroot-Kampagne die parallel zur offiziellen Huckabee Campaign läuft, sie schreiben nebenbei auch ein Buch, das, wie könnte es anders sein "Do Hard Things" heißt.

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Für die derzeit landesweit stattfindenden Meetings auf denen für den Kandidaten geworben, telefoniert, plakatiert oder was immer wird, machen die Alex und Brett massiv Gebrauch von der US-amerikanischen Veranstaltungsplattform Meetup. Über das ganze Land wurde ein Netz an Vertrauenspersonen organisiert, die als lokale Ansprechpartner fungieren. Darüber hinaus gibt es fixe Verantwortliche für die divesen Social Networking Seiten. Der hohe Vernetzungsgrad hilft Huckabee aber nicht nur Kosten sparen. Der Kandidat hat nämlich nicht so viel Kohle, als dass er in allen 24 Staaten, in denen am 5. Feber Vorwahlen stattfinden flächendeckend mit Wahlkampfbüros und anderer Infrastruktur hätte vertreten sein können. Genau um diese Agenden kümmern sich nun die Twins, die dafür eben mal kurz in die virtuelle Welt von HucksArmy und den angrenzenden Social Networking Sites ausweichen. Das funktioniert dann beispielweise so, dass zu einem Meetup am Montag am Sonntag ein eMail an 200 Mitglieder der Grassroot-Bewegung ausgeschickt wird. Mit dem Resultat, dass sich am nächsten Tag ca. 500 Personen in den Dienst des Kandidaten stellen. Absolut Unvorstellbar, wie geschmiert die online Kampagne läuft. Es bleibt abzuwarten, wie stark der Kandidat letztlich davon profitieren kann. Ich verteile mal schnell 10 von 10 ob der Professionalität und Bibelfestigkeit furchterfüllten Muffins.

Auf WIRED gibt’s mehr zu den Zwillingen
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