Best Practice: eMarketing Innovation aus Hinterstoder

6. Dezember 2008Auf Einladung der ÖHV durfte ich gestern in Salzburg eine Keynote über Erfolgsstrategien für die Hotellerie im Web 2.0 sprechen. Nachdem ich mich am Vortrag in Loipersdorf einsprechen durfte ging …


Auf Einladung der ÖHV durfte ich gestern in Salzburg eine Keynote über Erfolgsstrategien für die Hotellerie im Web 2.0 sprechen. Nachdem ich mich am Vortrag in Loipersdorf einsprechen durfte ging es ganz gut. Erstmals mit dabei bei meinen Folien waren Trends, Zukünfte und Entwicklungen, die das Social Web für die Branche mit sich bringt.

Das war es aber noch nicht, worüber ich hier erzählen will. Ich war diesmal pünktlich nach 50 Minuten fertig, als sich Rainer Kletzmair, seines Zeichens Hotellier aus Hinterstoder zu Wort meldete. Das tolle dran: Kletzmair setzt auf seinem Sturmgut vieles von dem um, von dem ich in der Keynote zuvor gesprochen habe. Und noch schöner: Er macht überhaupt kein Theater darum. Er begründet seine Experimentierfreude in Sachen Google Maps & Co ganz pragmatisch damit, dass er sich normales Marketing nicht mehr leisten kann oder wohl eher will. Für die Einrichtung der Homepage auf Typo3 hätte er schon mit einer Agentur zusammengearbeitet, den Einbau der Features – sogar die Strecken, auf denen seine Hotelgäste mit ihren Hunden Gassi gehen können finden sich auf der Homepage verzeichnet – macht er jedoch selbst. „Wenn am Abend mal nicht so viel los ist, kann ich das doch auch nebenbei erledigen“, so der innovative Hotellier.

Sturmgut Hunde

Kletzmair setzte jetzt einige Zeit auf Wanderurlaube mit Hund. Man sehe sich mal seine Seite Homepage an (Stichwort Gassirouten) bzw. wie stark er inhaltlich auf dieses spezielle Thema fokusiert hat. Da findet Google relevante Stichworte ohne dass man dafür großartig bezahlen muss. Das Sturmgut ist für mich damit ein perfektes Beispiel dafür, wie man über das Internet an Passion based Audiences andocken kann. Stimmt der Inhalt, kommt die klar umrissene Zielgruppe schon beinahe von selbst…

Warum nicht Google-Maps verwenden um potentiellen Hotelgästen zu zeigen, wo sie mit ihrem Hund Gassi gehen können?

Sturmgut Map

Das Sturmgut ist natürlich auch auf Google-Earth massiv vertreten

Sturmgut Google Earth

Mir hat dieses Beispiel vor Augen geführt, was ich selbst immer predige. Das aktuelle Web bietet so viele Möglichkeiten, so viele Schnittstellen und Tools, die zu nutzen man keine Agentur mehr braucht. Und Kletzmair steht für mich genau für diese Veränderungen. Es ist ein kleiner, pfiffiger und innovativer Betrieb, der längst damit aufgehört hat, Google hunderte und tausende Adwords-Euro in den hungrigen Rachen zu schütten. Es ist der massenhaft vorhandene Content auf der Seite und der geschickte Einsatz von Verlinkungen, die heute dazu führen, dass der Betrieb ordentlich brummt, ohne dafür tausende Marketing-Euros zu investieren. In Hochglanzkataloge womöglich…

Innovation entsteht in den hintersten Winkeln dieses Landes, sie wird von Menschen getragen, die wissen, dass sie das richtige tun, die nicht die Hände in den Schoss legen und warten, bis es ihnen andere richten. Hier sind Menschen am Werk die irgendwann aufgehört haben, das zu tun, was alle machen, die sich auf ihre Assets konzentrieren und diese über die neu entstandenen Kanäle verfügbar machen. Unaufgeregt und wie ich denke trotzdem unglaublich cool.

12 Gedanken zu “Best Practice: eMarketing Innovation aus Hinterstoder

  1. Danke dafür, dass es solche Beispiele überhaupt gibt. Schlimm ist, wenn man nach Innovatoren sucht und keine findet, da alle sagen „ich mach‘ google adwords und das reicht mir…“ @ Kaprun: Da klingt gut :) bis dann!

  2. Hi Ed,
    welche Ehre, dass du unsere Betriebe in deinen Vorträgen als positive Beispiele erwähnst – freut mich. Vielleicht sieht man sich ja wieder beim Castlecamp in Kaprun.

