Bedeutung User generierter Inhalte nimmt stark zu

23. Januar 2009Auch wenn ich in den letzten beiden Tagen primär Textierungen für diverse Kundenmagazine gemacht habe, kreist seit einigen Wochen das Thema User Generierte Inhalte (user generated Content) in meinem Kopf …


Auch wenn ich in den letzten beiden Tagen primär Textierungen für diverse Kundenmagazine gemacht habe, kreist seit einigen Wochen das Thema User Generierte Inhalte (user generated Content) in meinem Kopf herum. Übrigens: Hannes Treichl hat auch einen sehr schönen Blogpost zu diesem Thema verfasst. UGC sind natürlich schon lange ein Thema, ungefähr so lange das Mitmach-Web bzw. die daran Beteiligten von sich reden machen, schon klar. In letzter Zeit jedoch fällt mir auf, dass die von Hinz und Kunz geschaffenen Inhalte im Internet näher an mich heranrücken, sie sind mittlerweile kaum mehr zu übersehen und werden so immer mehr auch für die relevant, die sich im Grunde nicht dafür interessieren, oder darum kümmern. Dieses Näherrücken von UGC hat dazu geführt, dass die Meinungen der Vielen oft nur noch einen Klick weit entfernt ist. Entfernt von Orten im Internet, die ich un andere oft und gerne frequentieren.

Ein Beispiel. Ich habe auf herold.at gerade wieder mal nach einer Telefonnummer gesucht. Das machen neben mir pro Tag auch noch Tausende andere in diesem Land. Mir fiel auf, dass der Hautarzt nachdem ich suchte (ich brauchte ein Interview) angezeigt wurde und gleich daneben der Link "Arbeitgeber bewerten" stand.

User generated Content Ed Wohlfahrt Blog 1

Der Link führt zu Kununu, einem spannenden Startup, bei dem Arbeitnehmer Arbeitgeber bewerten können. Das Beste dabei: Ich muss gar nicht mehr großartig ausfüllen. Das Formular wartet bloß noch auf meine Bewertung. Mehr zu Kununu gibt es hier. Interessant ist, dass ich als potentieller Konsument auf einen Blick sehe, wie das betreffende Unternehmen von ehemaligen (?) Mitarbeitern bewertet wird. Machen wir es kurz: Ich gehe in kein Geschäft einkaufen, über das hier (wahre oder unwahre) schlimme Dinge geschrieben stehen.

UGC Web 2.0 Kununu Ed Wohlfahrt

So weit so gut. Machen wir einen Schwenk zum iPhone. Nur kurz: Es ist mittlerweile völlig egal welcher Herstellername am Telefon steht. Wichtig ist, was es kann, und hier tut sich am Markt der Smartphones Gewaltiges. Ob Apple. RIM (Blackberry), Nokia oder Motorola. Früher oder später verfügen alle über Location Based Services, sind also unter anderem dazu in der Lage, mir den Weg zu weisen. Dass bereits heute 13 % aller verkauften Mobiltelefone Smartphones sind, sei nur am Rande erwähnt :)

Smartphones Ed Wohlfahrt PR Blog

Ich möchte hier einige Applikationen vorstellen, die es heute schon gibt, die auf meinem Telefon sauber laufen und die mir – ja darum geht's eigentlich – User generierte Inhalte auf mein Display schießen, wann immer ich es möchte. Da wären zB Cool Iris oder Qype Radar.

Cool Iris
Das Programm mach am Telefon richtig Spaß, ortet mich und beschickt mich mit aktuellen Infos aus Google, Flickr, Yahoo, SmugMug und DevianArt. Ach ja: YouTube kann Cool Iris jetzt auch! Ab diesem Zeitpunkt scheint die Diskussion darüber, ob ich als Betrieb mit eigenen Bildern auf Flickr verteten sein soll wohl maximal müsig. Warum? Bin ich hier nicht vertreten, bin ich nicht auf CoolIris und nicht am Mobilen Endgerät. Basta! Wie eine Stadt als Destination rüberkommt bestimmt sie also nicht länger selbst sondern die User tun das für sie. Wichtig jedoch: Ihre Inhalte schlagen dort auf, wo sie gelesen / konsumiert werden.

Ed Wohlfahrt Online-PR

Qype Radar
Auch ein schönes Beispiel um die immer näher kommende Welle bzw. die damit steigende Relevanz User generierter Inhalte besser einschätzen zu können. Das Programm checkt wo ich bin, macht mir Vorschläge für Restaurants, Bars, Ausflüge, aber auch Dienstleistungen wie KFZ-Werkstätten, Rechtsanwälte, Lebensmittel, Mode und Mehr. Einen Klick davon entfernt stehen auch schon die Meinungen der User zu den betreffenden Angeboten. 

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In diese Richtung, wenn auch derzeit noch ohne User generierte Inhalte, zielt auch die Anwendung "Around me"

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Mir ist völlig klar, dass derzeit im Web erst wenige selbst aktiv werden. Die relativ wenigen, die dies jetzt schon tun, rücken mit den von ihnen erstellten Inhalten jedoch immer näher an die große Gruppe der passiven Surfer oder Informationssammler heran. 

Ich spreche hier von Leuten, die nicht wissen, was Google-Adword sind oder wie sie auf Google generische Suchergebnisse vom Rest unterscheiden. Ich spreche von Leuten, von denen es in Wirklichkeit viele gibt.

Für sie alle werden User generierte Inhalte sichtbar. Und damit wird klar, dass es eben längst nicht mehr egal ist, was online wo über wen gesagt wird bzw. auf welcher Plattform ich als KFZ-Betrieb von wem wie bewertet wurde. Kommunikation ist überall und sollte deshalb auch überall mitgedacht sein.
Schönes Wochenende!

Alle hier verwendeten Folien gibt es auf meiner Slideshare-Page zum Download

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