PR Club Kärnten: Rest in Peace!

1. Juli 2008Gestern ereilte mich folgendes eMail, das mich über das Ableben des PR Clubs Kärnten informierte. Liebe Freunde des PR Club Kärnten! Mit Bedauern haben wir ein äußerst geringes Interesse an …


Gestern ereilte mich folgendes eMail, das mich über das Ableben des PR Clubs Kärnten informierte.

PR Club Kärnten
Liebe Freunde des PR Club Kärnten!


Mit Bedauern haben wir ein äußerst geringes Interesse an der für den 26. Juni geplanten Diskussionsveranstaltung „PR Club Kärnten: Finale oder Vorhang auf?“ feststellen müssen. Es ist uns offenbar nicht gelungen, ausreichend Neugier und Engagement für die Zukunft des PR Club Kärnten zu wecken. Wir sehen uns daher leider gezwungen, die Diskussionsveranstaltung abzusagen, die ja dazu angesetzt wurde, um die Notwendigkeit des Clubs und die Zukunft zu besprechen.


Als weitere Konsequenz gebe ich im Namen des gesamten Vorstandes unseren Rücktritt und die Auflösung des PR Club Kärnten bekannt. Gemäß den Vereinsstatuten wird der Vorstand in den nächsten Wochen die entsprechenden Schritte in die Wege leiten und den Verein entsprechend der Satzung auflösen.


Der PR Club Kärnten beendet somit nach erfolgreichen 22 Jahren seine Funktion als Interessensvertretung der Public Relations in Kärnten. Im Sinne des Grundgedankens des PR Club Kärnten hoffen wir auf ein Aufleben der Standesvertretung und eine Neuorganisation eines Clubs, der die Interessen der PR-Treibenden Kärntens vereint und fördert. Im Namen des gesamten Vorstands wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren PRTätigkeiten!


Mag. Michael Slamanig

Obmann i. A. des Vorstandes des PR Club Kärnten

Als Kärntner PR Treibender lässt mich die Auflösung des hiesigen Clubs natürlich nicht kalt. Aus diesem Grund möchte ich mich in den kommenden Tagen hier am Blog auf Spurensuche begeben. Damit möchte ich unter anderem den Fragen nachgehen, woran es gelegen hat, dass sich der Club nun auflöste, welche Vertretung die Kärntner PR-Treibenden haben wollen oder ob die kleine PR-Szene Kärntens gar den Club hat, den sie verdient, nämlich gar keinen. Fragen über Fragen. Vielleicht gibt es hier bald auch einige Antworten.

10 Gedanken zu “PR Club Kärnten: Rest in Peace!

  1. @ Kommentar Dr. Karl Nessmann von gestern, 23. Juli 2008 um 20:26:33:
    Kommentar wurde auf sein Ersuchen hin vom Blog genommen
    Ed Wohlfahrt

  2. eine PRVA Landesgruppe Kärnten… das klingt gut. Sehr gut sogar. Werde mal in Linz bzw. OÖ nachfragen wie das dort so klappt in der Praxis. Ich denke auch dass es neben dem Presseclub Carinthia eine Vertretung der Kärntner PR-Branche brauchen würde. Alles jedoch vor dem Hintergrund einiger Tatsachen, an denen nicht zu rütteln ist:
    a) Die relative Überschaubarkeit der Branche in Kärnten
    b) dem Desinteresse einiger zentraler Akteure der Branche womit immer dieses zu tun haben mag und last but not least auch damit, dass
    c) das Thema Professionalisierung hierzulande imho ein noch immer mehr als zartes Pflänzchen darstellt. Das sind nur einige Rahmenbedingungen, unter denen eine PRVA Landesgruppe Kärnten ihre Arbeit aufnehmen müsste. Aber vielleicht liegt ja genau darin der Reiz.
    Nachschlag: In einem MAD Heft gab es mal eine Karikatur: Darauf zu sehen war ein Mitarbeiter von Mobil / Exon nach dem Tankerunfall mit einem öltriefenden Seevogel in der rechten und einem in der linken Hand. Darunter stand „Es gibt viel zu tun – packen wir’s an“.

  3. Hallo hier spricht der Präsident!
    Wir vom PRVA sind nicht erfreut, dass der PR Club Kärnten eingestellt worden ist. Ich denke so wie es bereits hier diskutiert worden ist: Leider braucht es eine gewisse Größe, dass solche Verbände am Leben gehalten werden können. Das Freiwilligenengagement nimmt einfach ab und daher braucht es ein paar Vollzeitler die die Arbeit machen. Die rechnen sich aber erst ab einer bestimmten Größe.
    Wir laden euch in Kärnten ein nachzudenken ob ihr nicht eine Landesgruppe des PRVA, wie Markus es vorgeschlagen hat, gründen wollt. Wir haben das sehr erfolgreich in Linz gestartet. Der Vorteil liegt darin, dass Ihr Ressourcen aus Wien nützen könnt (Büro, Sprecher etc.) Der PRVA wiederum kann mit mehr Mitgliedern rechnen. Wir trachten auch dass ein Teil der Mitgliedsbeiträge zurück an die Landesgruppe geht, so dass die Landesgruppe auch wirklich vor Ort für die Mitglieder etwas tun kann. Wir würden gerne in jedem Bundesland eine Landesgruppe haben. Lets talk.

