Tourismus 2.0: Blogger Relations auf australische Art

5. Mai 2009Wenn Marken, Unternehmen oder Destinationen Blogger ansprechen, dann spitze ich die Ohren. Es interessiert mich, wie Unternehmen das tun. Und oft genug muss ich mich wundern, über welche Maßnahmen und …


Wenn Marken, Unternehmen oder Destinationen Blogger ansprechen, dann spitze ich die Ohren. Es interessiert mich, wie Unternehmen das tun. Und oft genug muss ich mich wundern, über welche Maßnahmen und Kanäle das mitunter geschieht. Spätestens wenn e-Mails eintreffen, in denen sinngemäß steht "Da Sie ein Blog haben erlauben wir uns…" hat irgend jemand in der Planung seine Hausübung nicht gemacht. 

In den Brisbane Times lese ich nun darüber, dass Tourism Australia Blogger einlädt, zu besonderen Anlässen (Connex zum Thema des Bloggers!) nach Australien zu reisen. Eingeladen werden jedoch nur die wirklich große und einflussreiche und bestens vernetzte Blogger und dies auch nur zu bestimmten – für sie relevanten – Anlässen und Ereignissen.
Worum gehts? Passend zur Fashion Week Sydney wurde beispielsweise Scott Schuman, der Mann hinter dem sehr einflussreichen Blog The Sartorialist nach Australien eingeladen. Und wie man auf seinem Blog sehen kann, hat man wohl den richtigen Blogger angesprochen. Seit 25. April veröffentlichte Schuman auf seinem Blog nicht weniger als 16 Posts und erhielt darauf sage und schreibe gezählte 2.034 (!!) Kommentare. Unter anderem mit Bildern wie diesem hier….

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Da sage ich schon mal ein großes WOW und meine damit natürlich nicht den Bildinhalt. Ich meine den Reach, den Schuman und damit die, die ihn nach Australien eingeladen haben damit erzielen. Wie aus dem Artikel in den Brisbane Times hervorgeht, wanderte für Schuman Kohle über den Ladentisch, was ich grundsätzlich nicht unredlich finde. Schließlich erreicht der Sartorialist-Blog monatlich 3 Mio. LeserInnen und wird der eine oder andere angesichts dieser Bilder doch den Weg nach Down Under finden.

Mit Schuman aber nicht genug. Australian Tourism wird andere Blogger ansprechen und sieht die ganze Aktion als Aufbruch in die Welt der Blogs und Social Media Network Seiten. Und DAS ist es, was ich hier diskutieren will. Die fangen gerade erst an! Auf hohem Niveau natürlich aber wie viel des hier schlummernden Potentials nutzen Destinationen und Regionen in Europa oder gar in Österreich? Klar bestätigen Ausnahmen die Regel aber hier ist nach oben hin noch immer massig Platz. Als nächstes nach Australien kommen sollen der Britische Wildlife Blogger Andy Rouse, die Chinesische Reisebloggerin Yibo Fan oder die deutsche Fotografin und Designerin Julia Knolle.

Das beste jedoch sind die Worte, mit denen der Marketing Verantwortliche von Tourism Australia, Nick Baker seine Strategien in Sachen Online Relations erläutert. "It's about recognising the way in which consumers are changing their attitudes and (where) they gather information". We need to go into spaces where people are going to and where they respect and listen to outside the mainstream media. We are trying to facilitate conversation around the world about Australia".

Hierzulande "läuft" Tourismus einfach anders und Australien ist zudem weit, weit weg, richtig? Oke, ja dann schlaft mal schön weiter!

2 Gedanken zu “Tourismus 2.0: Blogger Relations auf australische Art

  1. Hallo Heiko, danke für deine Anmerkungen. Habe aus jemandem der über Design schreibt gleich 1 Designer gemacht. Grüße!

  2. Julia Knolle ist keine Designerin… aber sie ist Co-Editorin des Fashionblogs LesMads.de. :-)
    Und sie war parallel mit Scott Schuman bei der Australian Fashion Week und befindet sich nun auf der Rückreise.
    Ansonsten volle inhaltliche Zustimmung.