eTourism: Selbst ist das Marketing!

28. August 2008Bereite mich gerade auf einen Termin vor und mache mir so meine Gedanken. Ich denke darüber nach, warum viele Angst haben vor dem Social Web oder es als Spielerei abtun. …


Bereite mich gerade auf einen Termin vor und mache mir so meine Gedanken. Ich denke darüber nach, warum viele Angst haben vor dem Social Web oder es als Spielerei abtun. Da sehe ich ein Video, das sich mit eMarketing speziell im Touristischen Bereich beschäftigt, in dem es unter anderem heißt, jeder Touristiker müsste selbst online aktiv zum Marketingbotschafter oder besser -manager werden. Ja, das ist es doch im Grunde! Aber was genau heißt das bitte?! Etwa dass sich die 50jährige Privatzimmervermieterin noch ein zwei Stunden Forenkommunikation auf Facebook und Tripadvisor auf die Todo-Liste schreiben soll? Vielleicht, doch wohl eher unrealistisch. Und was bedeutet dieser Satz für klassische Internet- und Webdesignagenturen? Wohl nichts Gutes, wenn die Kunden von gestern ihr online Marketing heute selber erledigen, zumindest in Teilbereichen, ihr SEO selbst in die Hand nehmen durch die Produktion von massig Inhalten, etc.

Das eigene Marketing, das Erzählen der eigenen Geschichten zu forcieren, bedeutet Arbeit. Wobei es erst mal unerheblich ist, ob dieser Prozess online oder offline stattfindet. Wenn sich der Wirt am Abend seien Stammgästen widmet und sich die selben Geschichten wieder und wieder anhört "Jetzt regnet es schon den zweiten Tag, wie wird es morgen..?" dann kostet das ebensoviel Zeit, als wenn er auf Tripadvisor online Gästen zuhören und den einen oder anderen sogar thematisch abholen würde. Selbstverständlich kostet es auch Zeit, eigene authentische Inhalte zu schaffen. Egal ob in Form von Blogposts, Videos, Kommentaren, eMails, etc. Aber ohne den Einsatz dieser Zeit wird es nicht mehr gehen.

Ganz einfach: Stellen wir uns einmal drei **** Häuser nebeneinander vor. Zwei davon haben die klassische Homepage der Marke "Wer, Was, Wann, Wo, Wieviel + Anfahrtsskizze", das dritte Haus jedoch schafft laufend neue Inhalte, setzt sich aktiv mit den eigenen Zugang zum Thema, mit seinem spezifischen Angebot etc. auseinander, und folgt diesem Weg konsequent. Aber nicht bloß über Wochen und Monate, sondern über Jahre hinweg. Ein riesiger See an relevanten Inhalten wird die Folge dieses Tuns sein. Die Frage, die sich stellt lautet: Welches dieser drei Häuser hat wohl einen höheren Anteil "idealer" Gäste?

Ideale Gäste sind meiner Meinung nach jene, die uns aus einem bestimmten Grund besuchen. Stammgäste zum Beispiel. Sie wissen meist genau, was sie an unserem Angebot mögen und warum sie immer wiederkommen. Jene, die noch nicht zu den Stammgästen zählen, potentielle Wiederholumgstäter also, gilt es zu erzählen, was unser Haus, unsere Region, unsere Angebote von den anderen in der immer länger werdenden Liste qualitativ unterscheidet, was uns "ausmacht". Und genau dazu braucht es Inhalte. Inhalte, die verstärkt von den Anbietern touristischer Angebotsträger Angebote selbst kommen müssen. Wer kennt ihr Angebot schließlich besser? Also: Entweder wir verbringen mehr Zeit damit, eigene, authentische Inhalt zu schaffen, oder wir haben bald wieder mehr Zeit für uns, da die Gäste ausbleiben. Eine Michmädchenrechnung, ja oder nein?

4 Gedanken zu “eTourism: Selbst ist das Marketing!

  1. Ich denke, dass dies der Weg zum Erfolg für viele Webseiten sein kann. Content ist King. Je mehr qualitativ hochwertigen Content ich schaffe, umso höher wird meine Chance in den Suchmaschinen gefunden zu werden und umso mehr ideale Besucher erhalte ich!

  2. Ein Wirt, der am Stammtisch sitzt macht Marketing, egal was er sagt. Auch wenn er nur da sitzt und zuhört , macht er Marketing.
    Wenn sich dieser Wirt nun einen Blog einrichtet und dort auch Marketing betreibt, so kann er doch seine Reichweite vervielfachen, egal was er sagt. Wenn er gut ist und sich „von Marketingtexten lösen und gute Inhalte bieten kann“ umso besser. Vielleicht endet es damit, dass er sein Notebook mit an den Stammtisch nimmt 😉

  3. Hi Monika, danke! ist ein Flüchtigkeitsfehler. Das von dir Gesagte – Stichwort Marketingtexte – kann ich nur unterstreichen.

  4. Hallo Ed, wen genau meinst Du mit „Anbieter touristischer Angebotsträger“?? Die Blogs und Portale, die von bezahlten Redakteuren gepflegt werden, klingen mir persönlich zu sehr nach Broschüre oder Reisekatalog – halt nach Werbung. Wenn Du den Vermieter selbst meinst, müsste man schauen, inwieweit er oder sie sich von den Marketingtexten trennen kann und wirklich interessante Inhalte anbieten kann.