Red Bull sucks

5. Dezember 2008Hochwasser in Venedig. An und für sich keine großartige Sache. Obwohl, es ist dieses Jahr so hoch wie schon lange nicht. Markusplatz 80 cm hoch, enorm, Titelseiten UND… ja und …


Hochwasser in Venedig. An und für sich keine großartige Sache. Obwohl, es ist dieses Jahr so hoch wie schon lange nicht. Markusplatz 80 cm hoch, enorm, Titelseiten UND… ja und mittendrin Red Bull. Jetzt kommt diese tolle Marke aus Österreich hat 500 im positivsten Sinne des Wortes durchgeknallte Athleten unter Vertrag einen sympathisch rüberkommenden Chef mit Stoppelbart. Und hin und wieder – zuletzt gestern – gönne ich mir auch einen Schluck Red Bull. Warum schließlich zu Metoo Marken greifen, wenn es Originale gibt?

Red Bull

Die RedBull Aktion letztens am Markusplatz stößt mir aber sauer auf. Sie fügt sich ein in eine Reihe anderer, ach so toller Guerilla-Aktionen, die in Wahrheit einzig und allein auf die Titelseiten der Zeitungen dieser Welt abzielen. So nach dem Motto: Wenn wir die ersten sind, die einen Athleten auf einem Board über den überschwemmten Markusplatz flitzen lassen, gehen diese Bilder um die Welt. Toll. Machen!

Vor dem Hintergrund der Marketinglogik verstehe ich das sogar. Red Bull treibt das Marketing halt auf die Spitze, was solls, könnte man einwenden. Als mündiger Medienkonsument als dem ich mich selbst betrachte komme ich mir jedoch vor wie ein Vollidiot, der im Grunde genommen Kopf stehen kann. Ich habe nicht den Funken einer Chance, Red Bull, seiner jugendlichen Dynamik, seinen Athleten und seinen Key-Visual zu entkommen. Sie sind überall und gerada das ist es, was mich zumehmend nervt. Ich werde nicht umgarnt, ich werde penetriert, ja im Grunde genommen marketingtechnisch vergewaltigt. Und zwar über alle Kanäle, weil irgendwo in diesem ach so jugendlich-dynamischen Konzern jemand an den Marketing- und Kommunikationshebeln sitzt und den Hals nicht voll genug kriegt. Vom RedBulletin, dem Konzernmagazin, das sich selbst augenzwinkernd als "fast unabhängig" bezeichnet, sprechen wir erst gar nicht. Ich dachte immer, nur Politiker wären dazu in der Lage, Magazine zu entwerfen, in denen es ausschließlich um sie selbst geht, wo auf jeder Seite mindestens dreimal ihr Konterfei abgebildet sein muss. Motto: "Mach das Logo größer!!"

Vielleicht liege ich völlig daneben, vielleicht geriere ich mich gerade wie die Prinzessin auf der Erbse. Aber liebe Red Bull Manager – einen davon kenne ich sogar persönlich wie ich vor wenigen Minuten feststellen durfte – tretet doch bitte ein wenig leiser. Mit dem was ihr jetzt macht überfordert ihr mich und ich beginne damit euch deshalb mehr und mehr uncool zu finden. Ihr kommt für mich – wie gesagt – als ein Konzern drüber, dem im Grunde genommen alles aber auch alles egal ist, solange sein Logo nur vor mir am Schirm, in der Zeitung oder sonstwo auftaucht. Der Boarder am Markusplatz war hier nur die Spitze des Eisberges.

7 Gedanken zu “Red Bull sucks

  1. Sie haben ganz recht, ich empfinde das ähnlich. Was mir dabei noch mißfällt: hier werden Rechtsanwälte engagiert, die an kleine Ferienwohnungsanbieter, die sich Carpe Diem auf die Hausmauer schreiben, einschüchternde Briefe schreiben wegen Markenschutzverletzung…ach ja, es gibt da ja ein Getränk das sich Carpe Diem nennt, sicher kommt es dabei mit dem FeWo Vermieter zu Verwechslungen….

  2. Hi Ed… du bist ja stark emotionalisiert gegenüber der Marke 😉 – also ich find das Video hat das Zeug zum viralen Dauerbrenner… crazy Idee. Und nicht jeder hat so klar im Bewusstsein, wie nervig Red Bull manchmal Werbung macht…
    VG Daniel

  3. hm… ich warte nur noch auf einen sunami auf dem dann auch ein mit red bull logos ausstaffierter Athlet landwärts jettet. Wieder ein Bild das mit Sicherheit um die Welt gehen wird

  4. hmm also so hab ich das noch nicht gesehn… ich find iwie schon toll wenn redbull so viel sportler sponsort.. und ehrlich gesagt hab ich in meinem leben erst vielleicht einmal redbull getrunken!

  5. Also offensichtlich hast du doch eine gewisse emotionale Beziehung zur Marke aufgebaut, aus welchen Gründen auch immer, und fühlst dich jetzt „verraten“. Aber die emotionale Beziehung ist nach wie vor da.
    Mir ist RedBull wurscht. Ich habe einmal gekostet und seither kommt mir die Plörre nicht mehr über die Lippen. Daher ist es mir auch schnurzegal, ob der Herr Duncan über den Markusplatz wakeboarded oder sich hartgekochte Eier an die Sohlen schnallt usw. Solange sie sonst keinen Unfug gemacht oder Schaden angerichtet haben …
    Was RedBull betifft, bin ich markenresistent.
    Ich bin überhaupt total markenresistent, der Schrecken jedes Marketingfuzzis. Und dass ich das Wallpaper vom neuen Bentley Continental Speed meinen Desktop ziert, ist reiner Zufall: Die Skyline im Hintergrund ist so schön :-))