Online Reputation: Marken unter der Lupe

8. Mai 2009Online Reputations Management ist ein Begriff der nun schon seit einigen Jahren durch die Bloggosphähre geistert. In letzter Zeit greifen das Thema auch Tageszeitungen und TV-Berichte auf. Wenn es beispielsweise …


Online Reputations Management ist ein Begriff der nun schon seit einigen Jahren durch die Bloggosphähre geistert. In letzter Zeit greifen das Thema auch Tageszeitungen und TV-Berichte auf. Wenn es beispielsweise darum geht, dass Toni Polster seinem Manager ausrichtet, er sollte sich in der Vermarktung etwas mehr anstrengen. Via Facebook natürlich, sodass ganz Österreich mitlesen kann… 

Reputation, der Aufbau und das darauf Acht-geben hat aber bloß am Rande mit den Privacy-Settings auf den diversen Social Networks zu tun. Hier geht es vielmehr um Bewusstsein, um entsprechende Verhaltensweisen, etc. Aber auch abseits des Privaten geht es um Bewusstsein. Beispielsweise um das Bewusstsein von Unternehmen, dass ihre Reputation bzw. der Ruf, der ihren Marken, Dienstleistungen und Produkten im Internet vorauseilt auf dem Spiel steht. Wobei das leicht übertrieben ist. Statt dessen könnte man sagen, dass dieser Ruf im Auge behalten werden, gemanaged, gehegt und gepflegt sein will. Und genau hier haben viele Unternehmen noch gehörigen Nachholbedarf. 
Wie stark der Ruf von Unternehmen heute durch die neuen Kanäle des Mitmach-Webs (Twitter, Facebook, you name it!) auf dem Spiel steht – hier geht es ausnahmsweise mal nicht um das Erscheinungsbild der Marke auf Google! – wird mir immer dann bewusst, wenn ich mir Vanno ansehe. Das US-Unternehmen hat eine Plattform geschaffen, über die Internet-User unter anderem an der Reputation der 100 wichtigsten US-Unternehmen mitwirken, ja diese über die Zusendung eigener, die jeweilige Firma betreffenden Geschichten mit beeinflussen können. Das Resultat wird in Form eines frei zugänglichen Company Reputation Index tagesaktuell ausgespuckt. Man stelle sich das einmal hierzulande vor!

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Hier heißt es dann "Fluglinie sowieso beteiligt sich an Urwald-Schutzprojekt" stimmen Sie zu ja oder nein. Es geht nicht darum ob das nun richtig ist oder falsch. Es geht darum, wie die Message bei der Vanno-Community ankommt, was sie bei ihnen bewirkt! (Wir erinnern uns: Die Botschaft entsteht beim Empfänger…)

Wie stark die Reputation der auf Vanno gelisteten Unternehmen von den Usern und ihrem Input abhängt, verdeutlichen einige Folien, die mir Vanno dankenswerterweise überlassen hat (Thanks Nick!). Es geht um die auch hier allseits bekannte und beliebte Marke Kellogg's die wie jede andere Marke auf Vanno nach Paramtern wie Patriotismus, Soziale Verantwortung (CSR), Umweltschutz oder Mitarbeiterzufriedenheit beurteilt werden kann. Die Probleme die Kellogg zu Jahresbeginn 2009 mit dem Rauswurf des kiffenden Michael Phelps und mit Salmonellen verseuchten Erdnuss-Produkten hatte, schlagen auf die Reputation des Unternehmens nicht nur voll durch, sie wirken nach. 

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Es zeigt sich beispielsweise, dass die beiden Issues auch massive Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Unternehmens durch interne Zielgruppen hatte. 

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Verglichen mit den Mitbewerbern sacken die Reputationswerte von Kelloggs massiv ab. 

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Klar. Die Idee von Vanno ist für europäische Breiten (noch) Zukunft. Wenn jemand Ähnliches aus Europa kennt bitte um Info via Kommentar! Was Unternehmen daraus jedoch mitnehmen können ist, dass sich Issues immer stärker auch online manifestieren. Und hier bin ich schon wieder nicht – oder sagen wir es so, nicht nur – beim Google-Trefferbild. Es geht um die vielen Threads die sich auf Facebook, Twitter, in den Blogs oder anderswo abspielen und die in Summen natürlich (!) Auswirkungen haben auf die Reputation des betreffenden Unternehmens. Vanno oder andre Anbieter könnten also lediglich als Seismograph fungieren bzw. die schlummernden Kräfte verdeutlichen, die Werber und Marketer in Wirklichkeit schon lange nicht mehr reiten können. Selbst wenn sie es gerne von sich behaupten.

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