Obama Girl: Politische Kommunikation off the beaten track

4. Februar 2008Politik ist trocken. In der Kommunikaiton politischer Inhalte geht es um Fakten, die sich die handelnden Akteure in Form von OTS-Meldungen um die Ohren hauen. Stimmt, aber doch nicht ganz. …


Politik ist trocken. In der Kommunikaiton politischer Inhalte geht es um Fakten, die sich die handelnden Akteure in Form von OTS-Meldungen um die Ohren hauen. Stimmt, aber doch nicht ganz. In meiner kleinen Serie über die Homepages der Kandidaten zur US-Präsidentschaft schrieb ich viel über Videos. Videos, die zumeist in mausgrauen Anzügen daher kamen und ein Issue mehr oder weniger emotional abarbeiteten. Mit Videos politisch kommuniziert wird derzeit aber auch anders. Mit sexy Outfits, runden Kurven und mit einer gehörigen Portion Witz. Barely Political (kaum politisch) mit einem Wort.

http://www.youtube.com/v/wKsoXHYICqU&rel=1
Dabei sind die offensichtlich unpolitischten Handlungen die jeder von uns von Zeit zu Zeit setzt – also sich etwa Thomas Gottschalk reinzuziehen anstatt sich in der lokalen Community zu engagieren – sehr häufig politischer als uns allen lieb sein kann. Zurück zum Thema! Obama Girl saß selbstverständlich bereits auf der Couch von MSNBC. Millionen haben sich das YouTube Video angesehen. Publizität ohne Ende. Ach ja: Und Wasser natürlich auf die Mühlen der Obama Kampagne ohne Ende.[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=IoYeX1Ngf5Y&rel=1]

Es sind sehr oft subjektive Motive, Dinge die wir uns und anderen gar nich so verständlich machen können, die uns in der Wahlzelle den einen Kandidaten ankreuzen lassen während wir den anderen strafen. Und das Bauchgefühl dass die Late Desider in der Zelle dann befällt, setzt sich aus vielen kleinen Puzzelteilen zusammen. Interessant wäre es jetzt natürlich, die 5,7 Mio. Leute zu fragen, wie ein Kandidat für sie rüberkommt bzw. wirkt, der ein Pinup dazu bringt voll auf ihn abzufahren? Als Womanizer etwa? Was ich sagen will ist, dass bei den Obama Girl Videos mehr mitschwingt als ein paar runde Formen, die YouTube- gerecht verpackt werden. Ein Umstand, der nicht zuletzt auch sichtbar wurde, als plötzlich ein online Video auftauchte, dass genau in jene Kerbe schlug, die für Hillary Clinton damals das größte Problem darstellte. Sie wurde als zu berechnend, kühl, autoritär und was weiß ich noch alles gesehen. Und genau darauf zielte das Video ab.
http://www.youtube.com/v/6h3G-lMZxjo&rel=1
Wie politisch muss also politische Kommunikation heute sein oder anders gefragt: Wie wirklich ist die Wahlkampf-Wirklichkeit auf YouTube?

Ach ja: Für alle die sich mit Politik und politischer Kommunikation auseinandersetzen sei auch das Polit Camp in Graz ans Herz gelegt. Man sieht sich dort!

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