PublicisGroupe: Eine PR-Firma im Online Gespräch

19. November 2010Ich hab diese Story gestern auch schon auf der Ed Wohlfahrt Fanpage gepostet. Doch ich finde, dass die Geschichte auch hier am Blog gut aufgehoben ist. Die PublicisGroupe über einen …


Ich hab diese Story gestern auch schon auf der Ed Wohlfahrt Fanpage gepostet. Doch ich finde, dass die Geschichte auch hier am Blog gut aufgehoben ist. Die PublicisGroupe über einen Ableger auch in Österreich vertreten und hier die Nr. 3 am Markt, wollte mit diesem Video einfach ihren Twitter-Account ein wenig bekannter machen. Es ist nett, beinhaltet ein gesprochenes Wort sondern hinterlegt die Gespräche von Publicis Mitarbeitern mit Urwaldlauten und Vogelgezwitscher.

[youtube=http://www.youtube.com/v/MpdqQ0ROpYo?fs=1&hl=de_DE]

Jetzt macht die PR-Firma die Rechnung aber ohne den Wirt. Jemand griff das Video nämlich auf und unterlegte dieses mit expliziten Untertiteln. Gegen Ende des Videos geht es dann überhaupt nur noch um in E-Mails verpackte Fotos von Weichteilen. Ich kenne die im Video gezeigten Personen natürlich nicht. Da sie aber keine gecasteten Schauspielerinnen sein dürften, sondern eben MitarbeiterInnen der Agentur, kann ich mir vorstellen, dass das Video für die Reputation der Agentur vor allem aber auch für die der darin vorkommenden Personen problematisch ist. Macht sich bekanntlich nicht gut, wenn man von Kunden über das peinliche YouTube Video von neulich angesprochen wird. Ach ja, und zu Beginn des Videos findet sich dann auch noch das offizielle Logo der PublicisGroupe…

[youtube=http://www.youtube.com/v/KOVbOF7FAk8?fs=1&hl=de_DE]

Was also tut eine internationale PR-Firma in so einem Fall? Das ganze stehen lassen und ein wenig mitlachen? Oder doch YouTube kontaktieren und versuchen das Video wegen Verstoßes gegen das Copyright wegzubringen? Dass das nicht ungefährlich ist, sollte jeder halbwegs fitte Marketeer aus dem Fall Nestle gelernt haben. Dass die Agentur selbst hinter dem Video steht und sich im Viralmarketing versucht, fällt für mich als Variante weg. Zu deftig sind die Untertitel.

Also Frage: Was kann Publicis noch tun?

8 Gedanken zu “PublicisGroupe: Eine PR-Firma im Online Gespräch

  1. Im Grunde müssen die sehen den Streisand Effekt hier nicht zu gross werden zu lassen.
    Ich denke die beste Idee wäre versuchen daraus ein Meme zu kreiren und alle Mitarbeiter/Freunde/Bekannte zu animieren ihre eigene Version des Videos zu machen. Ein paar gute Ideen sind hier doch schnell zusammengebaut 😉
    Wenn dann youtube halbwegs überschwemmt wird mit diesen Videos, würd ich auf der Facebook Fanpage ein Gewinnspiel dazu machen, wo entweder noch coole Videos eingereicht werden können, oder alle Fans abstimmen können, welches video das beste war..
    naja, just my 5 cents…

  2. @ Größe zeigen ist gut gesagt… : ) Eine Kampagne zu starten um den Verfasser zu finden würde ich kritisch sehen. Es sei denn man lobt einen größeren Geldpreis aus, und sichert dem Verfasser des Fakes zudem sicheres Geleit (Verstoß gegen das Copyright…) Dann könnte er/sie selbst sich outen und würde dazu nicht genötigt / von anderen verraten, etc. Echt spannende Diskussion über die Möglichkeiten die Publicis jetzt hätte… Vielleicht weiß jmd. da draußen was die jetzt WIRKLICH tun..? Wäre interessant

  3. also, da hilft wohl wirklich nur „Größe zeigen“ (lol, das ist jetzt zugegebenermaßen ein klein bisschen zweideutig in Anbetracht der „Übersetzungen“), drüber stehen und das Beste draus machen.
    Um Monikas Tipp noch zu toppen: Eine Kampagne starten, in der man den Verfasser der Übersetzungen sucht und als freien Mitarbeiter einstellen will nach dem Motto „Solche kreativen Köpfe braucht das Land“…
    PS: Auf YouTube liegt das übersetzte Video nach Klickzahlen knapp vor dem Original, Tendenz steigend.

  4. Das ist wunderbar ausgedrückt „Den Kontext einer Marke völlig neu zu definieren“ genau das passiert. Das ist der Kern des Ganzen. Das ist die Herausforderung, vor der Unternehmen und Marken heute stehen. Das ist gleichzeitig auch ein wichtiges ToDo von Kommunikatoren, die in aktiven Dialog treten müssen, wollen sie in Sachen Deutungshoheit noch ein Wörtchen mitreden. Danke dass du es so auf den Punkt bringst!

  5. Hallo Monika, mit deiner Variante (toppen) haben wir ja schon drei Vorschläge : ) Dein Input ist übrigens genial. Das Video noch mal abzudrehen und darin mit neuerlichen Untertiteln auf das Fake-Video einzugehen hätte imho durchaus Charme. Und wenn Publicis dazu in der Lage wäre auch eine neuerliche „Antwort“ sportlich zu sehen, würde das doppelt für deren Verständnis von Social Media sprechen. Schließlich geht es in sozialen Medien ja unter anderem um das Auslösen von Gesprächen.
    Generell denke ich, dass das, was ein User hier gemacht hat, auch als großes Kompliment an ein Unternehmen gesehen werden kann. Ich weiß, das Wort „Kompliment“ passt hier nicht wirklich gut, schließlich wird das Unternehmen ja arg verschaukelt. Aber wenn jemand meine Inhalte aufgreift, verändert und wiederum teilt, so sagt dies mehrerlei aus. Einerseits über die Marke selbst, also Publicis. Andererseits über die Leute, mit denen Sie online offenbar in Kontakt stehen bzw. für die das, was Publicis sagt oder tut eine Rolle spielt und die darüber hinaus ein hohes Maß an Envolvement (darauf lässt sich aufbauen…) und auch Know-how mitbringen. Von dieser Warte aus betrachtet ist es also nicht nur negativ was hier passiert. Die Frage ist halt, ob das Unternehmen dazu in der Lage ist, dies so zu sehen

  6. Hi Ed!
    Dass die Frage bisher unbeantwortet blieb, spricht für mich für deren Brisanz! 😉
    Auch ich habe – ehrlich gesagt – nur zweierlei Idee (und das ist schlecht, denn die wahre Auswahl beginnt bekanntlich erst bei drei).
    1. ignorieren
    2. toppen.
    Toppen mit dem gleichen Gezwitscher und neuen Einblendungen, inhaltlich vielleicht solchen, in denen sich die Mitarbeiter zu dem neuerlich aufgetauchten Video äußern. Z.B. eine Aussage à la ist doch lustig, die nächste, den sollten wir verklagen, die nächste … ne ne, besser anwerben…
    Risikoreich ist Nr. 2 allerdings m.E. allemal… man könnte ‚ne erneute „Antwort“ kriegen.
    Herzliche Grüße und bin gespannt auf weitere Überlegungen
    Monika