Forenkommunikation im Grenzbereich

8. Oktober 2008Ich muss wieder mal was loswerden. Oft ist das Bloggen eine Qual und dann mach ich es einfach nicht über ein paar Tage. Jetzt aber muss ich es tun. In …


Ich muss wieder mal was loswerden. Oft ist das Bloggen eine Qual und dann mach ich es einfach nicht über ein paar Tage. Jetzt aber muss ich es tun. In Vorbereitung auf die BÖTM Session in Bad Gastein klicke ich mich gerade durch die Foren auf Tripadvisor. Und es ist ist befremdlich, was mir hier alles unterkommt. Das hat jetzt weniger mit Tourismusmarketing zu tun als vielmehr mit Dialogmarketing, Forenkommunikation und eRelations. 

Da erblöden sich doch einige mit irgendwelchen virtuellen Menschen Gespräche zu führen und meinen, das würde niemand mitbekommen, weil Internetuser sowieso gleich reagieren wie das alte Mutterl vor der ZiB1, für das sowieso alles wahr ist, was ein TV-Moderator von sich gibt. Da gibt es auf Tripadvisor andere, die angeblich zufällig in Graz waren und sich die Stadt angesehen haben, die aber auch zufällig in Spanien oder zufällig in Zagreb waren und darüber jetzt auf Tripadvisor ein Gespräch lancieren. Vielleicht weil sie damit Geld verdienen oder sich auf die billige Art ein paar Showcases besorgen. Oder es handelt sich dabei nur um gute Menschen, die am schnöden Mammon kein Interesse haben. Warum aber dann Google Adwords?!

Micht kotzt das so was von an. Da gibt es Marketer die nun das Internet für sich entdeckt haben und ihren garnierten Bockmist in den Longtail pumpen bloß um ein paar Deppen zum Klicken zu bringen. Da gibt es Agenturen und absonderliche Berater, die sich rühmen 100 Fake-Accounts auf Facebook und Myspace zu haben. Na super aber auch! Geht eh rein darum, möglichst viele Freunde zu haben. Wer wird denn so blöd sein und Gespräche führen, wer denn so verblendet, potentielle Kunden oder Gäste online abzuholen? Die lullen wir doch viel lieber mit hanebüchen gefakten Scheinkonversationen ein, die wir unseren Kunden und Vorgesetzten dann am Silbertablett präsentieren können. Eine Frechheit ist das! Nieder mit allen die derlei "Konversationsmarketing" betreiben. Nieder mit Plattformen, die dagegen nichts unternehmen und nieder mit Autraggebern, die solcherlei Mist verlangen!

Ach ja: Scheinkonversationen und Forenkommunikation der Marke gibt es natürlich auch im Guten alten Österreich. Ein Blick ins Österreichforum auf Tripadvisor reicht dazu vollkommen. Wenn andere das Social Web als Müllhalde für ihre umgeschriebenen Presseaussendungen missverstehen, soll das von mir aus so sein. Heiß wird mir lediglich dann, wenn mir Gespräche vorgegaukelt werden, die so nie und nimmer stattgefunden haben sondern einzig und alleine aus den weichgekoksten Hirnen irgendwelcher Social- Online- oder whatever! Marketingtypen stammen.

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3 Gedanken zu “Forenkommunikation im Grenzbereich

  1. Wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sich solche Fakeposts von alleine ins Knie schiessen, da die User über genug Medienkompetenz verfügen, schlechter von guter Qualität zu unterscheiden. Was hilft es über fehlende Qualität im Social Web zu jammern… Das impliziert dieser Ansatz. Gestalterische Freiheit bedeutet immer eine Verbreiterung des Angebots in Richtung beider Pole: Plus und Minus.
    Viel interessanter finde ich die Ansätze, die wirklich wirksam sind, so wie es der amerikanische Kulturraum und einige ausgewählte deutsche Firmen momentan praktizieren: Der Social Media Marketer als Netzwerker – erstmal unabhängig vom zu vermarktenden Produkt baut er sich ein Social Network im Social Web auf, dieses nutzt er um über Interessen zu sprechen (MaFo) und um zu helfen (Marketing). Es funktioniert nur dort, wo er sich ehrlich als Teil des Unternehmens zu verstehen gibt. Es existiert ja ein Informationsbedarf von Kundenseite, der will aber über p2p Kommunikation und nicht über one-to-many gedeckt sein… Märkte sind Gespräche, wir erinnern uns. Am besten gefällt mir das Beispiel eines großen Bookmarkingdienstes „xy“ (ich schweige, da ich drüber bloggen will ;). Einige Angestellte nur für Social Networks – super! Für mich fragt es sich hier dann vor allem, wie wichtig Wertesysteme in Zukunft wieder sein werden – Werte im Umgang mit Menschen und Meinungen.

  2. Hi Christina, danke dass du das auch so siehts. Ich meine man schneidet sich mit dieser digitalen Spiegelfechterei doch letztlich ins eigene Fleisch. Warum ist das für viele so schwer zu verstehen? Weil es so einfach ist? Weil es „eh alle“ tun? Weil es keine Folgen hat?

  3. da sprichst du mir aus der seele! ich beobachte bzw. kämpfe auch immer wieder mit menschen, die nicht verstehen wollen, dass es im internet nicht anders läuft wir im realen raum: menschen wollen nicht für dumm verkauft werden!
    kommunikation muss offen und ehrlich sein. fake-user sind das schlimmste was es gibt und wie man an deinem wütenden beitrag sieht: sie verursachen genau das gegenteil…
    wie ich es erlebe, wird es noch sehr lange dauern, bis ehrlichkeit im marketing einzug hält. aber: wir kämpfen dafür!