ceetobee: Deeskalation als Geschäftsmodell

13. Februar 2008Autos tun nicht immer so wie sie sollen. Zickende Zentralverriegelungen die den Lenker aussperren, Sitzheizungen die gleich das ganze Auto abfackeln, so mancher kann davon ein Lied singen. Karl Schniz …


Ceetobee

Autos tun nicht immer so wie sie sollen. Zickende Zentralverriegelungen die den Lenker aussperren, Sitzheizungen die gleich das ganze Auto abfackeln, so mancher kann davon ein Lied singen. Karl Schniz hat zehn Jahre als Unternehmensberater in der Autoindustrie Erfahrung gesammelt und startet nun mit einem Unternehmen namens "ceetobee – the feedback company" durch. Und das ganze klingt mehr als spannend. Was also tut ceetobee? Auf der Unternehmensseite heißt es dazu: ceetobee

hört zu: als die zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um‘s Auto. Sie haben eine konkrete Beschwerde? Äußern Sie Kritik, Lob, Anregungen und Ideen für Hersteller, Händler, Werkstätten, Tuner, Autogasumrüster, Versicherungen, Mineralölfirmen und die Politik!

ceetobee sorgt in weiterer Folge aber auch dafür, dass Lob oder Kritik auch wirklich dorthin gelangen, wo sie hin sollen. Nämlich direkt zum betreffenden Autohersteller. Das Argument des Gründers und Masterminds ist einleuchtend und interessant zugleich: "Ein Problem löse ich nicht damit, dass ich es im Web diskutiere". Gemeint ist das zB so, dass ein Kunde wie hier geschehen von einer Autofirma mies bahandelt wird und dies in sein Blog schreibt oder anderswo online publiziert. Häufig kann dadurch nämlich wenig bewegt werden. Ok. man hat Dampf abgelassen aber so what?! Schon gar nicht kann damit die Lösung eines konkreten Problems herbeigeführt werden. Das Unternehmen erklärt es so:

ceetobee leitet Ihr Feedback weiter: im Gegensatz zu Blogs und Foren erreicht Ihre Botschaft direkt den Adressaten.Wir informieren Sie über den Übermittlungsstatus, kontaktieren Sie bei eventuellen Rückfragen und benachrichtigen Sie, wenn das betreffende Unternehmen eine direkte Rückantwort an Sie senden möchte. Für Ihr Feedback bekommen Sie Punkte!

Das Geschäftsmodell von ceetobee sieht nun so aus, dass sich Automobilhersteller ein Abo nehmen können, mit dem sie auf die gesammelten und qualitätsgesicherten (also auch gegengecheckten) Infos von ceetobee zugreifen können. Laut Schniz geht es  darum, eine Lösung zu finden, ohne gleich die Eskalationsstufe hinaufzuklettern und an einem Punkt anzukommen, an dem von beiden Seiten her nichts mehr geht.

Ich finde den Ansatz echt interessant. Klar kann man darüber diskutieren, ob Schniz damit recht hat wenn er sagt, dass ein Problem nicht damit gelöst wird, in dem man im Web darüber diskutiert. Ich beispielsweise habe damit schon so manches kleineres Problem zB. am Apple auf 1-2-3 gebacken bekommen. Andererseits ist der Ansatz auch wieder interessant, da er ja impliziert, dass Blogs vor allem im Long Tail nicht immer jene Wirkung erzielen (können), die ihre Verfasser anstreben. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Unternehmen die hier im Gespräch sind oft nicht im Traum daran denken, an der Diskussion teilzunehmen. Von einer angemessenen Reaktion oder gar einer Problemlösung ganz zu schweigen.

Gesehen bei BrandKraft und Ethority

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.