onlinePR braucht Regeln!

25. April 2008Durch die US-Klatschpresse geistert gerade das Gerücht, Nina Garcia, die Mode-Hohepriesterin der renommierten Modepostille Elle wäre hinausgeworfen worden. Mein Gott, soll vorkommen. Interessant ist an der Sache ist, dass die …


Ninagarcia
Durch die US-Klatschpresse geistert gerade das Gerücht, Nina Garcia, die Mode-Hohepriesterin der renommierten Modepostille Elle wäre hinausgeworfen worden. Mein Gott, soll vorkommen. Interessant ist an der Sache ist, dass die nicht weniger renommierte Agentur Rubenstein Public Relations für Garcia spricht. Als nun in den online Gossiping-Foren das Gerücht auftauchte, Rubenstein PR würde im Namen seiner Celebrity-Kundin Mitarbeiter einsetzen, die auf verschiedenen US-Blogs under cover für sie posten, griff dies Shel Holtz hier auf. Mit dem Resultat, dass sich wenig später dieser Kommentar bei ihm einstellte. Nicht von irgend einem Mitarbeiter, nein! Vom Boss höchst persönlich. Sauber gemacht. Was steht das?

Our company policy – which everyone here signs – is to ID who you are and who you work for when posting a comment online (…). When we post, we believe in full transparency because it’s both the right thing to do and it’s good business. Steven Rubenstein / Rubenstein Associates

Wir lernen: Rubenstein betreibt eMonitoring und dieses funktioniert. Es dauerte nicht einmal einen Tag bis auf das Blogpost eine Antwort eintraf. Geantwortet wurde nicht von einem "Schmiedl" wie wir in Österreich salopp sagen würden, sondern vom Schmied, dem Boss selbst. Drittens offenbart uns Steve Rubenstein sein Verständnis von Offenheit und Transparenz, wenn er seine MitarbeiterInnen offenbar sogar unterschreiben (!) lässt, dass sie, wenn sie posten, sagen MÜSSEN, wer sie sind und für wen sie arbeiten. Das finde ich einigermaßen geschickt, dies bei der Unterfertigung des Dienstvertrages gleich mit hineinzupacken. Um sich als PR-Agentur vor derlei Dingen zu schützen ist eine Blog-Policy meiner Einschätzung nach äußerst ratsam. Auch in PR-Agenturen soll es ja vorkommen, dass Dinge in bester Absicht aber dennoch komplett daneben bzw. nicht von der Führung abgesegnet passieren. Gut, wenn man sich dann als Chef hinstellen und sagen kann, diese Fake-Kommentare können gar nicht von uns sein, denn wir haben dafür verbindliche Regeln. Oder sagen wir es so: Es gibt meiner Meinung nach ein wesentlich besseres und professionelleres Bild ab.

Nachschlag: Ehrensache, dass Holtz die schnelle Reaktikon von Steven Rubenstein dazu veranlasste, hier nochmals in Sachen Garcia & Rubenstein PR Stellung zu nehmen. Diesmal positiv.

Noch etwas in Sachen "Macht der Blogs": Meine Suche nach "rubenstein pr" lieferte auf google.com folgendes Ergebnis. Der Rubenstein-kritische Blogpost rangiert im Suchergebnis derzeit auf Platz 3, direkt unter dem offiziellen online-Zuhause der Agentur.

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7 Gedanken zu “onlinePR braucht Regeln!

  1. so kann man es sehen, ich sehe es aber nicht so. faken bring nichts, ist unredlich und im grunde bescheuert, weil kurzssichtig. ich will hier gar nicht sagen, dass man sich wenn man es denn tut nicht erwischen lassen soll (was hiermit geschehen ist) weil es eine art augenzwinkern darstellt für eine sache die nicht entschuldbar ist, da sie in einer seriösen herangehensweise an die materie social medien imho nichts verloren hab. danke fürs reinschauen!

  2. @Matthias: Beteuerungen im heutigen PR-Geschäft. Ich denke es geht hier schon um Standards, wenn sich zB. der PRVA dazu entschließt im Sinne der Professionalisierung verbindliche Regeln zu setzen und seine Mitglieder (also Agenturen) dazu verpflichten, so ist diese auch eine Ansage. Dass es sich dabei nur um einen symbolischen Akt handeln kann, ist aber klar. Aber besser ist es sicher, man grenzt bzw. sichert sich gegenüber gewissen Praktiken ab, keine Frage. Ich jedenfalls würde eine Agentur „mit dem nassen Fetzen“ davonjagen, die mir gegenüber zum Ausdruck bringt „sie hätte die Foren schon im Griff oder könnte hier oder da ein wenig nachhelfen“.
    @ Martin: hm… diese Ausnahme „außer es handelt sich um private Mitteilungen“ macht das schön geschnürte Paket dann wieder auf, Gibt es den Text irgendwo online. Würd ich mir gerne ansehen.

  3. Wir haben genau diese Transparenz in den Codex des PRVA aufgenommen:
    „Beiträge in Foren, Blogs und anderen Online-Medien im Auftrag von Unternehmen oder
    Institutionen müssen authentisch sein und unter dem wirklichen Namen des Absenders erfolgen
    – außer es handelt sich um private Mitteilungen.“

  4. Hallo Ed,
    natürlich ist das ein geschickter Schachzug von Rubenstein, das steht ausser Frage. Ich würde auch sagen „sowas mache ich nicht und kommt überhaupt nicht in Frage“, aber was ist denn schon so eine Beteuerung wert im heutigen PR Geschäft?
    Und wenn die Kommentare von Rubenstein gesteuert wären, was solls! Moralisch mag es verwerflich sein, juristisch ist soetwas kaum angreifbar, in der Realität gängige Praxis, das weiss ich auch persönlicher Erfahrung. Diese Erfahrung bezieht sich explizit NICHT auf Rubenstein, mit denen hatte ich noch nicht zu tun.
    Grüße aus der Lilalaune Welt -,)