  3. >Das Rad muss / ich würde sagen
    >sollte nicht jedes mal neu
    >erfunden werden.
    Mach ich täglich :)

  4. @schoash: damit hast du absolut recht. Dennoch: Die Nutzung des Internets über mobile Endgeräte und hier v.a. Mobiltelefone wird auch hierzulande stark zunehmen. Das pfeifen die Spatzen zB in Helsinki schon lange vom Dach :) Danke fürs Reischauen!

  5. Die Aussage, dass in Japan 50% der Zugriffe übers mobile erfolgen ist zwar schön und gut, jedoch nicht mit Europa oder USA zu vergleichen. Die hohe Anzahl der Zugriffe kommt dadurch zustande, da die meisten Japaner mit dem Zug von und zur Arbeit pendeln, in EU und USA sind die meisten aber mit dem Auto unterwegs, wo man das mobile nicht so sehr nutzen sollte.

  6. Hallo Eol Ruin, danke für deinen Input. Ein BarCamp nur für Hotelier fände ich extrem spannend. DAs wäre dann noch spezieller als TourismusCamps, die es ja bereits gibt. Was du in Richtung „Abkupfern“ gesagt hast möchte ich doppelt unterstreichen. Das Rad muss / ich würde sagen sollte nicht jedes mal neu erfunden werden.

  7. @kletzmair:
    >Dabei hab ich mir das nur bei
    >Kollegen in Amerika „abgekupfert“
    => Das IST WEB 2.0 <=
    Man muss das Rad nicht neu erfinden.
    Man *darf* ruhig gute Sachen nachmachen bzw. einbinden (Meshing).
    Großartige Erklärungen zum Web 2.0 gibts unter http://www.youtube.com/user/leelefever (leider nur auf English, aber sehr plakativ).

  8. Nett. So langsam sickert das Web 1.99 ja ein :)
    Vielleicht sollte man ja auch mal ein BarCamp für Hoteliers machen. Meist ist das primäre Problem allerdings das die wenigsten über Mailen/Surfen und ein bischen Buchhaltung rauskommen.
    Ich kenne viele Computer Benutzer die nicht einmal *wissen* das es das alles gibt. Andererseits kann man auch von keinem Verlangen das er sich „Fachzeitschriften“ reinzieht um up-to-date zu bleiben.
    Das beste was ich persönlich erlebt habe war ein 40jähriger Schilehrer der sich ein Notebook besorgt hat um „den technologischen Anschluss nicht zu verpassen“.

  9. danke für die Blumen in Sachen Slides :) hab mich aber auch bemüht. klingt komisch, is aber so :)
    @ Herr Kletzmair: das wollte ich nicht erreichen. Mir hat Ihre Session in Salzburg nur so Spaß gemacht,das musste ich loswerden
    @Stefan Waidele: Ich muss mir das mal ansehen, danke für die Anregung. Besser aber wird sein ich frage die allwissende Müllhalde in Sachen Google-Maps & Open Streetmap Mr. Helge himself :)

  10. Ist mir etwas unangenehm, daß meine „spätabendlichen Internetergüsse“ als so innovativ dargestellt werden. Dabei hab ich mir das nur bei Kollegen in Amerika „abgekupfert“ (auf der Seite eines Nationalparks hab ich das entdeckt, ausprobiert und war erstaunt wie einfach dies geht).
    Die wirkliche Arbeit ist das austexten, ausfotographieren, Bilder bearbeiten, formatieren und uploaden.
    Habe off-line schon weitere Touren für die Urlauber mit Hund (bei großer Hitze sollte regelmäßige Wasser auf der Rundwanderung verfügbar sein etc.)fertig, dann kommt die Version für Wanderungen mit Kindern und die GPS-Erfassung der einzelnen Skipisten habe ich gerade begonnen und die on-line Stellung Ende Sommer fertig haben. Leider kann nicht einfach alles mit copy gemacht werden – double content in Google – also immer schön neu texten, liebe Kollege :-) – nicht vergessen Text ist Content!

  11. Richtig klasse! Besonders das SlideShare ist der Hit – sehr detailliert und informativ gestaltet! Hut ab Herr Kollege! :)

  12. Der große Nachteil von Google-Maps ist, dass man „seine“ Routen nicht mehr aus dem System exportieren kann. Wandermap.net hat eine schöne Exportfunktion, mit der man die gezeichneten Routen aufs GPSr oder in eine andere Anwendung speichern kann.
    IMO ist das besonders wichtig, denn wer weiß schon, was in 3 Jahren gerade wichtig ist.
    Auch ist Wandermap in Kombination mit dem OpenStreepMap Kartenmaterial geeignet, seine Routen für die Gäste auszudrucken oder in „Hochglanzprospekte“ zu integrieren. Sollte man nicht mit Google-Maps versuchen…
    Jedenfalls weiß ich jetzt, wo wir mit unserem Hund hinkönnen :)