Mehrsprachig zum Erfolg

22. September 2008Der heutige ÖW Workshop im Congress Center Innsbruck biegt langsam aber sicher in die Zielgerade ein. Ein Aspekt, der heute am Vormittag von den Managern der verschiedenen Auslandsmärkte ganz stark …


Der heutige ÖW Workshop im Congress Center Innsbruck biegt langsam aber sicher in die Zielgerade ein. Ein Aspekt, der heute am Vormittag von den Managern der verschiedenen Auslandsmärkte ganz stark betont wurde war, dass potentielle Gäste in ihrer Landessprache angesprochen werden wollen. Hier zu sagen, "ja mein… die werden doch wohl alle Englisch können" reicht heute nicht mehr. Gut dass ich gleich im Anschluss Martin Friede, den Marketingleiter der Region Hall Wattens – übrigens hier gleich um die Ecke – kennengelernt habe. Ein Blick auf seine Webseite zeigt, wie ernst er das Thema Sprachen heute längst nimmt. Teile seiner Webseite bietet er in nicht weniger als 24 (!) verschiedenen Sprachen an. Darunter beispielsweise Griechisch, Finnisch, Rumänisch und Kasachisch. Auf die Frage, warum er das tue und wie er dieses umfassende Sprach-Engagement argumentiert, sagt er, dass die Übersetzung dieser Seiten vergleichsweise wenig kostet, im Falle des Falles (Buchungsanfrage) jedoch viel bringt bzw. bringen kann. Auch hier gilt. "Nutzt's nix – schad's auch nix" und das finde ich clever. 

Bild 1

Die Kosten für die Übersetzungen liegt übrigens im niedrigen dreistelligen Eurobereich. Keine große Summen wen mann bedenkt, was es finanziell bedeutet, wenn es sich einige Kasachische oder meinetwegen auch Finnische Besucher in Wattens bequem machen… Dass die Online Buchung dann wieder auf Englisch durchgeführt wird – und wohl auch die Beantwortung von eMails – davon gehe ich doch mal aus… – steht auf einem anderen Blatt. Die Region Hall Wattens versteht Sprache und damit die Ansprache potentieller Gäste in der jeweiligen Landessprache als Marketingtool. Und das ist clever!

8 Gedanken zu “Mehrsprachig zum Erfolg

  1. Natürlich ist das auch in Russland so – wer als österreichischer Anbieter eine Website auf Russisch hat, der hat den russischen User/Konsumenten/Interessenten zumindest noch nicht verloren. Wir (Österreicher) wühlen ja auch lieber im deutschsprachigen Teil des Netzes, oder?

  2. Grias´d enk!
    Natürlich habt ihr recht, dass man die User darauf aufmerksam machen soll, dass man nicht durchgängig finnisch und Co in seinen Prospekten bzw. Counterkräften anbietet. Das machen wir aber auch bei unser „exotischen“ Länderseiten.

  3. Nachtrag zu meinem letzten Kommentar – ist mir gerade noch eingefallen:
    Die internationale B2C-Website der Österreich Werbung – http://www.austria.info – erscheint dzt. in insgesamt 36 Länderportalen.
    Auf der Ausgabeseite erscheinen im Drop-Down-Menü aber mehr Länder, da die Portale
    – Mexico, Argentinien und Chile
    – Ukraine und Russland
    – USA und Canada
    im CMS als ein- und dieselben Portale gelten. Zählt man alle diese Länder im Drop-Dowen der Ausgabeseite dazu, so wären es insgesamt 40 Länderportale in 26 verschiedenen Sprachen.
    Unsere B2B-Website http://www.austriatourism.com führen wir dzt. in 38 Versionen und 26 Sprachen, die Kongress- und Meeting-Website http://www.abcn.at betreiben wir dzt. in 12 Versionen in 5 Sprachen.
    Ist man international aufgestellt und will man international Gäste nachhaltig und kosteneffizient erreichen braucht es einfach diese offensive „Sprachen“-Strategie.

  4. Georg Kapus, Experte der Österreich Werbung in Ungarn brachte es beim ÖWorkshop klar auf den Punkt: In Zentraleuropa online in der Landessprache vertreten zu sein ist ein absolutes MUST HAVE. Es drückt Wertschätzung dem User gegenüber aus, es hilft glaubwürdig zu kommunizieren und bringt Verständnis zur jeweiligen touristischen Markenbotschaft.
    In englischer, internationaler Version einer Website ist dies quasi nicht möglich.
    Ausserdem komme ich gerade von der eBusiness-Academy der European Travel Commission in Lillehammer. Dort hat Rezidor, die Organisation die hinter den Radisson SAS Hotels steht klar auf den Punkt gebracht warum ein mehrsprachiger Online-Auftritt ein must für sie ist. Tun sie das nicht (treten sie auf Märkten in englischer Sprache auf), erreichen sie max. 10% des möglichen Umsatzes. Mehrfach ausprobiert. Immer bestätigt.
    Dem hab ich nichts mehr hinzuzufügen …

  5. hy ed!
    hab mir die page gerade angeschaut, weil ich sehr wohl der meinung bin, dass es relevant sein kann, informationen in vielen sprachen anzubieten. auch würde ich als „gast“ nicht daraus schließen, dass in diesem resort 24 sprachen gesprochen werden — warum auch ??? was mir bei dieser seite jedoch schon auffällt. hier wurden nicht teile der website übersetzt sondern eine einzige seite (zumindest habe ich es nicht geschaft mehrere seiten in anderen sprachen zu finden). bei 7 hauptnavigationspunkten mit jeweils 5-10 unterpunkten erscheint mir die übersetzung von einer seite wohl eher mehr als marketing gag als ernst zunehmende Information in vielen Sprachen.

  6. Martin war eh auch beim Castlecamp zugegen :)
    Aber ja, war auch Thema einer Session, da ging es aber eher um Vermieterpräsentationen als um die Destination selbst. Das Fazit war aber auch da eher so: Wenn ich mehrere Sprachen anbiete – und sei es nur ein Teil der Webseite mit den wichtigsten Infos – dann sollte ich klar erkenntlich machen, dass im Büro niemand die Sprachen spricht, um Missverständnisse zu vermeiden.

  7. Auf dem Castlecamp haben wir genau diese Frage diskutiert und waren der Meinung, dass man es nicht machen sollte, weil der Gast glaubt, er kann sich die ganze Zeit in seinem Urlaub in seiner Sprache zurecht finden. Wenn ich also keinen Finnen an der Rezeption oder als Kellner habe, dann soll ich auch auf der Webseite kein Finnisch anbieten. Der Gast könnte derbe enttäuscht werden.
    Eventuell kann ein Zusatz auf der Internetseite helfen, wie „unser Personal spricht Englisch“ oder so.