Richtig umgehen mit Bloggern: Ogilvy PR macht sich Gedanken

7. Februar 2008Ogilvy PR hat sich Gedanken über ein heikles Thema gemacht. Wie soll man mit Bloggern umgehen? Und meist sind es bekanntlich die einfachen Fragestellungen, die sich dann als harte Nüsse …


Blogger_pr

Ogilvy PR hat sich Gedanken über ein heikles Thema gemacht. Wie soll man mit Bloggern umgehen? Und meist sind es bekanntlich die einfachen Fragestellungen, die sich dann als harte Nüsse herausstellen, die sich in der Realität – sprich im PR-Alltag – scheinbar schwer umsetzen lassen. Aber zurück an den Start. Ogilvy – ich muss bei diesem Namen ja meistens an die Freundin von Wiki denken aber egal – hat Guidelines für den Umgang mit Bloggern herausgegeben. Und das finde ich ja schon mal ziemlich gut. Auch eine große PR-Agentur kann schließlich nicht davon ausgehen, dass alle ihre MitarbeiterInnen Affinität zum Thema Social Media haben. In seinem Einleitungsstatement schreibt Rohit Bhargava, Vice President, Interactive Marketing warum es wichtig ist, den Umgang mit anderen Bloggern zu beherrschen:

One of the more frequent questions clients are asking is how to get bloggers to talk about products, services or ideas.  It can be a tricky question to answer, because bloggers vary so widely in what they write about and how open they are to PR-style pitches.

Das kann ich voll und ganz unterschreiben. Sehn wir uns die einzelnen Richtlinien mal genauer an:

Bevor Sie mit ihnen Kontakt aufnehmen:
Lesen Sie den Blog

nona! Wer über Hundefutter bloggt und mit einer Aussendung über das neueste Computerprogramm belästigt wird, ist sauer. Gut zu wissen also, wen ich hier kontaktiere, worüber er schreibt, etc.

Berücksichtigen Sie Trackbacks und Kommentare
Hm… Ogilvy schreibt dass Blogger ganz verrückt danach wären bzw. dass Trackbacks und Kommentare die nach außen sichtbarsten Zeichen für den Erfolg eines Blogs wären.  Es ist meiner Meinung nicht ganz falsch, tifft aber auch nicht immer und überall zu. Warum? Ich kenne einige Bllogger, denen es total egal ist, ob sie für 100 Leute, für 1.000 oder für sich alleine schreiben.

Blogger sind Experten
Und folglich sollte man sie auch als solche behandeln. Wieder hm… Klar schreiben Blogger zumeist für "ihre" passion based audience. Dass sie dieser Umstand jedoch genuin zu Experten werden lässt, kann ich jetzt nicht voll unterschreiben. Schon gar nicht dann, wenn wir den LongTail nach hinten wandern. Zudem lassen sich die Themengebiete von Bloggern – und damit ihr Expertenstatus – ja auch nicht klar fassen.

Es geht nicht immer nur um die Leserschaft
Also, es geht nicht immer nur darum, ob ein Blogger zB das von der PR-Agentur gelieferte Material dazu nutzen kann, seine Leserschaft auszweiten. Es geht auch darum, dass ihn das betreffende Material persönlich interessiert.

Bloggern gratis Produkte zukommen zu lassen ist ok
Hm… das kann alles auch gewaltig nach hinten losgehen. Beispiele dafür gibt es ja zuhauf. Das klappt wirklich nur dann, wenn man extem darauf achtet, dass alles doppelt und dreifach sauber abläuft und mit keinen wie immer gearteten Abhängigkeiten bzw. Erwartungen einher läuft.

Sein Sie sich darüber im Klaren, wer sonst noch über sie spricht
Klar, ich schicke einem Blogger Unterlagen zu diesem oder jenem Produkt preise es über den grünen Klee, verschweige aber, dass es dazu tonnenweise negativer Foreneinträge gibt.

Vergesssen Sie ihr altes PR-Handwerkszeug nicht
Das ist eine gute Idee. Es kann schließlich kein Fehler sein, über die Mechanismen und Hintergründe klassicher Public Relation(ships) bescheid zu wissen :) Dass all diese schlauen Regeln in der von Ogilvy betreuten Kampagne "Stopp dem Gebärmutterhalskrebs" aber leider für den Kübel waren und hier hier und hier eine Latte nagativer Postings nach sich gezogen haben ist eine andere Sache.

aufgelesen beim PR-Kloster

2 Gedanken zu “Richtig umgehen mit Bloggern: Ogilvy PR macht sich Gedanken

  1. super dass du noch immer nicht aufgegeben hast dieses blog zu lesen. ich schätze deinen input sehr schlagloch. er hat mir noch jedes mal zu denken gegeben. beste grüße und danke!

  2. Hallo Eduard!
    Ich habe nicht gewusst, dass wir Blogger eine umworbene Spezies sind. Ich habe bis heute noch keine Proben für Katzenfutter bekommen, auch keine Bücher über Philosophie oder Literatur zum Besprechen. Kommt vielleicht noch, wenn sie nicht kommen macht auch nichts. Riecht nach Arbeit und Bloggen soll Spass machen.
    Gruss schlagloch.