  4. @Markus Pirchner: Den Vorschlag mit der PRVA-Landesgruppe find ich ziemlich gut. Insbesondere, weil ich davon ausgehe, dass eine Branchenvertretung v.a. die Professionalisierung einer Branche vorantreiben soll (und das hat die PR nötig) – und insofern ist es dann eben umso besser, wenn hinter einem regionalen Branchenverband auch ein professioneller nationaler Verband steht…

  5. „Ketzerische“ Frage: Warum sich nicht einem bereits bestehenden Verband anschließen? (Disclaimer: Ich bin Mitglied des PRVA, war auch 6 Jahre in dessen Vorstand, schreibe hier aber meine private Meinung).
    Ich hatte vor kurzem Gelegenheit, mit einer Reihe von RepräsentantInenn europäischer PR-Verbände zu sprechen, u.a. auch über die Frage, wie man PR-Verbände professionell führt. Es ist ziemlich offensichtlich, dass jene Oranisationen am erfolgreichsten – auch und vor allem im Sinne der Mitglieder! – sind, die wie ein Unternehmen geführt werden, d.h. von einer Geschäftsführung und bezahlten Mitarbeitern.
    CIPR (UK): fast 10.000 Mitglieder, 40 fest Angestellte, umfangreichstes Leistungsangebot; hat „chartered“ Status, d.h. wird von Regierung und Verwaltung konsultiert in allen Belangen der Kommunikation.
    Schweden: 5000 Mitglieder, 12 Angestellte, umfangreiches Leistungsprogramm.
    Es ist aber keineswegs eine Frage der Größe (allein): der spanische Verband (DirCom) hat – wie z.B. der PRVA – „nur“ 500 Mitglieder, aber 8 angestellte MitarbeiterInnen und ist sehr erfolgreich (+200 Members in 3 Jahren!).
    Allerdings ist es AUCH eine Frage der Größe, da unterkritisch große Organisationen in der Regel nur auf der Basis ehrenamtlicher Tätigkeit funktionieren. Den möglichen Aktivitäten sind aber Grenzen gesetzt, da die notwendigen Budgets nicht linear mit den Erträgen aus z.B. Mitgliedsbeiträgen wachsen, sondern beinahe exponenziell.
    Clay Shirky beschreibt zwar in seinem jüngsten Buch „here comes everybody“, dass die Transaktionskosten für die (Selbst)organisation gegen Null tendieren, leider gilt das nicht im gleichen Maß für ein mögliches Service- und Leistungsprogramm einer Organisation.
    Aus meiner Sicht (und ich höre schon die Einwände gegen alles, was aus dem „Wasserkopf Wien“ kommt :-) überlegenswert wäre eine Stärkung des nationalen PR-Verbandes, z.B. in Form einer „Landesgruppe Kärnten“ des PRVA, d.h. Selbstorganisation auf regionaler Ebene, aber gleichzeitig von der Infrastruktur, den nationalen Aktivitäten und – nicht zuletzt – den internationalen Beziehungen profitieren.
    Ist natürlich nur so ne Idee … 😉

  6. Ich finde das „Ableben“ wirklich schade – hoffe aber gleichsam dass etwas neues, evtl. auch größeres entsteht – die pure PR hat mich noch nie so angesprochen. Bin gerne bei Gründergesprächen dabei 😉

  7. hey ed, hier ein kleines bisschen „spurensuche“: meiner erfahrung nach benötigt jeder verein einfach eine oder mehrere personen, die sich für das ganze mit begeisterung, herzblut und zeitaufwand (ehrenamtlich) einsetzen…
    …dies hat beim pr club meines erachtens gefehlt. es gibt zwar einen sehr kompetenten vorstand, der sowohl in punkto praxis als auch wissenschaft/theorie überaus professionell und deshalb sehr gut besetzt ist. aber: wenn (aus beruflichen gründen) niemand zeit hat, sich um den verein zu kümmern, rührig zu sein und eine begeisterung einzubringen, dann ist es klar, dass über jahre hinweg die netzwerke austrocknen und die mitglieder wenig begeisterung an den – selten stattfindenden – veranstaltungen haben…
    ABER: das soll jetzt keine personelle kritik an irgendeinem vorstandsmitglied sein…
    UND: dass die kärntner pr eine aktive branchenvertretung braucht, steht außer frage.

  8. Wie ist deine Interpretation der Ablebens-Gründe? Aus der Entfernung (immerhin liegen eine Menge Berge zwischen Wien und Kärnten) kann ich mir keinen Reim darauf machen. Wenn ich einen europäischen Rundblick riskiere, registriere ich eigentlich eher einen Trend zur Organisation in PR-Verbänden; erhebliche Zuwachsraten allenthalben, auch beim PRVA.
    Vor einer Neugründung – in welcher Form auch immer – wäre eine gründliche Analyse interessant. Willst nicht ein Qustionnaire hier auf deinem Blog einbauen? 😉

  9. @ notlose Selbstbeweihräucherung gewisser Personen: Was meinst du damit genau? Über Namen für einen neuen Club mache ich mir derweil noch keine Sorgen. Stelle mir vielmehr die Frage, woran der Tod des PR Clubs gelegen haben mag. Aber ein Kaffee geht sowieso immer.

  10. Also mein Bedauern hält sich in Grenzen. Mit ein paar Bekannten aus der Branche hab ich mir schon ein paar mal überlegt, ob man sowas nicht selber aufziehen sollte. Ohne die notlose Selbstbeweihräucherung gewisser Personen, die die Realität längst überholt hat.
    Wie wärs … treffen wir uns mal auf einen Kaffee und diskutieren wir die Möglichkeiten eines „Challenger Club Carinthia“?