Professionelle Online-PR: DPRG erarbeitet Richtlinien

15. April 2010Da diskutiert man auf Facebook mit einem anderen Fan einer Marke deren Vorzüge. Was man nicht weiß, es ist der CMO der betreffenden Marke. Da tauchen Kommentare im Blog auf, …


Da diskutiert man auf Facebook mit einem anderen Fan einer Marke deren Vorzüge. Was man nicht weiß, es ist der CMO der betreffenden Marke. Da tauchen Kommentare im Blog auf, die die Praxis eines bestimmten Unternehmens über den grünen Klee loben. Was man nicht weiß, es ist die PR-Agentur des betreffenden Unternehmens, die gerade das Web 2.0 für sich entdeckt und ins letzte Kommunikationskonzept schnell mal den Posten "Online-PR" aufgenommen hat. 

Beispiele wie diese kommen auch hierzulande leider immer öfter vor. Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) hat für Online PR Treibende nun eine Online Richtlinie erarbeitet und diese hier zur Diskussion gestellt. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte:

a) Transparenz
Wer professionell online kommuniziert, d.h. im Auftrag einer Agentur, eines Kunden,etc., der muss mit offenem Visier sprechen.

b) Absenderklarheit
Bei allem was über die Datenautobahn an verschiedene Dialogpartner geht, muss es einen klar ersichtlichen Absender geben. Darüber, ob dafür zB ein eindeutiges Twitter-Profil ausreichend ist, wird gerade diskutiert. Astroturfing, dem Vorgaukeln einer Graswurzel-Bewegungen, die in Wirklichkeit gesteuert und bezahlt lanciert wird, wird damit also ein klarer Riegel vorgeschoben.

c) Auftraggeber und Agentur sind gemeinsam verantwortlich
Ein Punkt der insbesondere dann wichtig wird, wenn Borderline Praktiken bereits gesetzt wurden und die Kacke sprichwörtlich am Dampfen ist (Stichwort: Online Pranger) Besonders schön finde ich den enthaltenen Passus, dass Auftraggeber ihre Agenturen zu kontrollieren haben. Was heißt das? Überlässt ein Unternehmen seine Online-PR Dilettanten bzw. ist über das Tun der eigenen Agentur so wie hier erst gar nicht informiert, so trägt es dafür auch die volle Verantwortung.

Das Diskussionspapier der DPRG finde ich vor allem deshalb interessant, weil es für ein Thema sensibilisiert, für das man im Grunde nie sensibel genug sein kann. Ob man nun Online-PR, Online-Marketing oder Online-Werbung macht. Sobald man in die Tasten haut, Partei für einen Kunden oder ein Produkt ergreift, muss klar sein, wer hier spricht und mit welcher Absicht. Damit auch prospektiven Kunden klar ist, was sie bei uns bekommen (oder eben nicht), nehme ich beispielsweise folgende Formulierung bereits in Angebote mit rein. "Die
Agentur Ed Wohlfahrt PR & Social Media legt besonderen Wert auf
die Feststellung, dass sie für Kunden in Social Media Foren stets
als namentlich erkennbare Person auftritt und kommuniziert." Vor dem Hintergrund der Online Richtlinien des DPRG ist mir das aber bereits zu schwammig. Ich werde es wohl umformulieren bzw. ausdehnen müssen.

Story aufgeschnappt am Public Affairs Blog 

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