Braucht jede Familie eine „Social Media Policy“?

4. Dezember 2009Bei meinen Recherchen zum Thema Social Media Policy stieß ich auf folgende Story. Die Zutaten für diesen PR-Gau beim US-amerikanischen Autobauer General Motors: Ein gefeuerter CEO, eine darüber erboste Tochter, …


Bei meinen Recherchen zum Thema Social Media Policy stieß ich auf folgende Story. Die Zutaten für diesen PR-Gau beim US-amerikanischen Autobauer General Motors: Ein gefeuerter CEO, eine darüber erboste Tochter, eine Facebook Fanpage und, nicht zu vergessen, eine meiner Meinung nach überforderte PR-Abteilung. Was das Thema für mich besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass der Fall an der Schnittstelle zwischen einem Unternehmen und einer Familie (eines ehemaligen Angestellten) angesiedelt ist. Macht es natürlich nicht gerade einfacher. Und genau solche Fälle werden wir in Zukunft häufiger sehen, wenn es um online Krisen-PR bzw. um Fälle geht, in denen die online Reputation von Unternehmen und Marken beginnt eine Rolle zu spielen. Clever wer für solche Fälle rechtzeitig vorsorgt!

Brand reputation
Der Reihe nach? Fritz Henderson CEO von General Motors wurde entlassen. Aus der PR-Praxis weis man, dass man sich hier besten Falles im "besten gegenseitigen Einvernehmen…" trennt, was immer hinter den Kulissen auch vorgefallen sein mag. Die Tochter Handersons, Sarah Henderson, jedoch wusste offensichtlich ein wenig mehr, und rechnete mit Papis Ex-Arbeitgeber auf dessen Fanpage auf ihre Weise ab. Viele f* inklusive, versteht sich. Die Betreiber der Facebook-Seite wussten im ersten Moment nichts besseres zu tun, als Hendersons Kommentar zu löschen. Leider hatten sie aber die Rechnung ohne dem Betreiber eines nicht zu unbedeutenden Automobil-Blogs gemacht, der den Dialog kurzerhand speicherte und veröffentlichte. 

Was hätte man besser machen können? Ich zB hätte nicht gelöscht. Ich hätte mich anstelle von GM in die Diskussion auf Facebook eingeklinkt. Warum habe ich sonst eine Fanpage, als dafür, mit "Fans" auch wenn sie abschimpfen wollen, hier zu diskutieren? Ist jetzt natürlich heavy, ich weiß. Andererseits ist das einfache Herausnehmen nicht genehmer Inhalte einfach keine Lösung mehr! Nicht heute, wo jeder online Inhalt mit einfachsten Mitteln kopieren, geclippt und weiter verbreitet werden kann. Außerdem: Die Diskussionen rund um den Rücktritt Hendersons als CEO von GM garniert mit dem tollpatschigen Facebook-Auftritt seiner Tochter finden statt. Und mir als Kommunikationsverantwortlicher von GM ist es allemal lieber, ein Gutteil dieser Debatten finden auf meinen Blogs, Foren und Fanpages statt, als irgendwo sonst. Was meinen die werten LeserInnen?

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