Blogger Relations a la Pleon

18. April 2008Was in den Sphaeren des Mitmach-Webs fuer Werber und Marketer gilt, gilt insbesondere auch fuer PR-Agenturen: Sie betreten Neuland. Der Frage wie man mit Bloggern umgehen soll ist dabei eine …


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Was in den Sphaeren des Mitmach-Webs fuer Werber und Marketer gilt, gilt insbesondere auch fuer PR-Agenturen: Sie betreten Neuland. Der Frage wie man mit Bloggern umgehen soll ist dabei eine nicht unwesentliche. Gestern bekam ich eine Presseaussendung von der Deutschen Post zum fuer mich denkbar unspannendem Thema "DHL startet internationale Initiative "Discover Logistics" und wundete mich sehr.

Wie kann es sein, dass ein PR-Mensch wie ich eine Presseaussendung von so hoher Stelle bekomme?? Nachdem ich auf mein eMail von gestern bislang keine Antwort bekam, frage ich heute mal nach. Was mich naemlich interessierte war, ob ich die Aussendung vielleicht nur deshalb bekommen habe weil ich blogge. Die freundliche Dame der PLEON Berlin sah diesen Umstand als einen mehrerer moeglicher Gruende fuer die Aussendung an mich. Sie sagte es sei bei Pleon mittlerweile gaengige Praxis, in Abstimmung mit der hauseigenen Abteilung Online Relations (hoert hoert!) ausgewaehlte Blogger zu kontaktieren, fuer die das Thema der betreffenden Aussendung moeglicherweise interessant sein koennte. Dies geschieht jedoch so, dass man diese vorher telefonisch kontaktiert und fragt, ob dies auch gewuenscht sei, was in diesem Falle unterblieb.

By the way: Mir geht es hier nicht darum, auf eine Agentur hinzuhacken. Auch ich habe mit Sicherheit schoen des oefteren Aussendungen an ganz falsche Personen geschickt. Kann passieren, klar. Sollte aber nicht vorkommen.
Steht in jedem "PR-Fuer-Dummies"-Buch. Mir geht es darum, die offensichtlich gaengige Praxis von PR-Agenturen im – zugegebenermaßen – schwierigen Umgang mit der Dialoggruppe Blogger nachzuzeichnen bzw. hier zu diskutieren. Und ich denke, dass die Pleon daneben haut, wenn sie mir nichts dir nichts Blogger mit fuer sie irrelevanten Informationen beschickt. Ich weiß, es ist keine Absicht und die Tatsache dass ich eben beschickt wurde bietet mir erst die Moeglichkeit, hier darueber nachzudenken…

Es gibt Kollegen, die von Presseaussen an Blogger generell abraten. Ich teile diese Ansicht, wiewohl die Meinungen hier auseinander gehen koennen. Fakt ist jedoch, dass vor einer wie immer gearteten Kontaktaufnahme der PR-Agentur mit einem Blogger, das Lesen des betreffenden Blogs stehen sollte. Warum? Weil man nur so abschaetzen kann, ob die betreffende Information fuer den betreffenden Blogger von Interesse oder Nutzen sein koennte. Die Annahme naemlich, dass einen Blogger der ueber PR bloggt automatisch PR-Meldungen interessieren, wuerde ich naemlich nicht so ohne weiteres teilen.

Auch den Telefonanruf vor der Versendung einer Presseaussendung finde ich nicht unbedingt brickelnd. Warum? a) Weil ein Anruf doch recht offensiv ist b) weil mich dies als PR-Arbeiter nicht vom ToDo befreit, mich vorab zu informieren, worueber der betreffende Blogger so schreibt c) weil man Blogger Relations einfach nicht verstanden hat, wenn man einen Blogger anruft um ihn dann genau den gleichen Mist unterzujubeln, den man mit dem selben Tastenklick auch anderen 700 (Buerger-) Journalisten schickt. Wie koennte die Loesung aussehen? Darueber werde ich in einem anderen Blogpost schreiben :)

Der Pleon sage ich danke a) weil sie mich zum Nachdenken gebracht hat b) weil mein Kontakt am Telefon sehr offen und freundlich war und c) weil sie mit ihrer Vorgangsweise anderen PR-Treibenden dabei helfen, ihre Herangehensweise an das Thema Blogger-Relations zu hinterfragen bzw. zu optimieren. Wie gesagt: Das Thema ist relatives Neuland. Und Neuland will bekanntlich erschlossen werden. Schritt fuer Schritt.

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4 Gedanken zu “Blogger Relations a la Pleon

  1. Mein Eindruck ist: Derzeit ist beliebter Blogger-Sport auf unerwünschte Presseinformationen hinzuhacken. Klar, diese Aktion ging offensichtlich wirklich sehr daneben.
    Aber wie lässt sich das wirklich handhaben? Momentan habe ich den Eindruck, dass es wirklich nichts als Ärger bringt, Presseinformationen an Blogger zu versenden. Vielleicht braucht es wirklich ein neues Tool wie eine „Social Media Information“ – aber wie sähe die dann aus?

  2. Hallo Ed,
    da ich mich erst letztens in epischer Breite 😉 zu genau dem Thema geäußert habe – magst Du vielleicht einen Blick auf mein Blog oder auf http://www.pr-guide.de werfen wo Du genau zu der Problematik einen Artikel findest. Ich bin prinzipiell genau Deiner Meinung – mit dem Unterschied, dass ich der Meinung bin, dass ein Anruf manchmal eben doch das geeignetere weil persönlichere Mittel sein kann. Davor gehört jedoch die Pflicht: Wissen wen ich anrufe, mir klarwerden ob derjenige Interesse an dem Thema hat, und ihn erst dann kontaktieren. Wenn ich jemanden anrufe, geht es mir dann aber auch nicht darum ihn am Telefon vollzusabbeln, sondern nur die Interessenslage und das weitergehende Vorgehen im beiderseitigen Interesse zu klären. Heisst es dann: Kein Interesse! ist das eine Aussage die als Solche verstanden wird.
    Grüße, Bastian

  3. Mich hat es auch „getroffen“. Ich als Blogger würde erwarten
    a) es gibt Social Media News, deren RSS-Feed ich abonniert hätte, weil das Unternehmen / Branche mich interessiert oder
    b) eine *persönliche* Anfrage via Email, ob ich überhaupt Interesse habe.
    Ist halt wie im richtigen Leben 2.0
    – die Kunden suchen die Unternehmen oder
    – die Unternehmen unterhalten sich mit dem Kunden (persönlich, direkt)
    Wenn ich mich mit jemandem unterhalten will, dann falle ich auch nicht gleich mit dem Produktkatalog ins Haus :-)

  4. Blogger Relations: Getroffen und doch daneben

    Ed Wohlfahrt wurde getroffen: Er erhielt eine Presseaussendung der Deutschen Post via Email. Ed wunderte sich, war neugierig und fragte nach, als er auf eine Emailanfrage keine Antwort erhielt (Relations a la Pleon):
    Was mich n&aum…