Online Reputation: Gutes Geschäft mit gutem Ruf

19. Dezember 2008Ich klicke mich auf der Homepage von Internetvictims.de (Internetopfer) gerade durch die Rubrik Reputations Management. Wirklich interessant, was einem hier alles angeboten wird. Und einige Seiten, insbesondere jene der seriösen …


Ich klicke mich auf der Homepage von Internetvictims.de (Internetopfer) gerade durch die Rubrik Reputations Management. Wirklich interessant, was einem hier alles angeboten wird. Und einige Seiten, insbesondere jene der seriösen Anbieter, sind dermaßen gut gemacht, dass ich mich gerade wirklich zusammennehmen musste, um mir für 99 Euro im Jahr nicht selbst einen Reputations-Assistenten zuzulegen. Es ist alles so schön bunt hier (sang schon Nina Hagen…) und klingt gleichzeitig so schlüssig…

Es ist wirklich heavy, was einem da an Services zur Wiederherstellung der digitalen Reputation alles geboten und versprochen wird. Mich beschleicht das Gefühl, dass auf den bunten Seiten der einzelnen Reputations-Experten generell mehr versprochen wird, als diese in Wirklichkeit halten können. Klar gibt es gute Kontakte zu Bloggern oder Forentreibern und noch bessere Suchverfahren. Aber was nützen mir die, wenn ich beispielsweise auf einem in Indien gehosteten Blog-System anonym angegriffen und an den Online-Pranger gestellt werde? Was tun, wenn zB auf einem Fake-Blog das Impressum leer ist, gar nicht besteht, oder, noch viel schlimmer, mit meinem eigenen Namen, mit meiner eigenen Adresse gespickt wurde (Stichwort: Identitätsdiebstahl)?

Auch am Gebiet des Managements von Online Reputation werden einfache Lösungen nachgefragt. Das ist hier nicht anders als irgendwo sonst. Ich frage mich jedoch zunehmend, ob es das Susi-Sorglos Paket um 99+ Euro / Monat sein wird können, das mich dauerhaft vor Angriffen auf meinen guten Ruf im Internet schützen kann. Ich glaube nämlich, dass wir uns diesem Glauben nicht allzu sehr hingeben sollten. Wir sind es selbst, die dafür Sorge tragen müssen, dass unser Ruf in den unendlichen Weiten des Internets entsprechend passt. Und eben dieser Umstand bedeutet Arbeit, viel Arbeit sogar. Klar gibt es Fälle, da greift dieses „Selbst ist der Mann“ wesentlich zu kurz. Aber a

uch die kommerziellen Reputations-Anbieter arbeiten ohne Gewähr und geben keine Garantie, dass durch Kunden beantragte Löschungen dann auch wirklich so über die Bühne gehen. Müssen sie auch, weil beispielsweise Google eben auch nicht zu 100 Prozent nach ihrer Pfeife tanzt.

Wir sind also zu einem Gutteil selbst dafür verantwortlich, wie wir online „rüber“ kommen und müssen darauf achten, was, wo im Internet über uns verbreitet wird. Das ganze natürlich möglichst zeitnah. Ein monatelang vor sich hin schimmelnder Inhalt, der noch dazu kompromittierend ist, das sollte nicht sein. Es gibt hier neben Google zahlreiche Tools, die mir hier helfen. Das wichtigste Hilfsmittel ist für mich jedoch Bewusstsein. Wenn es mir hier fehlt, brauche ich Monitoring auch keines, weil es mich nicht interessieren wird. Ich brauche dann auch keinen Hotelzugang auf Holidaycheck, weil ich gar nicht weiß, wozu ich diesen denn brauchen könnte. Diese Meinung teilen in Österreich übrigens 88% aller (!) auf Holidaycheck bewertbarer Hotels bzw. natürlich deren Chefs.

Aber zurück zum Thema Online Reputation. Vor Angriffen, Identitätsdiebstahl, etc. ist niemand gefeit. Niemand kann mich jedoch davon abhalten, meinen eigenen Ruf im Auge zu behalten. Ein Buch, das sich genau mit diesem Aspekt auseinandersetzt, und das ich deshalb sehr empfehlen kann, ist „Karrierefalle Internet“ von Klaus Eck. Ich habe es mir angesehen und mir insgeheim auch schnelle Rezepte, Susi-Sorglos-Pakete gewünscht. Nur gibt es sie nicht. Zumindest nicht in diesem Buch. Und das ist gut so! Dafür findet man viele Tipps, wie man die persönliche Reputation online im Auge behält, was man im Ernstfall tun und wie man verlorenes Terrain wieder gut machen kann. Für Privatpersonen wie Firmen (hier gilt die Gleichung online Reputation = Vertrauen) gleichermaßen brauchbar.
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