Wie Corporate Blogs Sinn machen

6. Juli 2008Tragen sich Unternehmen mit dem Gedanken ein Corporate Weblog hochzuziehen, stellt sich früher oder später die Frage nach den zur Vergügung stehenden Ressourcen und nach den über das Blog zu …


Tragen sich Unternehmen mit dem Gedanken ein Corporate Weblog hochzuziehen, stellt sich früher oder später die Frage nach den zur Vergügung stehenden Ressourcen und nach den über das Blog zu transportierenden Inhalten. Diese Aufgabenstellung gelingt den Corporate Blogs, die ich lese, darunter unter anderem der Opel Insignia Blog, der Raika Ökoenergie Blog, der Teeblog, der Syscomm Blog, der Daimler Blog oder das von Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank betriebene Blog auf unterschiedlichen Niveaus unterschiedlich gut. Bloggen ist eben ein Prozess, ein dauerhaftes Bemühen. Mal gehts besser, mal schlechter, und mal eben auch gar nicht. Ein Blog das für mich aus der Masse von Corporate Blogs hervorsticht ist jedoch das Blog des deutschen Edelstahl- und Modeschnuckherstellers Teno.

Teno Ed Wohlfahrt

Und ich schreibe das nicht nur, weil sich Teno Geschäftsführer Jürgen Heinz heuer dazu entschlossen hat, das vergangene BarCamp Kärnten großzügig zu unterstützen. Danke nochmals! Zurück zum Teno Blog und meiner Aussage, dieses wäre exzellent umgesetzt und zudem sehr gut in die mittlerweile globale Kommunikation des Unternehmens integriert.

Worum kann es im Blog eines Schmuckherstellers gehen? Bingo! Um Schmuck in allen möglichen Facetten. Teno geht an die Sache aber nicht nach der Marke „3 zum Preis von einem“ oder „Kauft unseren Modeschmuck“ heran, so wie dies in so manch anderem Corporate Blog geschieht. Statt dessen werden die Blogleser eingebunden. Wie das geschieht? zB. mit der Frage, ob sich Schmuck und Sport miteinander vertragen.

T.e.n.o

Als MTB- und Rennradfreak ist diese Fragestellung auch für mich ein Thema, zu dem ich gerne meinen Senf dazu geben möchte. So bindet man Nutzer nicht nur auf positive Weise, so tritt man als Unternehmen immer wieder mal auch sinnstiftend in Erscheinung. Sinnstiften??! Was heißt das nun wieder? Sinnstiften heißt für mich, dass ich über einen Kommentar am Teno Blog mit Menschen in Verbindung kommen kann, die ähnliche Fragen interessieren wie mich. Und es hat für mich eben auch Sinn, mich darüber zu unterhalten, ob die Uhrenbänder von Swatch anfällig sind für Schwitzarmgelenke, wie man sie beim Sport halt so bekommt. Da bringe ich mich richtig gerne ein. 14 andere Blogleser übrigens auch über die Möglichkeit direkt – ja direkt! – ein Kommentar abgeben zu können. Eine klassische Mikroöffentlichkeit, die mir Teno hier bietet. Dass ich die Marke Teno mittlerweile kenne, mit ihr nicht zuletzt über das Blog in Verbindung bleibe bzw. bleiben kann, die Marke darüber hinaus positiv bewerte und zB durch das Venetian in Las Vegas schreitend laut aufschreie, wenn ich den Shop des Unternehmens erblicke, das alles sind eigentlich „Nebenprodukte“ eines perfekt hochgezogenen Corporate Blogs. Und dort wo „Passion based audiences“ – zu Deutsch: Microöffentlichkeiten – draufsteht, da sind scheinbare Nebenprodukte so nebensächlich gar nicht mehr.

5 Gedanken zu “Wie Corporate Blogs Sinn machen

  1. Hallo Stefan,
    Danke für Dein Kompliment bzgl. des Raika Ökoenergie-Blogs. Da ich dafür verantwortlich bin, weiss ich zum Einen, wieviel Bemühungen dahinter liegen, den Blog nicht einschlafen zu lassen und zum Anderen unterstreiche ich Deine Worte absolut: „Manchmal läuft der Blog gut, Beiträge und Kommentare flatern herein, manchmal wieder gar nichts.“ Ich glaube, dass gute Corporate Blogs noch in der Entwicklung sind, und es einfach noch Zeit braucht, dass Unternehmen auf dieses Pferd aufspringen.

  2. Hallo Stefan,
    ist ja Ansichtssache, was ein unspannendes Produkt ist :-)
    Um ein Beispiel aus dem Retail Sektor zu bringen: Ich find‘ den Ansatz von Baumax als Projekt ganz spannend – http://www.blogmax.at/
    lG Franz

  3. Schoene Auswahl an qualitativ hochwertigen Corporate Blogs.
    Ich frage mich des oefteren ob es auch gute Beispiele von Retailern gibt, die eher unspannende Produkte verkaufen, also Firmen aus dem FMCG sektor.
    Kennt da irgendjemand Beispiele?