It’s the blogroll stupid!

21. Juli 2008Vor nun schon einigen Monaten löschte ich meine Blogroll. Brauche ich nicht mehr, dachte ich mir. Und mein Blog würde aufgeräumter aussehen, wenn ich diesen „Ich lese“-Button rechts nicht mehr …


Vor nun schon einigen Monaten löschte ich meine Blogroll. Brauche ich nicht mehr, dachte ich mir. Und mein Blog würde aufgeräumter aussehen, wenn ich diesen „Ich lese“-Button rechts nicht mehr mitschleppen würde. In der Zwischenzeit komme ich immer mehr drauf, wie essentiell eine Blogroll ist. Dies in erster Linie durch Eigenbeobachtung. Immer wenn ich mein Blog in der Blogroll (Linkliste) eines anderen Blogs sehe, freue ich mich darüber, überhaupt keine Frage. Nabelschau, klar! Und um es mir hier nochmals selbst zu erklären, einige, nicht vollständige Gedanken zum Thema, warum es eine Blogrolle „bringt“ bzw. warum eigentlich jedes Blog eine Blogrolle haben sollte. Nachdem das aber nur meine Sicht ist, freue ich mich über Gedanken jeder, die das hier lesen und vielleicht sogar total gegenteiliger Meinung sind.

Show some Respect!
Es gibt mehrere Möglichkeiten anderen Bloggern zu sagen, dass man die Inhalte ihrer Blogs und damit auch sie selbst wertschätzt. Trackbacks, Kommentare und eben auch die Blogrolle gehören dazu. Führe ich in der Blogroll andere, themenverwandte Blogs an, so gebe ich Besuchern die Möglichkeit, über mein Blog auch andere, für sie interessante Meinungen und Stimmen zu hören. Es geht also nicht darum, mit dem Blog ein kleines Meta-Universum zu schaffen und die Leute hier zu fesseln, zu knebeln, zu teeren und zu federn. In diesem Sinne ist die Blogroll ein Linkverzeichnis, über das die Leser meines Blogs wieder zur Türe hinaus spazieren kann, wenn ihm danach ist. Das ist gewollt und gut so!

Jeder mag Links
Klar kann ich durch Kommentieren auf anderen Blogs Invomming-Links hamstern. Viele tun das und manche davon nicht einmal gut. Einen Link auf der Blogroll zu setzen ist hier qualitativ jedoch sicher höher einzuschätzen. Hier hat nämlich nicht jemand selbst auf sich gelinkt, sondern der Verfasser bewusst eine Verbindung genküpft. Und geht es bei Social Media nicht genau darum?

Blogrolls komplettieren das Bild
Im Grunde genommen versucht jeder Blogger, sein Blog, sein Wohnzimmer so herzurichten, dass sich andere darin wohl fühlen können. Und zum Wohlfühlen gehört dazu, dass hier andere neben interessanten Inhalten auch Ressourcen vorfinden, die ihnen für ihre Interessen oder bei ihren Problemstellungen weiterhelfen. Wenn es beispielsweise darum geht, die deutschsprachige Polit-Bloggerszene abzubilden, dann macht es absolut Sinn, hier eine Liste ausgewählter Politiblogs anzuführen, weil sich das Bild und damit auch die Wertigkeit des betreffenden Blogs ganz einfach steigern lässt. Vielleicht wird ein Besucher dann nächstes mal nicht Google anwerfen, sondern am Blog vorbeischauen, wenn auch nur kurz, da er ja eigentlich woanders hin möchte.

Relevanz macht Sinn
Keine Blogroll gleicht der anderen. Werden Blogs jedoch als Corporate Blogs geführt, ist es wenig zielführend, die Blogroll mit Hinz und Kunz zu füllen, nur um so ein möglichst langes Teil zustande zu bringen. Beispiel: Als Alfa Romeo sein neues Motell namens MiTo launchte, tat es das mit einem mehrsprachigen Blog. Die Blogroll sah in deutschen Blog aber natürlich anders aus als im italienischen oder englischen. In den jeweiligen Blogrolls enthalten waren einige wenige der im jeweiligen Sprachraum vertretenen relevanten Blogs und genau das macht Sinn wie sich im letzten Punkt zeigt

Blogrolls bieten schnell(e) Verbindungen
Ein Link ist schnell gesetzt dockt damit jedoch langfristig an bestehende passion based audiences an. Über diese Funktion finde ich also rasch Zugang zu jenen online Journalen, die sich mit ähnlichen Thematiken auseinandersetzen wie das eigene Blog. Und diese Verbindungen sind in der Regel auch sehr tragfähig. Sofern das Blog nicht schließt oder – wie in meinem Fall – plötzlich jemand auf die unsinnige Idee kommt, die Blogrolle zu canceln, weil er so super toll ist, ist der Brückenschlag – wie Kommunikation im allgemeinen – auf Dauer angelegt.

Aus diesen Gründen – unter anderem aus diesen – mach ich mich nun rasch wieder an den Aufbau einer Blogroll. Und da es nicht um die Befriedigung des eigenen Egos geht, werde ich dabei ziemlich generös vorgehen. Warum? Weil es nicht um mich geht sondern um den Nutzen, den meine Leserinnen und Leser aus meinem Blog und damit auch aus der hier vorhandenen Blogrolle ziehen können. Der Köder muss ja auch nicht dem Angler schmecken, der auf Traffic und Share aus ist, sondern dem Fisch 😉

Ein Gedanke zu “It’s the blogroll stupid!

  1. Hallo Eduard !
    Eröffnet man im Web ein Blog (Wohnung), dann ist der nächste Schritt, dass man sich umschaut wer noch im Web (Wohnalnlage) wohnt. In einer Blogcommunity ist die Motivation die Nachbarn zu besuchen größer. Ein Blogroll ist dann sozusagen ein Besuchskalender.
    Bemerkt habe ich, dass sich die meisten Kontakte in den ersten Jahren bilden, später werden die Kontakte weniger. Wie im realen Leben.
    Gruss schlagloch.