Stop s37: Eine Bürgerinitiative im Social Web

13. November 2009Es war gar nicht leicht, meinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, mir über die Kommunikationsarbeit der Bürgerinitiative zu erzählen. Mit PR-Agenturen hätte man bereits schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es. Einige eMail …


Es war gar nicht leicht, meinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, mir über die Kommunikationsarbeit der Bürgerinitiative zu erzählen. Mit PR-Agenturen hätte man bereits schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es. Einige eMail und Telefonate später saß dann Hans Stocker bei mir auf der Couch und erzählte aus dem spannenden Innenleben der Bürgeriniative Stop s37, die in ihrer Kommunikationsarbeit auch auf Social Media setzt. Danke für das Vertrauen! 

http://www.youtube.com/v/1BMZA7ffqE4&hl=de_DE&fs=1&

Wer oder was ist stop S37? s37 Steht für die Schnellstraßenverbindung zwischen Klagenfurt in Kärnten und Judenburg in der Steiermark, die laut den Plänen der ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs- Aktiengesellschaft) streckenweise zu einer Autobahn ausgebaut werden soll. 

http://www.youtube.com/v/717_2Wd6DBw&hl=de_DE&fs=1&

Entlang der Straße haben sich bislang in Summe 16 Bürgerinitiativen gebildet, die gegen dieses Vorhaben auftreten. Mit teils unkonventionellen Mitteln, wie bemalten Strohballen und Transparenten, die entlang der Schnellstraße aufgestellt wurden und auf das Anliegen der Bürgerinitiative hinweisen.

Einige Aspekte sind für mich besonders wichtig

a) Social Media wird von der Bürgerinitiative dafür eingesetzt um die Mainstream-Medien zu informieren jedoch vor allem auch dazu, um quasi an ihnen vorbei die eigene Story zu lancieren

b) Die Bürgerinitiative schielt mit seinen Web 2.0 Aktivitäten gar nicht auf ein Massenpublikum. Die Leute die man bereits jetzt damit erreicht jedoch wären Key-Influencer. Die mit diesen Key-Influencern entstehenden Netzwerkeffekte wiegen den Einsatz an Zeit und Mittel jedoch mehr als auf, so mein Gesprächspartner.

Ich habe mich damals auf der Uni ein wenig mit sogenannten "neuen Sozialen Bewegungen" beschäftigt. Ein hoch spannendes Thema übrigens! Doch die Kosten, die diese Bewegungen vor 20 Jahren für ihre Aktivitäten, Flugzettel, Zeitungsinserate aufzuwenden hatten, müssen beträchtlich gewesen sein. Dieser Umstand hat sich heute massiv gewandelt. Wenn man sich ansieht, wie sich die Bürgerinitiative Stop s37 und zahlreiche andere heimische (Protest-) Bewegungen der Sozialen Medien annehmen, so bedeutet diese weitreichende Folgen für die Kommunikation von Unternehmen, Marken und Agenturen. Wenn sich Gespräch, wenn sich Aktivismus immer stärker virtualisiert, dann muss dieser Umstand auch in der Unternehmenskommunikation entsprechend berücksichtigt werden, will man den Zielsetzungen strategischer Kommunikation wie beispielsweise gegenseitiges Verständnis Verhaltensänderung, Information, Dialog, etc. gerecht werden. Genau um das ging es mir hier.

Sorry für die Video Qualität. Das geht beim nächsten Mal besser…Auch den Kärntner Slang werde ich mir beim nächsten Mal verkneifen. Schließlich hört ja hier die ganze Welt zu :)

Die Videoqualität ist jetzt perfekt. Danke dafür an Daniel Gollner aka GutsyHeron!

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