SPÖ macht Rechnung ohne Polit-Blogger

30. Juni 2008Die SPÖ demonstriert mit ihrem Schwenk in der EU-Frage derzeit eindrucksvoll, dass man auch noch im Liegen prima umfallen kann. Es ist mir schleierhaft, wie man sich „Onkel Hans“ und …


Die SPÖ demonstriert mit ihrem Schwenk in der EU-Frage derzeit eindrucksvoll, dass man auch noch im Liegen prima umfallen kann. Es ist mir schleierhaft, wie man sich „Onkel Hans“ und seiner Krone so an den Hals werfen konnte. Darf man Insidern glauben, war der SPÖ-Schwenk in Sachen Vertrag von Lissabon von langer Hand geplant und hätte zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert werden sollen. Nun wurde es ein Brief, der von Gusenbauer und Faymann exklusiv über die Krone „gespielt“ wurde.

Warum es nun aber doch schnell gehen musste, hat mit Joachim Riedl, dem Österreich Chef der „Zeit“ und seinem Blogpost „Desperate Houswifes in der SPÖ“ zu tun. So schnell kann es gehen und so strikt kann keine Kommunikationsdisziplin gar nie eingehalten werden, dass manchmal nicht doch etwas durchsickert. Insofern hat dieser Post dann doch wieder mit Social Media zu tun und ich muss mich nicht fürchten, hier als Polit-Agitator rüber zu kommen.

Was ich los werden will ist, dass mich der Schwenk der Sozialdemokraten zutiefst anwidert und dass ich es für unentschuldbar halte, dass sich politische Funktionsträger Medien wie der Kronen Zeitung gegenüber so anbiedern, bloß um im Sinne von „Catch all“ der veröffentlichten und damit der vermeintlichen öffentlichen Meinung besser gerecht zu werden. Es muss in diesem Land möglich sein, eine politische Linie zu verfolgen, die nicht mit jener des Dichand Clans konform geht. (Europa-) Politik ist auch das Bohren dicker Bretter. Hier geht nichts auf die Schnelle, mit dem Kopf durch die Wand oder kleingeistigen „mir san mir“-Parolen. Und mit populisitischen Reflexen einer Regierungspartei geht in dieser sensiblen Frage schon überhaupt nichts!

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