Salzburg Land Tourismus goes Web 2.0

19. Februar 2008Hab heute Vormittag mit Iris Lehner der Projektkoordinatorin von ONE BIG PARK, einem Projekt der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG) telefoniert. Interessant was denen so alles einfällt, während sich andere …


Hab heute Vormittag mit Iris Lehner der Projektkoordinatorin von ONE BIG PARK, einem Projekt der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG) telefoniert. Interessant was denen so alles einfällt, während sich andere Landestourismusgesellschaften so wunderbar selbst beschäftigen. Aber lassen wir das! Laut Lehner ist es ja bislang unique, dass sich eine ganze Landesgesellschaft ins Web 2.0 aufmacht. Ein Grund mehr, sich das Portal mal genauer anzusehen.

Onebigpark

Für mein Dafürhalten steht mal ganz schön viel drauf auf der ersten Seite. Hat man sich von dieser Info-Watsche mal erholt, freut man sich über den links oben auf der Site drapierten Finder, der einen auf ziemlich colle Art und Weise dorthin bringt, wo man hin will. Einfach die Regler verschieben. Nette Funktion. Am Portal kann man natürlich wieder mal alles machen, Bilder hochladen, sich vernetzen, kommentieren, taggen, bewerten, etc. pp.

Interessant für mich war aber der Hintergrund des Projektes, dem einige Marktforschung vorangegangen sein dürfte. Circa ein Jahr lang wurde an der Marke gebastelt, seit Oktober des Vorjahres werken unter anderem die Unternehmen Elements und pinzgau.com an der Umsetzung. Die Strategie der SLT zielt dabei in zwei Richtungen. Einerseits auf das Publikum 50+ andererseits auf die 14 bis 24 Jährige, die man eben mit One Big Park ansprechen will. Interessant ist, dass man durch die Ansprache der Bordergeneration gleichzeitig aber auch etwas für die Silversurfer der Generation 50+ tut. Die kommen nämlich lieber in eine Region die sich "jung" anfühlt und auch das entsprechende Publikum anzieht. Da fühlt man sich halt gleich viel besser respektive jünger wenn man am Lift mit Red-Bull schlürfenden Teens ansteht, klar eigentlich!

Sltbild_3

Natürlich setzt man User generierten Inhalt, natürlich will man auch Authentizität und hat sich folglich auch dazu entschlossen, Kommentare beispielsweise zu Hotelbetrieben grundsätzlich nicht zu löschen. Klar ist zumindest meiner Meinung aber auch, dass die Authentizität immer mehr flöten geht, je mehr es um Buchungen und den Verkauf von Peketen geht. Aber laut Lehner droht von dieser Seite her keine Gefahr, da man der Community ein ehrliches  Angebot unterbreitet und dies von Anfang an auch klar kommuniziert.

Interessant auch, wie man die Internet-Generation, die mit ihren Blogs, MySpace, LastFM und Facebook Accounts bekanntlich über das ganze Web verstreut ist zum Wechsel auf One Big Park bewegen will. Open ID, automatischer Daten Import und Export (Content Syndication) – daran wird derzeit noch fieberhaft gearbeitet so fieberhaft dass die Site heute um 12.15h  offline ist – sollen dazu beitragen, die User herbeizukarren und die kritische Masse zu erreichen. Dass das nicht leicht wird, gibt Lehner unumwunden zu, aber man bemühe sich eben.

Auch im Plattform-Marketing wendet sich One Big Park vertrauensvoll an seine User. Die Frage wird sein, ob ihnen das so immer auch recht sein wird. Beispiel: Wenn man auf die Plattform ein Video hochladen wird, wird dieses (so sieht es das AGB vor) von der Plattform für den Zweck des online Marketings genutzt (das kennt man bereits). Was heißt das? Das bedeutet, dass der Content entsprechend adaptiert und dann auch auf einer anderen Plattform gepostet wird bzw. werden kann. Man darf gespannt sein, ob das wirklich alle wollen.

4 Gedanken zu “Salzburg Land Tourismus goes Web 2.0

  1. Also ich stehe eigenen Tourismus-Communities weiter kritisch gegenüber. Ein automatischer Dateninmport via Open-ID ist zwar eine intelligente Idee, dennoch:
    Warum soll jemand, der auf Studi-VZ mit seinen Uni-Freunden netzwerkt, seine Daten in ein Community des Salzburgerlandes importieren? Nur weil er/sie in den Semesterferien dort urlaubt? Und wenn die Studentin zu Ostern aufs Insbrucker Hafelekar Boarden geht? Dann wünscht sich die Tirol Werbung, dass sie ihre Daten, ihre Netzwerk-Kontakte etc in die Tirol-Community importiert? Da Snowboarder sich auch im Sommer bewegen wollen und unsere Beispiel-Studentin auch auf Windsurfen in Griechenland steht importiert sie dann zum Dritten Mal ihre Online-Reputation und sein Online Netzwerk in Naxos-Boarding-Super-web2.0-VZ?
    Die Antwort liegt wohl auf der Hand.
    @ Ed – was unterscheidet deiner Meinung nach One Big Park von Alpenglühen oder CoolAustria?
    Mein Fazit: Statt selbst viel Budget und Hirnschmalz in die Entwicklung eigener Social Web Communities zu stecken, sollten Destination Management Companies Ihre Ressourcen auf bestehende Content- oder Netzwerk-Communities fokussieren. Wie wäre es z.B. eine Salzburg-Fangruppe auf TripAdvisor, Holiday-Check oder Studi-VZ zu gründen?

  2. Früher hab ich was gelesen und dann den Schreiber angerufen um meinen Senf dazu abzugegeben. Im web2.0-Zeitalter tut man das posten – ich glaub ich hab was gelernt.
    Also: Österreich, das Salzburger Land und somit auch unser schönes Lammertal sind oft damit konfrontiert, als „verstaubte“ Destination wahrgenommen zu werden. Dabei zeigt z.B. die Lammertalstatistik einen Kinder- und Jugendanteil von 20% im Sommer und 28% im Winter.
    Outdoorangebote sind in zahlreichen Facetten vorhanden, eine entsprechende „Verpackung für Junge Menschen“ schadet daher nicht. MTV-Beiträge sind auch schneller geschnitten als der Musikantenstadel. Ob der Aufbau einer Community gelingt, wie lange der Spannungsbogen aufrecht erhalten werden kann, welchen Nutzen die Community-Mitglieder innherhalb der Zeit zwischen den Urlauben erhalten, das wird die Zukunft zeigen.
    One Big Park hat zumindest das Potential von der WoW-Generation als Reisedestination wahrgenommen zu werden.