Katholische Bischöfe entdecken das Web

31. Oktober 2008"The voice of the Divine Word must resonate over the radio, on Internet channels with virtual distribution (and by) CDs, DVDs and iPods, and on television and cinema screens."Unter diesem …


"The voice of the Divine Word must resonate over the radio, on Internet
channels with virtual distribution (and by) CDs, DVDs and iPods, and on
television and cinema screens."

Unter diesem Motto möchte eine nicht näher genannte Gruppe Römisch katholischer Bischöfe dafür sorgen, dass das Wort Gottes in entsprechend modifizierter Form an die Frau und an den Mann gebracht wird. Die Idee ist alles andere als schlecht. Wenn man sich aber ansieht, mit welche modernen Methoden sich andere Religionsgemeinschaften in der Internetgemeinde Gehör verschaffen, muten die Versuche der katholischen Kirche schon ein wenig altbacken an. Andererseits zeigt das Beispiel, dass sich selbst jahrtausendealte Institutionen zunehmend gefordert sehen, das gelobte (Kommunikations-)  Land Internet zu bewirtschaften und damit zu erschließen.

Gott Kirche Bibel
 Aber auch hier wird deutlich, dass Innovation nicht selten an der Peripherie geschieht und sich im Grunde genommen nicht aufhalten lässt. So ist Pfarrer Hans Spiegel aus Bischofshofen mit seinem Tagebuch eines Pfarrers Podcast schon ein ganzes Weilchen erfolgreich am Markt vertreten. Unter anderem selbst verständlich auch im iTunes-Store von Apple (Was ist iTunes?). Wo die Menge nach religiösen Inhalten für das mobile Endgerät sucht, kann man nicht falsch liegen. Auch der Islam ist auf iTunes vertreten und mit einem deutschsprachigen Angebot am Puls des Islam bzw. an jemen der Zeit. Was die können, das können die Kapuziner aber schon lange. Das Kapuziner.tv wartet nicht erst bis sich die alten Herren in Rom den Schlaf aus den Augen reiben sonder schleusen schon jetzt ihre bewegten Bilder in kollektive Gedächtnis der entsprechenden Micro-Interessensgemeinschaften. Das macht Sinn, auch wenn es nicht die Masse anspricht. Aber müssen Gespräche überhaupt immer die Masse als Adressat haben? Alex Wunschel führte vor einiger Zeit ein Gespräch mit Bruder Paulus Terwitte (seine Homepage unbedingt ansehen!), dem Berufungspatoralbeauftragten des Kapuzinerkloster Dieburg. Der Mann fackelt nicht lang herum und kommuniziert statt von der Kanzel herunter schon längst online und auf Augenhöhe. Auch das ist Kirche. Nur nicht die altbackener Kuttenbrunzer *sorry* sondern die eines modernen Zuschnittes.

Ja Innovation vollzieht sich nicht selten am Rande von Systemen. Aber schauen wir doch mal nach Rom. Vatikan-TV und Radio sind doch in Wirklichkeit alte Hüte. Wer wusste, dass der Papst himself auf Twitter zugegen ist? Oder sagen wir es so, er testet hier noch ein wenig :) Und wem das nicht genügt, der kann immer noch beim Chef selbst anklopfen.

Lieber Gott auf Twitter

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